Von Kathmandu zum Thorung-La Pass

Frühmorgens wurden wir im Hotel abgeholt und haben beim einsteigen in den Bus noch nicht begriffen, dass alle Passagiere (11 Leute) in den folgenden 3 Wochen alle für uns arbeiten werden, diese Erkenntnis kam erst im Laufe der Fahrt nach Bhulbule. Doch diese Fahrt führte uns nochmals vor Augen, dass in den letzten zwei Jahren die Anzahl Verkehrsmittel (v.a. Autos) in Nepal explodiert ist, die Strassen aber immer noch dieselben sind, einfach in noch schlechterem Zustand, da sie nicht für diese Anzahl Fahrzeuge errichtet wurden. Für eine Strecke von ca. 100 km hatten wir fast 7 Stunden, aber eigentlich nur deswegen, da niemand die Strassensitten einhält. Alle standen kreuz und quer bis niemand mehr durchkam, danach wichen sie noch auf die Vorplätze der Häuser aus um als Schnellster vorwärts zu kommen… Inmitten des Chaos ein Polizist mit einer Pfeiffe, er war in voller Aktion nur niemand hörte auf ihn oder beachtete ihn 😉

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Einmal auf der Strecke gab’s einen Halt für das Mittagessen, wir waren bereits extrem spät dran, aber ein Pitstop musste sein nach über 5 Stunden nonstop Fahrt. Leider war das Lunchpaket nicht die beste Idee, das sollte aber vorallem Stephan erst in den nächsten Tage zu spüren bekommen. Nach der Rast ging es zügig weiter, wir wollten ja noch den letzten Bus von Bhulbule nach Bahundanda erwischen. Da wir diesmal mit einem Führer unterwegs waren durften wir durch das ganze Dorf fahren bis ans Ende wo der offizielle Bus weiterfährt, vor zwei Jahren wurden wir anfang Dorf abgeladen und durchquerten mit dem Gepäck die Ortschaft bis wir am Ende in den Bus steigen konnten. Schon letztes Mal war die Busfahrt ein spezielles Erlebnis, aber was uns diesmal erwartete sollte als bisher schlimmste und gefährlichste Busfahrt in unser Tagebuch eingehen. Bis unser gesamtes Gepäck von Dach zu Dach umgeladen wurde war der Bus bereits zum Bersten voll und sie hingen bereits aussen am Bus. Unser Führer fragte uns dann, ob es uns etwas ausmacht, mit unserer Crew auf dem Dach mitzufahren. „No problem, wir sind ja sportlich und keine Weicheier!“ Dieser Entscheid sollte uns schon bald Leid tun. Natürlich sorgte unser Führer dafür, dass wir die Besten Plätze bekamen in der Mitte zwischen dem Gepäck, die Träger sassen auf den Eisenstangen ein Bein über den Bus hängend, doch als es losging hiess es, Blick nach vorne und immer schön den Kopf einziehen, damit uns die herunterhängenden Stromkabel nicht erdrosselten. Genügend weit vom Dorf entfernt gab es anstatt Strommasten Bäume mit tiefliegenden Ästen, entspannen konnte man sich nie auch nicht da die Strassen keine Strassen sondern auch ab und zu ausgewaschene Bachbeete waren und der dreifach überladene Bus so gefährlich gegen den Abgrund schwankte, dass uns immer wieder Angst und Bang wurde. Wir sahen uns schon in einer kleinen Randnotiz „Busunfall in Nepal, zwei Schweizer unter den Opfern“.

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Natürlich ging die Reise über eine Stunde und so froh darüber, dass wir angekommen waren waren wir noch nie und wir haben doch auch schon einige Busfahrten in Südamerika hinter uns! Da wir so spät ankamen war die vorgesehene Unterkunft bereits voll und wir wurden in einem sehr einfachen Bretterverschlag untergebracht.

