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28. Oktober 2007

Von Kathmandu zum Thorung-La Pass

Frühmorgens wurden wir im Hotel abgeholt und haben beim einsteigen in den Bus noch nicht begriffen, dass alle Passagiere (11 Leute) in den folgenden 3 Wochen alle für uns arbeiten werden, diese Erkenntnis kam erst im Laufe der Fahrt nach Bhulbule. Doch diese Fahrt führte uns nochmals vor Augen, dass in den letzten zwei Jahren die Anzahl Verkehrsmittel (v.a. Autos) in Nepal explodiert ist, die Strassen aber immer noch dieselben sind, einfach in noch schlechterem Zustand, da sie nicht für diese Anzahl Fahrzeuge errichtet wurden. Für eine Strecke von ca. 100 km hatten wir fast 7 Stunden, aber eigentlich nur deswegen, da niemand die Strassensitten einhält. Alle standen kreuz und quer bis niemand mehr durchkam, danach wichen sie noch auf die Vorplätze der Häuser aus um als Schnellster vorwärts zu kommen… Inmitten des Chaos ein Polizist mit einer Pfeiffe, er war in voller Aktion nur niemand hörte auf ihn oder beachtete ihn 😉

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Einmal auf der Strecke gab’s einen Halt für das Mittagessen, wir waren bereits extrem spät dran, aber ein Pitstop musste sein nach über 5 Stunden nonstop Fahrt. Leider war das Lunchpaket nicht die beste Idee, das sollte aber vorallem Stephan erst in den nächsten Tage zu spüren bekommen. Nach der Rast ging es zügig weiter, wir wollten ja noch den letzten Bus von Bhulbule nach Bahundanda erwischen. Da wir diesmal mit einem Führer unterwegs waren durften wir durch das ganze Dorf fahren bis ans Ende wo der offizielle Bus weiterfährt, vor zwei Jahren wurden wir anfang Dorf abgeladen und durchquerten mit dem Gepäck die Ortschaft bis wir am Ende in den Bus steigen konnten. Schon letztes Mal war die Busfahrt ein spezielles Erlebnis, aber was uns diesmal erwartete sollte als bisher schlimmste und gefährlichste Busfahrt in unser Tagebuch eingehen. Bis unser gesamtes Gepäck von Dach zu Dach umgeladen wurde war der Bus bereits zum Bersten voll und sie hingen bereits aussen am Bus. Unser Führer fragte uns dann, ob es uns etwas ausmacht, mit unserer Crew auf dem Dach mitzufahren. „No problem, wir sind ja sportlich und keine Weicheier!“ Dieser Entscheid sollte uns schon bald Leid tun. Natürlich sorgte unser Führer dafür, dass wir die Besten Plätze bekamen in der Mitte zwischen dem Gepäck, die Träger sassen auf den Eisenstangen ein Bein über den Bus hängend, doch als es losging hiess es, Blick nach vorne und immer schön den Kopf einziehen, damit uns die herunterhängenden Stromkabel nicht erdrosselten. Genügend weit vom Dorf entfernt gab es anstatt Strommasten Bäume mit tiefliegenden Ästen, entspannen konnte man sich nie auch nicht da die Strassen keine Strassen sondern auch ab und zu ausgewaschene Bachbeete waren und der dreifach überladene Bus so gefährlich gegen den Abgrund schwankte, dass uns immer wieder Angst und Bang wurde. Wir sahen uns schon in einer kleinen Randnotiz „Busunfall in Nepal, zwei Schweizer unter den Opfern“.

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Natürlich ging die Reise über eine Stunde und so froh darüber, dass wir angekommen waren waren wir noch nie und wir haben doch auch schon einige Busfahrten in Südamerika hinter uns! Da wir so spät ankamen war die vorgesehene Unterkunft bereits voll und wir wurden in einem sehr einfachen Bretterverschlag untergebracht.