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Doch bereits am ersten Tag sollten wir den Luxus unserer Tour zu spüren bekommen. Wir konnten der Küchencrew beim Kochen im Freien zusehen, da wurde gewaschen, geschnetzelt, gebrutzelt und gekocht was das Zeug hielt. Doch alles war noch sehr neu für uns und alles eine Überraschung. Leider stellten wir im Zimmerchen dann auch fest, dass doch nicht alles die Busfahrt so ohne Schaden überstanden hatte. Katjas Rucksack und Regenjacke diente für einen Träger als Sitzunterlage, der nebenan sass auf einem Kerosinkanister, welcher unter der Last riss, so wurde die Jacke und der gesamte Rucksack während einer Stunde getränkt und da es nicht Benzin war, wie wir zuerst glaubte und alles aufhängen zum verlüften nichts nützte wurden wir die ganze Nacht von diesem Geruch immer wieder wach (da waren wir dann froh, war unser Zimmer ein undichter Bretterverschlag). Doch der Geruch begleitet uns in der Folge trotz einschäumen uns auswaschen die gesamte Dauer der Reise. Für die nächsten drei Wochen sollte unsere Tagwache fast immer um 6 Uhr sein, Abmarsch um 7. Natürlich nach einem ausgiebigen nahrhaften Frühstück.

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Blick zurueck auf die erste Haengebruecke unseres Treks mit Start in Bhulbhule.
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Wir wanderten vorbei an idyllischen Dörfern…
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…welche meist nur aus einer Strasse bestanden.
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Das gesamte Essen muss  zu Fuss in die höher gelegene Dörfer geschleppt werden, Strasse gibt es keine. Und da frisches Fleisch besser schmeckt als schon länger geschlachtete Tiere, werde auch die Hennen in diesen Drahtgitterkörben gackernd in die Höher getragen, doch meist können die Händler bereits auf halben Weg umdrehen, da sie alle Hühner verkauft haben. Für sie natürlich angenehm, für die höher gelegenen Dörfer ist so aber die Warscheinlichkeit sehr gering, das mal ein Händler bis zu Ihnen hoch kommt mit Frischfleisch. Und so gab es auch bei uns auf dem Teller sehr selten Fleisch… und wenn dann, dann meist aus einer Dose.
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Tja, wenn es nur ein Restaurant gibt im Dorf ist es nicht mal gelogen aber auch nicht schwierig, das beste Essen im Dorf anzupreisen 😉
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Gegen Abend kommen die Leute von Ihrer Arbeit zurück, hier gibt es frisches Gras für die Ziegen oder Maulesel.
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Gerade zuvor wurde vor unseren Augen damit Getreide gemahlen, wir fühlten uns in die Geschichtsstunde zurückversetzt, aber hier wird tatsächlich noch so gearbeitet.

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Dem Marsyangdifluss entlang schlaengelte sich unser Weg Meter um Meter hoeher.

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Die meisten Maulesel sind schön geschmückt, doch auch das konnte Katja nicht umstimmen, dass sie die Tiere besser mochte.
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Schon bald konnte die ersten Schneeberge bestaunen, welche ganzjaehrig mit Schnee bedeckt sind. Im Hintergrund der Himalchuli mit seinen 7’893 Meter.
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Abends gönnten sich unsere Führer, Träger und Köche ab und zu eine Pokerrunde, das war immer ein Riesengaudi.
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Meist sahen wir vorallem die Frauen die harte Feldarbeit erledigen und abends das Tageswerk ins Dorf schleppen, die Männer sind entweder als Träger unterwegs oder auf dem Weg ins Tal um Lebensmittelnachschub zu besorgen.
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Und da niemand zu Hause ist kommen die Kleinen immer im Huckepack mit.
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Unsere beiden Taschen werden vom 18jährigen getragen

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Stephans Versuch die eigenen Reisetaschen auf der Stirne zu tragen…

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Mayestaetisch tronen die 8000-er ueber uns.
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Die Küchecrew beim Abwasch. Hier Nimha Sherpa.
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Immer blitz blank.
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Die Luxusvariante, so bewegen sich die reicheren Familien fort, auf dem 3-wöchigen Trekking haben wir Pferde nur einmal gesehen.
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Annapurna II (7’937 Meter)
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Anfangs hatten unsere Träger noch viele Lebensmittell dabei und waren alle extrem bepackt, aber es gibt Vorschriften, mehr als 40kg darf niemand tragen.
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Die einheimische Jugend auf dem Dorfplatz.
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Und von vielen Unterkünften immer wieder herrliche Aussicht, man ist immer von 6-8’000er umzingelt.
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Ein Gebetsstein mit tibetischen Schriftzeichen.
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Von Hand und mit einfachsten Geräten wird hier der Weg ausgebaut, zu der Zeit läuft man wie durch einen Steinbruch.
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Die sehr imposante und riesige aufgewölbte Steinplattenfelswand, genannt „Swargadwari Danda“, welche sich beinahe über 2’000 Höhenmeter, von 2’800 bis 4’600, erstreckt.
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Je höher wir kamen, desto garstiger und kälter wurde der Wind und auch in den Häusern war es bitter kalt. Hier ein Blick auf das Dorf Lower Pisang. Zudem wurden die Tage in zwei Etappen geteilt. Von 7 bis 13 Uhr liefen wir zu unserer Nachtstätte. Nach dem Mittagessen mussten wir 5 Tage vor der Passüberquerung zur Akklimatisation immer nochmals 500 Höhenmeter aufsteigen (meist in 20-50 Minuten; extrem steil) um unseren Körper an die Höhe zu gewöhnen und dann ging es wieder runter zum Schlafen.
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Hier hatte die Küchenmannschaft mal das Glück, dass sie innerhalb eines Hauses einen Platz zur Verfügung gestellt kriegte, so waren auch sie etwas von der Kälte und dem Wind geschützt.
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Wunderbarerer Ausblick nach einem Aufstieg zu einem kleineren Pass ins Tal von Manang.
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Ein wunderschönes sonniges Plätzchen für die Mittagsrast, die wurden leider ab 3’000Meter sehr selten.
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Auch im Gebirge gibt es überall Tempel um den religiösen Ritualen nachzugehen.
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Braga, sehr spannende und in sich verschachtelte Architektur.
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Wieder auf dem 500m Nachmittagsaufstieg von Manang zum Hundert Rupienmönch.
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Der Hundert Rupienmönch lebt auf 4’000m und verdient seinen Lohn damit für 100 Rupien (1.50 CHF) den Segen für eine gute Passüberquerung zu geben. Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
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Mit einer über 90-jährigen fast blinden Frau zusammen lebt er in einer kleinen Hütte in den Felsen über Manang.
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Die Aussicht von seinem Wohnort ist sensationell. Unten vor dem türkis See liegt Manang, der 600 Höhenmeter-Aufstieg hat sich ein weiteres mal gelohnt.
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Khangsar Kang, 7’485 M.u.M.
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Jann, unser Hilfführer, welcher aber nur Nepali sprach, somit war unsere Verständigung mit Händen und Füssen.
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Unsere Traeger beim Mittagsrast.
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Eine Erfrischung am „Brunnen“.
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MB, unsere Führer mit seiner neuen Schweizer Sonnenbrille, Huber&Suhner sei dank.
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Die Umgebung wurde immer karger, doch das höchste Ziel der Pass kam auch immer näher.
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Der kleine Hügel neben dem Highcamp liegt auf ca. 4’900m und diente der letzten Akklimatisation. Da war es bei Sonnenschein noch warm, am nächsten Morgen sollte es dann bei eisiger Kälte im Dunkeln Richtung Thorung-La Pass und auf über 5’400m hoch gehen.
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Fuer die Strapazen wurden wir auf 5’416 Meter ueber Meer mit tollem Wetter und einer genialen Aussicht belohnt.

Ein bisschen „Indian Summer“

In unseren kurzen Herbstferien wollten wir den Bruder von Stephan, welcher seit fast 3 Jahren in New York lebt und den wir schon lange nicht mehr gesehen hatten besuchen. Nach einem angenehmen Flug landeten wir auf dem JFK und fuhren mit der Metro direkt zum Business Viertel indem Thomas arbeitet. Wir konnten bereits den ersten Blick auf ein Wahrzeichen erhaschen.

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Dann lernten wir ein verstecktes Gässli, das eher an Europa als an Amerika erinnert, kennen und liessen uns verköstigen.

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Am Abend wollten wir dann etwas von der verrückten Halloween Party sehen und wurden von den Darstellern aus Pulp Fiction begleitet…

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Da wir nicht das erste Mal in New York waren war der Fokus unsere Besichtigungstour etwas anders, aber der Stier von der Wallstreet durfte doch nicht fehlen, obwohl wir für dieses Foto mit den Japanern um die Wette Schlangen gestanden sind 😉

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Immer noch beeindruckt waren wir von den unglaublich vielen in den Himmel strebenden Wolkenkratzern

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obwohl hier zwei berühmte Türme auf dem Bild, verglichen mit unserem letzten Besuch, fehlten. Diese Lücke nun in Wirklichkeit zu sehen ging uns recht nahe und wir konnten nicht einfach so vorbei gehen.