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Doch bereits am ersten Tag sollten wir den Luxus unserer Tour zu spüren bekommen. Wir konnten der Küchencrew beim Kochen im Freien zusehen, da wurde gewaschen, geschnetzelt, gebrutzelt und gekocht was das Zeug hielt. Doch alles war noch sehr neu für uns und alles eine Überraschung. Leider stellten wir im Zimmerchen dann auch fest, dass doch nicht alles die Busfahrt so ohne Schaden überstanden hatte. Katjas Rucksack und Regenjacke diente für einen Träger als Sitzunterlage, der nebenan sass auf einem Kerosinkanister, welcher unter der Last riss, so wurde die Jacke und der gesamte Rucksack während einer Stunde getränkt und da es nicht Benzin war, wie wir zuerst glaubte und alles aufhängen zum verlüften nichts nützte wurden wir die ganze Nacht von diesem Geruch immer wieder wach (da waren wir dann froh, war unser Zimmer ein undichter Bretterverschlag). Doch der Geruch begleitet uns in der Folge trotz einschäumen uns auswaschen die gesamte Dauer der Reise. Für die nächsten drei Wochen sollte unsere Tagwache fast immer um 6 Uhr sein, Abmarsch um 7. Natürlich nach einem ausgiebigen nahrhaften Frühstück.

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Blick zurueck auf die erste Haengebruecke unseres Treks mit Start in Bhulbhule.
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Wir wanderten vorbei an idyllischen Dörfern…
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…welche meist nur aus einer Strasse bestanden.
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Das gesamte Essen muss  zu Fuss in die höher gelegene Dörfer geschleppt werden, Strasse gibt es keine. Und da frisches Fleisch besser schmeckt als schon länger geschlachtete Tiere, werde auch die Hennen in diesen Drahtgitterkörben gackernd in die Höher getragen, doch meist können die Händler bereits auf halben Weg umdrehen, da sie alle Hühner verkauft haben. Für sie natürlich angenehm, für die höher gelegenen Dörfer ist so aber die Warscheinlichkeit sehr gering, das mal ein Händler bis zu Ihnen hoch kommt mit Frischfleisch. Und so gab es auch bei uns auf dem Teller sehr selten Fleisch… und wenn dann, dann meist aus einer Dose.
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Tja, wenn es nur ein Restaurant gibt im Dorf ist es nicht mal gelogen aber auch nicht schwierig, das beste Essen im Dorf anzupreisen 😉
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Gegen Abend kommen die Leute von Ihrer Arbeit zurück, hier gibt es frisches Gras für die Ziegen oder Maulesel.
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Gerade zuvor wurde vor unseren Augen damit Getreide gemahlen, wir fühlten uns in die Geschichtsstunde zurückversetzt, aber hier wird tatsächlich noch so gearbeitet.

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Dem Marsyangdifluss entlang schlaengelte sich unser Weg Meter um Meter hoeher.

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Die meisten Maulesel sind schön geschmückt, doch auch das konnte Katja nicht umstimmen, dass sie die Tiere besser mochte.
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Schon bald konnte die ersten Schneeberge bestaunen, welche ganzjaehrig mit Schnee bedeckt sind. Im Hintergrund der Himalchuli mit seinen 7’893 Meter.
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Abends gönnten sich unsere Führer, Träger und Köche ab und zu eine Pokerrunde, das war immer ein Riesengaudi.
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Meist sahen wir vorallem die Frauen die harte Feldarbeit erledigen und abends das Tageswerk ins Dorf schleppen, die Männer sind entweder als Träger unterwegs oder auf dem Weg ins Tal um Lebensmittelnachschub zu besorgen.
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Und da niemand zu Hause ist kommen die Kleinen immer im Huckepack mit.
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Unsere beiden Taschen werden vom 18jährigen getragen

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Stephans Versuch die eigenen Reisetaschen auf der Stirne zu tragen…