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Eindrucksvolle Bilder an der Wand zur neuen Baustelle die diesen Tag nicht vergessen lassen sollen…

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Dieses Bild spricht Bände!

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Ein Fahrzeug von einigen tragischen Helden, auch heute sind sie unerbittlich zum Helfen im Einsatz

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Schon bald machten wir uns auf den Weg mit dem Greyhound von New York nach Boston, denn Katja wollte eine Schulkollegin welche vorübergehend in Boston arbeitet besuchen und dabei etwas mehr von der Umgebung von New York sehen. Die Fahrt war sehr angenehm und je weiter wir in den Norden kamen umso mehr leuchteten uns die Farben des Indian Summer entgegen.

Nach Ankunft nahmen wir gleich Boston mit Hilfe von Andreas‘ Tipps unter die Füsse. Mehr oder weniger der „red line“ (roten Linie) folgend schlenderten wir durch die europäisch angehauchte Stadt.

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Bevor wir es uns im Gebiet der Fishermans Wharf gut gehen liessen. Vorallem Stephan kam in der Kingfish Hall voll auf seine Kosten, für Katja gabs aber auch ein Menu ohne Fisch in der Karte. Sieht doch lecker aus, oder?

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Danach liefen wir die Schicki-Micki Einkaufsmeile (Newbury Street) entlang welche sehr an England erinnert und mit den herrlichen farbigen Bäumen eine wunderschöne Kulisse bot für diesen Spaziergang.

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Weiter ging es in Richtung Longfellow Bridge wo wir einen wunderschöne Abendstimmung geniessen durften (inkl. Segelbooten)

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Abends trafen wir uns dann mit Andrea und Sebastian zum mexikanischen Essen. Ist natürlich toll wenn man in einer fremden Stadt jemanden hat der einem vor Reinfällen verschont (das wissen wir seit unserer Reise umso mehr zu schätzen) und ein Gaumenschmaus erleben lässt. Leider gibt es von diesem gemütlichen Abend keine Bilder aber dies ist vielleicht auch besser so denn der Margaritha war einfach zu gut um bei einem Glas zu bleiben 😉 .

Die Nacht durften wir dann bei den Beiden in Ihrem schönen warmen Haus (mit pfeiffender Dampfheizung ( dies wurde uns am Abend vorher noch erklärt, damit wir dann als Bodenheizungsgroofties in der Nacht nicht erschrecken) verbringen. Am Morgen wurden wir wieder durch herrlichen Sonnenschein empfangen. Es war zwar bitter kalt aber die Farben waren fantastisch.

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Nach der Busfahrt schauten wir uns noch kurz auf dem Areal von Cambridge um. Sehr schön angelegt, hoffentlich geniessen es die Eliteschüler auch ein bisschen und schauen nicht nur in ihre Bücher…

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Dann gings zum Prudential Center, dort war das Observation Desk unser Ziel um die Stadt auch von oben zu sehen, denn wer Stephan kennt der weiss, solche Perspektiven faszinieren ihn unglaublich und man bringt ihn kaum mehr runter von diesen Platformen ;-).

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Diesmal ging es bequem per Lift in die Höhe nicht wie in Holland per Treppensteigen (sonst hätten wir warscheinlich unseren Bus zurück verpasst)

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Boston gefiel uns sehr gut, die Stadt ist weniger Hektisch als New York und hat sehr viel Flair mit dem Mix aus Europa. Doch unser zweitägiger Ausflug war bereits vorbei uns es hiess zurück nach New York, denn wir hatten auch dort noch einige Leckerbissen auf dem Programm. An dieser Stelle jedoch (obwohl es bereits Monate zurückliegt) nochmals ein herzliches Dankeschön für die gute schriftliche Reisebegleitung für das Sightseeing, die Gastfreundschaft und den herrlichen Abend an Andrea und Sebastian.

Zurück in New York besuchten wir noch einige Museen, unter anderem die Ausstellung von Ron Mueck im Brooklyn Museum, welcher Menschen in unglaublicher Detailtreue und Lebensechte herstellt!!!

Aber auch in der Metro kann man Kunst entdecken man muss nur die Augen etwas offen haben.

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An einem Tag führte uns dann Thomas etwas durch das etwas weniger bekannte New York abseits der grossen Touristenattraktionen.

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Aber auch hier durfte der Blick von oben nicht fehlen und da es ein neues Observation Desk auf dem Rockefeller Center gab mussten wir uns diesmal nicht pickfein anziehen und ein heidenvermögen für einen Orangensaft ausgeben um den Blick auf die Stadt zu geniessen (früher war die einzige Möglichkeit diese Aussicht zu haben wenn man Einlass in die Bar im Rockefeller Center kriegte, was nicht immer allen gelang 😉 ).

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Unser Aufenthalt hier oben dauerte auch seine Zeit…

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… bis die Sonne unterging.

Am Wochenende ware wir sehr gespannt auf den New York Marathon. Wir positionierten uns an der Strasse nachdem die Läufer von Brooklyn zurück in die Stadt kommen, das war bei ca. Kilometer 22, hier hatten die Athleten noch die Hälfte der Strecke vor sich. Es war extrem kalt aber auch aufregend. Die Strassen waren gesäumt von Hunderten von Leuten welche Jeden und Jede anfeuerten. Läufer die nicht das erste Mal hier waren wussten dies und hatten ihren Namen auf dem Trikot, sodass sie speziell angefeuert werden konnten und die Amis machten dieses Spiel mit, und dies stundenlang, sehr beeindruckend. Wir begnügten uns damit, vorallem die Schweizer lautstark zu unterstützen.

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Eine New Yorkerin nütze die Gelegenheit um auch etwas politische Überzeungsarbeit zu leisten und war sehr stolz darauf.

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Ihr hatten wir es auch zu verdanken, dass wir erfuhren, dass Lance Armstrong dieses Jahr ebenfalls am Marathon teilnahm und so erspähten wir ihn in einer Truppel von Menschen (jeder wollte mit ihm rennen).

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Eindrücklich waren aber vorallem die Menschenmassen hinter den Profis, welche stundenlang über die Strasse rollte.

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Und natürlich auch die Gestalten drum herum

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Nach einer kurzen Pause mit Shopping und warmen Kaffe zum aufwärmen wollten wir dann die Läufer in Central Park kurz vor dem Ziel nochmals sehen. Hier stiess dann auch Thomas zu uns.

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So kurz vor Ende der 42 km langen Strecke wurden die Laufstile immer ähnlicher, die Füsse wurden kaum mehr vom Boden gehoben aber allen die dieses Abenteuer mitmachen gebührt Respekt und die Stimmung ist toll, und obwohl Katja keine Ausdauersportlerin ist kitzelte es sie unter den Füssen, ob sie das Abenteuer ebenfalls mal unter die Schuhsohlen nimmt steht in den Sternen…

Der ganze Sonntag stand unter einem sportlichen Thema, wenn für uns auch nur passiv. Abends ging es weiter zum Madison Square Garden wo wir uns ein Hockeyspiel der New York Rangers ansahen. Eine unglaubliche Kulisse!

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Und natürlich ist das ganze immer auch ein amerikanisch-kulinarischer „Höhenflug“, Katja konnte sich jedenfalls nicht über zu kleine Popcorn-portionen beklagen, das Nachtessen fiel somit auch für Stephan aus :-/

Und schon bald hiess es wieder, nach einer erlebnisreichen Woche Abschied zu nehmen, es war wunderbar mit vielen neuen Eindrücken und auch hier ein herzliches Dankeschön an Thomas uns Michelle für die Gastfreundschaft und die Tipps für neue Erlebnisse im Big Apple.