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Mayestaetisch tronen die 8000-er ueber uns.
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Die Küchecrew beim Abwasch. Hier Nimha Sherpa.
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Immer blitz blank.
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Die Luxusvariante, so bewegen sich die reicheren Familien fort, auf dem 3-wöchigen Trekking haben wir Pferde nur einmal gesehen.
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Annapurna II (7’937 Meter)
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Anfangs hatten unsere Träger noch viele Lebensmittell dabei und waren alle extrem bepackt, aber es gibt Vorschriften, mehr als 40kg darf niemand tragen.
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Die einheimische Jugend auf dem Dorfplatz.
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Und von vielen Unterkünften immer wieder herrliche Aussicht, man ist immer von 6-8’000er umzingelt.
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Ein Gebetsstein mit tibetischen Schriftzeichen.
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Von Hand und mit einfachsten Geräten wird hier der Weg ausgebaut, zu der Zeit läuft man wie durch einen Steinbruch.
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Die sehr imposante und riesige aufgewölbte Steinplattenfelswand, genannt „Swargadwari Danda“, welche sich beinahe über 2’000 Höhenmeter, von 2’800 bis 4’600, erstreckt.
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Je höher wir kamen, desto garstiger und kälter wurde der Wind und auch in den Häusern war es bitter kalt. Hier ein Blick auf das Dorf Lower Pisang. Zudem wurden die Tage in zwei Etappen geteilt. Von 7 bis 13 Uhr liefen wir zu unserer Nachtstätte. Nach dem Mittagessen mussten wir 5 Tage vor der Passüberquerung zur Akklimatisation immer nochmals 500 Höhenmeter aufsteigen (meist in 20-50 Minuten; extrem steil) um unseren Körper an die Höhe zu gewöhnen und dann ging es wieder runter zum Schlafen.
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Hier hatte die Küchenmannschaft mal das Glück, dass sie innerhalb eines Hauses einen Platz zur Verfügung gestellt kriegte, so waren auch sie etwas von der Kälte und dem Wind geschützt.
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Wunderbarerer Ausblick nach einem Aufstieg zu einem kleineren Pass ins Tal von Manang.
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Ein wunderschönes sonniges Plätzchen für die Mittagsrast, die wurden leider ab 3’000Meter sehr selten.
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Auch im Gebirge gibt es überall Tempel um den religiösen Ritualen nachzugehen.
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Braga, sehr spannende und in sich verschachtelte Architektur.
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Wieder auf dem 500m Nachmittagsaufstieg von Manang zum Hundert Rupienmönch.
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Der Hundert Rupienmönch lebt auf 4’000m und verdient seinen Lohn damit für 100 Rupien (1.50 CHF) den Segen für eine gute Passüberquerung zu geben. Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
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Mit einer über 90-jährigen fast blinden Frau zusammen lebt er in einer kleinen Hütte in den Felsen über Manang.
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Die Aussicht von seinem Wohnort ist sensationell. Unten vor dem türkis See liegt Manang, der 600 Höhenmeter-Aufstieg hat sich ein weiteres mal gelohnt.
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Khangsar Kang, 7’485 M.u.M.
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Jann, unser Hilfführer, welcher aber nur Nepali sprach, somit war unsere Verständigung mit Händen und Füssen.
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Unsere Traeger beim Mittagsrast.
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Eine Erfrischung am „Brunnen“.
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MB, unsere Führer mit seiner neuen Schweizer Sonnenbrille, Huber&Suhner sei dank.
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Die Umgebung wurde immer karger, doch das höchste Ziel der Pass kam auch immer näher.
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Der kleine Hügel neben dem Highcamp liegt auf ca. 4’900m und diente der letzten Akklimatisation. Da war es bei Sonnenschein noch warm, am nächsten Morgen sollte es dann bei eisiger Kälte im Dunkeln Richtung Thorung-La Pass und auf über 5’400m hoch gehen.
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Fuer die Strapazen wurden wir auf 5’416 Meter ueber Meer mit tollem Wetter und einer genialen Aussicht belohnt.


25. Oktober 2007

Ankunft in Nepal

Die Wartezeit auf den Anschlussflug von Bangkok nach Kathmandu war hart, doch wir hielten uns mit shoppen und Kaffee mehr oder weniger wach ;-)…

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Wir sassen auf der richtigen Seite im Flugzeug und hatte eine herrliche Sicht auf das Himalayagebirge. Auf diesem Bild der höchste Berg der Welt, der Everest mit seinen 8’848 Metern.
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Endlich waren wir zurück im Land der wunderschönen und hohen Berge, diesmal soll es mit unserem Trek um den Annapurna klappen.