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Der Weg war das Ziel

Heute in zwanzig Jahren wirst du mehr enttaeuscht sein über Dinge, die Du versaeumt hast, als ueber die, die Du getan hast. Also mach die Leinen los, verlass den sicheren Hafen, fang den Fahrtwind in Deinen Segeln. Forsche. Traeume. Entdecke.
(Mark Twain)

Wenn alle Deine Schuhe stinken, und Du nicht mehr weisst, was Du anstellen sollst, damit der Geruch wieder ertragbar wird, dann ist es Zeit, nach Hause zu gehen. Dies ist nun nach 42’529 Flugkilometern (welche wir selbstverstaendlich ueber www.myclimate.ch kompensieren), etlichen Bahnkilometern, vielen abenteuerlichen Busfahrten (und unzaehligen Reisetabletten), verschiedenen Mofas und Fahrraedern als Fortbewegungsmittel und durchgelaufenen Schuhsohlen der Fall. Der Weg war unser Ziel und wir haben das Ziel erreicht. Viele Aspekte der grossen weiten Welt haben wir neu erfahren, gelebt und genossen.
Wir haben auch viel ueber uns gelernt und koennen das Zuhause wieder viel intensiver schaetzen und geniessen. Neben den vielen Eindruecken die wir von unserer Reise mitnehmen und von denen ihr auf unserer Homepage den einen oder anderen miterleben konntet freuen wir uns auch wieder auf das alltaegliche Zuhause in der Schweiz und natuerlich darauf unsere Familien und alle unsere Freunde wieder zu sehen und ein Zuhause zu haben 🙂
Hier einige Dinge, die fuer uns in der Schweiz so selbstverstaendlich sind, aber fuer viele auf der Welt ein unerreichbarer Luxus bleiben wird.

Du stehst unter die Dusche und es kommt warmes! Wasser. – Viele haben nicht mal fliessend Wasser im Haus oder der Naehe.
Es gibt einen Supermarkt und da kriegst du alles, was dein Herz begehrt. – Auch wenn es einen Supermarkt gaebe, Geld um das Lebensnotwendige zu kaufen ist trotzdem nicht vorhanden.
Du weisst immer, dass Du die naechste Nacht in einem bequemen, sauberen Bett verbringen wirst. – Viele die wir auf der Reise getroffen haben, haben gar kein Bett, einige nicht mal ein Dach ueber dem Kopf!
Du laeufst auf der Strasse, es kommt eine Pfuetze und du kannst sicher sein es ist vom Regen und nicht von woanders. 😯

Uns in Europa geborenen geht es doch eigentlich sehr gut. Wieso sind wir nicht mal halb so gluecklich wie viele Leute die wir unterwegs getroffen haben und aergern und beklagen uns ueber Lappalien?
Wir wollen uns dies immer wieder vor Augen fuehren und mehr versuchen uns an Kleinem zu freuen statt uns ueber Kleinigkeiten aufzuregen.

Natuerlich sind wir auch froh, dass uns gewisse Fragen in der naechsten Zeit nicht mehr so oft durch den Kopf schiessen, wie
– oh je, wo ist die naechste Toilette? (wenn man mal wieder dringend muss)
– soll das Papier nun in den Kuebel oder in die Schuessel? (auf der Toilette)
– wo finden wir etwas zu Essen, welches unser sensibler Europamagen vertraegt?
– wo kriegen wir wieder Geld?
– wo und in welcher Aufteilung soll ich das eben besorgte Geld verstecken?
– wie kommen wir am Besten von A nach B?
– und, und, und…

Wir werden es auch geniessen, unser Kopfkissen zu haben, welches keinen steiffen Nacken gibt, in Bettwaesche zu liegen, welche mehr als einmal pro Jahr Wasser sieht, nicht staendig auf den Boden schauen zu muessen um nicht in Hundekacke zu treten und sich als Gringo wehren zu muessen dass man nicht uebers Ohr gehauen wird oder benachteiligt wird! Wir sind ja so verwoehnt und schaetzen gar nicht mehr so richtig, was wir haben.

Aber die Erlebnisse und Begegnungen unserer Reise moechten wir auf keinen Fall missen und die kann uns auch niemand mehr nehmen. Sie werden uns im Alltag immer belgeiten und als kleine Anekdoten wieder in Erinnerung kommen und uns hoffentlich im Alltag immer wieder daran erinnern, wie gut wir es eigentlich haben.

Wir moechten uns bei Euch fuer Eure Treue zu unserer Homepage bedanken, dass Ihr uns auf unserem Weg begleitet habt und uns ab und zu auch mit heimatlichen Gruessen und Neuigkeiten beglueckten.