Kurz nach der Ankunft machten wir uns gleich auf in die schmalen Gassen des Thamel, ein Teil der Altstadt von Kathmandu. Hier einige Eindruecke von einem Streifzug durch die fantastische aber auch chaotische und laute Hauptstadt Nepals. Seit unserem Besuch ist es durch noch mehr Verkehr noch lauter und hektischer geworden…
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Geschaefte jeglicher Art

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Ein hinduistischer Schrein
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Unterwegs wurden wir von Schuelern angesprochen, welche Touristen fuer ihre Umfrage suchten. Kaum hatten wir dem Ersten seine Fragen beantwortet, kam der Naechste! Mit etwas „anderen“ Fragen… Es war ganz amuesant mit die Schulkindern zu plaudern, obwohl die Einen mit ihrem Englisch schon bald an Ihre Grenzen stiessen, wenn nicht Fragen aus den Schulbüchern kamen und wir leider kein Nepali sprechen.

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Dann gings weiter zu weiteren Tempeln…

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…und schliesslich in den Patan, aehnlich dem Durbar Square, beides zwei sehr alte Stadtteile in Kathmandu.

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Dieses Gebiet ist inzwischen geschuetzt worden und mit ein wenig Eintrittsgeld der Touristen kann er restauriert und in seinen urspruenglichen Formen mit sehr viel Holzschnitzereien erhalten bleiben.

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Bei unserem diesjaehrigen Besuch fiel uns auf, dass vielerorts aus Bambus Schaukeln fuer die Kinder gemacht wurden. Auf diesen „Rittiseili“ wird einem wohl das Adrenalin durch die Adern gepumpt!!!

Am naechsten Tag machten wir einen Ausflug zu der Pashupatinath.

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Das Ziel eines jeden nepalesischen Hindus ist es, hier nach dem Tod das sogenannte Himmelsbegräbnis zu bekommen, indem die Seele mit dem Rauch in den Himmel steigt und die Asche den Fluss hinunterfliesst. Meist führt der Ehepartner/In das Begräbnis durch, was sehr anstrengend ist und Stunden dauert.

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Natürlich dürfen auch die Yogis an einer solch heiligen Stätte nicht fehlen.

Sie haben sich gelöst von materiellen Wünschen und verbringen den Tag mit Meditieren, Yoga und Beten und sie leben von Almosen. Die Yogis betteln nicht sehr aktiv, meist kriegen sie Spenden von jedem der Ihnen begegnet.

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Auch den Affen gefällt es beim Pashupatinath, bei so vielen Menschen hat es immer das Eine oder Andere Feine zum Klauen…

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Diese wunderschönen Farben sind alle aus natürlichen Materialien (meist Pflanzenbestandteilen) hergestellt und werden je nach Fest zur Schmueckung der Stirn verwendet.

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Der typische tägliche Markt etwas ausserhalb von Thamel.
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Diese Szene scheint eigentlich sehr gesittet, etwas das wir während unseres Nepalaufenthaltes nie erlebt haben! Achtet auf den zweiten Toeffahrer von links. Der ist fuer europaeische Verhaeltnisse ziemlich weit auf der Gegenfahrbahn, ein Geisterfahrer!
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27. Oktober 2005

Kathmandu

Waehrend unseren zwei Aufenthalten in Kathmandu, vor und nach dem „Trek“ , machten wir ausser Shopping auch noch etwas Sightseeing. Am Besten nimmt man sich ein Taxi, sollte den Fahrpreis aber immer im voraus abmachen und handeln. Soviel Taxi wie auf diesem Trip sind wir in unserem Leben noch nie gefahren , aber oft ist es die beste Moeglichkeit um von A nach B zu kommen. Die Taxis in Nepal sind noch kleiner als Fiat Panda, da die Strassen sehr eng sind. Somit war es draussen und drinnen eng, wenn wir zu viert in ein Taxi stiegen :-).
Da es nach der Rueckkehr nach Kathmandu um Katjas Magen noch nicht besser stand, entschieden wir uns, auf diesem Trip in Nepal kein weiteres Trekking zu versuchen, so besuchten wir noch einige Sehenswuerdigkeiten, genossen die beiden Tage eines Festivals in Kathmandu und liessen uns von den vielen Shops zum Einkaufen verfuehren…
Aber bereits bei einem Spaziergang durch die Gassen kann man viele schoene, versteckte Dinge entdecken. Versteckte Plaetze oder Stupas

Zusaetzlich wollten wir natuerlich die Buddnath Stupah besuchen. Allueberall in den Gassen von Kathmandu verkaufen sie alle moeglichen Souvenire mit den beruehmten Buddha Augen.

Rund um die Stupah gibt es Dachrestaurants, von welchen man einen herrlichen Blick auf die Stupah und auf die umliegenden Bergketten haette, uns musste der schoene Blick auf die Stupah reichen, aber dieser ist schon wunderbar.

Einen weiteren Tag verbrachten wir damit, die Altstadt und den Durbar Square von Patan, dieser befindet sich etwas ausserhalb der City, zu besuchen. Somit ist dieser Teil weniger ueberlaufen als der Durbar Square mitten im Zentrum von Kathmandu. Wir nahmen uns Zeit und schlenderten durch die wunderschoenen Gassen und genossen die Ruhe ohne hektischen Verkehr verglichen mit Kathmandu. Auch der Durbar Square selbst ist groesser und imposanter als derjenige im Zentrum und ist viel weniger touristisch. Zudem hatten wir das Glueck, dass wir waehrend der Festivalvorbereitungen dort waren. Alles war voller Verkauefer: Gemuese und Fruechte wurden feil geboten, aber vorallem Enten und Huehner. Jeder Verkaeufer hatte mindestens vier Huehner oder Enten kopfueber in den Haenden bis er einen Abnehmer fand, der dann das Gefieder unter den Arm nahm und davon marschierte. Natuerlich versuchten wir, wie immer seit wir in Asien sind, nicht zu nahe an das Geschehen heran zu treten ,wenn wir Gefluegel sehen (Vogelgrippe), doch wir koennen euch sagen, dass ist nicht immer einfach, vorallem etwas auf dem Land draussen, da kommen einem Huehner auf der Strasse entgegen wie bei uns Katzen oder Hunde. Aber es war wirklich eindruecklich das mal mit zu erleben.

Auch wenn man nicht speziell auf die Suche nach Sehenswuerdigkeiten geht und einfach etwas in der Stadt herumspaziert, findet man schoene Sujets.

Der zweite Tag des Festivals war ebenfalls sehr speziell. An diesem Tag steigen alle Nepalesen auf die Daecher und lassen Drachen steigen. Der ganze Himmel ueber Kathmandu war farbig. Einfach wunderbar. Wir stiegen ebenfalls aufs Dach des Hotels und konnten ca. 2 Stunden mit den Knaben und Maedchen des Nachbardaches Drachen steigen lassen, oder es zumindest versuchen ;-). Hier haben sie ganz einfache Drachen mit nur einer Schnur, so haben wir (oder besser gesagt Stephan hatte die bessere Ausdauer) es auch mit Anweisungen des Nachbarsjungen doch nie geschafft, das Ding in die Luefte zu kriegen. Aber es war trotzdem sehr schoen mit den Kindern so lange zu spielen.

Und natuerlich konnten wir Nepal nicht verlassen, bevor wir das Koennen der nepalesischen Naeher nicht ausprobiert hatten. Hier kann man sich auf Bestellung ein bestimmtes Sujet auf alles moegliche Naehen lassen. Manchmal mit weniger, manchmal mit mehr Erfolg.
Nach einigen weiteren Tagen in Kathmandu verliessen wir etwas frueher als geplant Nepal in Richtung Thailand.


22. Oktober 2005

„Trekking…“

Nach dem Elefantentag machten wir uns auf nach Pokhara. Dies ist die 2. groesste Stadt des Landes und liegt ca. 200 km westlich von Kathmandu. Das Land bevoelkern 26 Mio. Einwohner, doch nur gut 0.5 Mio. leben in der Hauptstadt. (Ist vielleicht auch gut so, denn sonst waere das Verkehrschaos noch schlimmer!). Pokhara liegt am Phewa Tal (See) und ist der ideale Ausgangspunkt fuer Treks.

Wir haben leider nicht so Wetterglueck und die Berge sind von Wolken verschleiert. Es regnet beinahe jeden Tag 1 Mal. Doch wir lassen uns die Laune nicht verderben und geniessen das Leben im Backpacker Paradies Pokhara.

Nach ein paar wunderschoenen gemeinsamen Tagen mit Geoff und Lonna trennten wir uns, da sie nach Thailand weiterreisen und wir uns fuer den Trek rund um den Annapurna bereit gemacht hatten. Fuer diesen Trek wird mit 16-21 Tagen gerechnet. Wir starteten frueh am Morgen und fuhren mit dem Bus 4 Stunden zum Startpunkt Besishar.Nach dieser Busfahrt war Katja auf der ganzen rechten Seite nass, da es waehrend der Fahrt regnete und die Busse nicht die neusten Modelle sind ;-), dass sollte jedoch nicht das letzte mal fuer heute sein…
In Besisahar wechselten wir den Bus um weitere 60 Minuten ins Tal hinauf fahren zu koennen. Es gab eine laengere Diskussion mit dem Kondukteur. Er wollte ploetzlich den doppelten Fahrpreis nach der Fahrt, obwohl wir vor der Abfahrt 3 Leute inkl. des Fahrers nach dem Preis gefragt hatten. Nach endlosen Diskussionen steckte ihm Stephan den offiziellen Fahrpreis einfach ins T-Shirt, wir drehten uns ab und machten uns zu Fuss auf den Weg. Viele Flussueberquerungen auf wackligen, halb vermoderten Haengebruecken erwarteten uns.

Die Landschaft ist wunderschoen, was wir sehen konnten, denn die Wolken wurden immer dunkler und gaben keine Bergspitze preis.

Da wir uns ein Tagesziel gesetzt hatten, wanderten wir in einem rasanten Tempo den Trail entlang. Uns kamen viele Sherpas (Traeger) und Maultiere entgegen.

An einer schmalen Passage kickte ein beladenes Maultier Katja einfach in das ca. 1 Meter darunterliegende Reisfeld! Ohne sich umzusehen und sich zu entschuldigen lief es weiter ;-). Da das Reisfeld natuerlich noch unter Wasser stand war sie nach dieser Bruchlandung heute zum zweiten Mal nass, diesmal aber klitschnass inklusive Rucksack! Im Nachhinein koennen wir darueber lachen, aber ihr haettet ihr Donnerwetter gegen den „dummen Esel“ hoeren sollen nachdem sie sich vom ersten Schock erholt hatte… Eigentlich hatte sie noch Glueck im Unglueck, denn da sie nur mit einem Bein einen Meter runterfiel haette sie sich locker einen Baenderriss auf den grossen glitschigen Steinen zuziehen koennen. Doch gluecklicherweise verletzte sie sich nicht und wir konnten nach Katjas Wutausbruch weiterlaufen. Sie hatte nun das Kriegsbeil (oder den Klappstuhl (fuer „Der Schuh des Manitu“-Kenner) gegenueber den Maultieren ausgegraben ;-).

Katja wollte nur noch weg von diesem Ungluecksfleck und so verschaerften wir das Tempo nochmals. Das war auch gut so, denn die Wolken zogen sich mittlerweile bedrohlich ueber uns zusammen und kurz nachdem wir unser erstes Nachtlager bezogen hatten, begann es wiedermal zu giessen. Nach einer kalten Dusche und einem Candlelight-Dinner (der Strom ging im ganzen Tal aus) legten wir uns muede schlafen. Leider konnte Katja nicht recht schlafen, die Warnung wegen Dieben und Ueberfaellen liessen ihr keine Ruhe und sie hoerte jedes Knacken und Geraeusch. Und wenn man so wach liegt hat man viel Zeit nachzudenken. Unsere ersten Hosen und T-Shirts waren bereits nass, bei Stephan einfach aus einem anderen Grund… (natuerlich schwitzen, die Volleybaelleler kennen das ja 😉 ) . Und in diesem feuchten Wetter hatten wir keine Chance die Sachen wieder trocken zu kriegen und da wir noch mind. 17 Tage vor uns hatten, aber nur das absolute Minimum an Kleidern dabei hatten, waeren uns diese bereits sehr frueh ausgegangen und wir sollten noch ueber einen Pass von ueber 5’000m ! (ja, ja, ich denke diese Passage war nun fuer die Maenner langweilig und unverstaendlich, aber die Frauen werden diese Ueberlegungen verstehen…). Zudem hatte Katja seit drei Wochen Durchfall und war in Kathmandu mit Fieber im Bett und somit geschwaecht, da fragte sie sich ausserdem, ob sie diesen Trek ueberhaupt schaffen kann, vorallem ohne guten, erholsamen Schlaf . Und dann noch das Wetter welches einfach nicht mitspielen wollte und uns den traumhaften Blick verwehrte.
Um Mitternacht (nachdem Stephan bereits friedlich 3 Stunden gebacken hatte) war dann Lagebesprechung und wir entschlossen uns, am naechsten Tag umzudrehen. Doch diese Enscheidung dann am Morgen durchzuziehen fiel uns schwer, denn man konnte einige Bergspitzen und etwas baluen Himmel sehen, einfach fabelhaft!

Katja wollte es doch versuchen, doch wenn sie dann die naechste Nacht wieder nicht haette schlafen koennen, haetten wir 2 Tage denselben Weg zuruecklaufen muessen statt nur einen Tag. So gaben wir uns schweren Herzens der Vernunftsentscheidung hin und traten den Rueckweg an. Im Nachhinein muessen wir sagen, dass es die richtige Entscheidung war, die Kraft haette auch mit tieferem Tempo gefehlt, im Endeffekt brauchte Katja sogar eine Antibiotika-Kur um den Magen wieder auf Vordermann zu bringen.

Beim Zuruecklaufen waren wir erstaunt, wieviele Kilometer und Hoehenmeter wir am Vortag in aufsteigender Richtung gemeistert hatten, wir hatten fuer den Abstieg fast gleich“kurz“.

Auf dem Rueckweg kreuzten wir noch eine Gruppe Drahtesel, „im wahrsten Sinne des Wortes“ 🙂

Unten nahmen wir wieder den Lokalbus das Tal hinunter, doch diesmal war es ein ziemliches Erlebnis. Stephan zuhinterst im Bus war eingeklemmt zwischen 2 sabbernden Ziegen (lebendigen), den Sitzen und einem kleinen Jungen der immer auf seinen Schoss krabbeln wollte und ich sass zuvorderts ruecklings auf der Gangschaltungserhoehung beim Chauffeur und rundherum waren alle Sitze drei oder gar vierfach! belegt. Blickkontakt konnten wir zwei nicht herstellen, denn auch der Korridor war doppelt belegt, die Haelfte stand, die andere Haelfte sass auf dem Boden, ausserhalb der offenen Tuere hingen 5 Leute und das Dach war ebenfalls randvoll.


Sorry fuer das schlechte Bild, aber eben, der Bus war uebervoll! Mit dem beigen Hut ganz hinten ist Stephan zu erahnen und gerade davor die Ziegen…

So was hatten wir noch nie erlebt! So fuhren wir mit einem vollstaendig 3-fach ueberladenen Klapperbus in rasantem Tempo das Tal hinunter, durch Fluesse, ueber Gestein und andere Hindernisse und waren froh, als wir heil unten ankamen (…fuer unsere Eltern: wir versuchen solche gefaehrlichen Sachen wirklich zu vermeiden, aber manchmal gibt es nur die Eine Moeglichkeit…).
Leider hatten wir unten angekommen natuerlich gerade den letzten Bus zurueck nach Pokhara um 5 min. verpasst (der letzte fuhr um halb eins am Mittag, obwohl die Fahrt nur 2 Stunden dauert). Doch da wir uns in den Kopf gesetzt hatten Pokhara heute noch zu erreichen charterten wir kurzerhand einen klapprigen Jeep der uns nach Dumre fahren sollte, da dort noch spaeter Busse nach Pokhara abfuhren. Wie koennte es anders sein, der Jeep machte kurz ausserhalb des Dorfes bereits schlapp, nach ca. 4 von den 45km. Kein Wank mehr, auch der Reservekanister und anstossen half nichts. So stoppten wir einen anderen vorbeifahrenden Jeep und fragten, ob er uns nach Dumre faehrt. Dem anderen Fahrer gaben wir nur einen Bruchteil des abgemachten Preises und luden um. Dann gings rasant vorwaerts und wir erreichten Dumre gerade im Moment, als der Bus nach Pokhara startete.

In 10 Sekunden stiegen wir um und liessen uns erschoepft in die Sitze fallen. Die Sitze waren fuer unsere breiten Fuedlis natuerlich wieder zu schmal, und einer konnte nur halb auf dem Sitz Platz nehmen, doch diesmal war uns alles egal, hauptsache wir kamen an. Auf dem Weg vom Busbahnhof in unsere Lodge konnten wir in all diesen Tagen zum ersten Mal die Spitze des Annapurna sehen, auf dessen Umrundung wir nun eigentliche haetten sein muessen, einfach gigantisch diese Berge, aber auch dieser Anblick war nur von kurzer Dauer bevor die Wolken alles wieder in grau huellten.

Nach einem sehr langen und anstrengenden zweiten Tag waren wir enttaeuscht wieder zurueck in der Butterfly Lodge in Pokhara (welche wir uebrigens sehr empfehlen koennen). Wir genossen noch einen Tag das dolce far niente in Pokhara bevor wir frueher als geplant wieder zurueck nach Kathmandu fuhren.


11. Oktober 2005

Baden mit Elefanten

Es war extrem heiss und feucht im Chitwan National Park. Dieser Park liegt ein paar Meter ueber dem Meeresspiegel und das in Nepal mit all den hohen Bergen! Man hat nie ausgelernt.;-). Morgens um 6 Uhr reservierten wir uns einen Elefanten um auf seinem Ruecken in den Jungel zu trotten. Zu 4 sassen wir in einem Korb ca. 3 Meter ueber dem Boden und schaukelten vor uns hin. Kurz vor der Flussdurchquerung sahen wir ein Rhino!

Auf der anderen Seite des Flusses pirschten wir uns etwas naeher ran. Fantastisch diese Tiere! Gluecklicherweise haben wir zum Schutz noch einen tonnenschweren Elefanten unter uns, denn solche Nashoerner koennen den Menschen ganz gefaehrlich werden!

Weiter gings ins Dickicht des Urwalds. Gemaechlich bahnen wir uns einen Weg durch das Dickicht, die Aeste der Baeume kommen uns auf dieser Hoehe ploetzlich ganz nahe.

Bei einem Schlammloch finden wir nochmals 4 Rhinos. Sie sind gerade dabei es sich darin bequem zu machen. Es gibt etwas ein Gerangel, ein Nashorn wendet sich uns zu und schnaubt und bruellt uns oder unseren Elefanten an. Da flattert unsere Untersatz mit den Ohren und macht ein paar Schritte rueckwaerts bis ein Baum in bremst. Die Situation beruhigt sich wieder und wir geniessen die Tiere in freier Natur.

Dann liefen wir, oder besser gesagt unsere Elefant, weiter und entdecken noch einen Hirsch im Unterholz liegend. Unser Elefant knickte auf geheissen seines Meisters ein Ast mit seinem Ruessel weg, damit wir bessere Sicht hatten. Unser „Ausritt“ neigte sich langsam dem Ende entgegen, da war aber wiederum die Flussueberquerung um wieder aus dem Park zu gelangen. Schon ein tolles Gefuehl auf dem Ruecken eines Elefanten durch einen reissenden Fluss zu stampfen.

Um die Mittagszeit ist jeweils das Waschen der Elefanten angesagt. Wir montierten unsere Badehosen und huepften ins Wasser.


zuerst auf dem Ruecken…


…und auf Geheiss des Elefantenfuehrers legt sich der Elefant auf die Seite und verschafft einem einen Gratisfreiflug ins Nass!

Ein riesen Gaudi war das! 🙂 Mit einem lauten „Choop“ kriegte man auf dem Ruecken des Elefanten sitzend oder stehend eine Gratisdusche aus seinem Ruessel… Das koennten wir stundenlang machen.

Am Abend schauten wir uns noch das Elefant Breeding Center an, waren aber eher enttaeuscht, wie die Tiere dort gehalten werden. Das war ein Tag voll mit Elefanten, es hat extrem Spass gemacht!


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