Diese Homepage wird noch etwas weiterlaufen, wir werden noch eine neue Rubrik mit Informationen aufschalten (fuer andere Reisende und vielleicht gehoerst Du ja auch bald dazu?)

und Euch natuerlich auch die Koordinaten der Welcomeback-Party bald hier preisgeben.
Auch den Diavortrag koennt ihr nicht verpassen, wenn ihr ab und zu hier wieder reinschaut.
->Bleibt also am Ball…nicht nur mit der Nati sondern auch bei uns 🙂 😀 😆

Wir sehen uns.

Ob die Inkas auch so geschwitzt haben?

Mir haend jo gseit, mir gaend Gas! 🙂

Zuerst hatten wir geplant, den Inkatrail zu laufen. 4 Tage lang. Dieser war jedoch ausgebucht. Dann wollten wir eine alternative Route unter die Fuesse nehmen, den Lares Trek ebenfalls bis zum Machu Picchu, doch nach einigen Eintageswanderungen in der letzten Zeit, wurde uns bewusst, wie stark unsere Muskulatur in den letzten fast 10 Monaten geschwunden ist, und es keinen Sinn machte, diesen Trek zu versuchen, es waere eine reine Qual geworden. So liessen wir den Verstand walten und entschlossen uns, mit dem Zug nach Aguas Caliente (auf Deutsch: warmes Wasser 😉 ) zu fahren und nur eine zwei Tagestour zum Machu Picchu zu unternehmen.
Im Nachhinein muessen wir sagen, sind wir sehr froh haben wir diese Entscheidung getroffen, denn die meisten die wir nach 4 Tagen Inka Trail sahen, konnten kaum mehr gehen und den schlussendlichen Besuch in der Staette Machu Picchu (ebenfalls mit vielen Aufstiegen und Abstiegen und vorallem Treppen) konnten sie gar nicht mehr richtig geniessen. Da bist Du endlich am Ziel, kannst nicht mal den offiziellen Inkatraileingang nehmen (denn dieser ist wegen stetigen Steinrutschen gesperrt worden) und jede Treppe um den Machu Picchu zu erkunden ist mit unglaublichen Qualen verbunden.


Treppe in Machu Picchu, die koennen nach dem Inkatrail zur Hoelle werden…

Wir stiegen somit fruehmorgends um 6 Uhr nach einer sehr kurzen Nacht in den Backpacker Zug, welcher uns in 4 Stunden nach Aguas Calientes bringen sollte. Die Reise war sehr kurzweilig und die Landschaft wunderschoen. Bereits der Aufstieg im Zick Zack, um den extremen Hoehenunterschied zwischen dem Tal, indem Cusco liegt und den Bergen, welche ins Tal des Urubamba fuehren zu ueberwaeltigen, bescherte uns herrliche Blicke ueber die Stadt Cusco.


Cusco mit den ersten Sonnenstrahlen


unser Zug nach Aguas Caliente

und vorbei an herrlichen Landschaften…


… und anderen Inka-ruinen

Bei Kilometer 82 stiegen dann die Gruppen fuer den Inkatrail aus. Ein weiterer Stopp gab es noch kurz vor Aguas Caliente, fuer weitere Gruppen, welche nur den letzten Teil des Inkatrails liefen, dann kam das chaotische, ins Tal gequetschte, mit Hotels und Hostels ueberhaeufte Aguas Caliente.

Wir bezogen unsere Unterkunft und informierten uns dann, ob es moeglich sei den Putucusi „Huegel“ hinauf zu wandern, denn wir hatten in unserem Fuehrer gelesen, dass man von dort einen herrlichen Blick auf den Machu Picchu hat. Er meinte, dies sei gut moeglich, aber wir sollen noch vor dem Mittagessen gehen, mit vollem Magen sei es nicht so angenehm. Wir rechneten aus, dass dies vor 2 Uhr noch zu schaffen sein muesste, denn er sagte, fuer den Aufstieg habe man ca. 45 Minuten.
So machten wir uns bereit und liefen los. Zuerst geht es ca. 5 Minuten auf den Gleisen bevor wir den Weg rechts ansteigen sahen.


Der „scheinheilige“ Anfang auf den Gleisen

Zuerst ging es wie in der Schweiz ueber Stock und Stein etwas hoch, wieder runter, alles im Wald. Dann kam die erste Ueberraschung. Wir standen vor einer Holzleiter mit feuchten Pfaehlen als Querbalken und einem Drahtseil (dies auch nicht bei allen Leitern!). Die erste ging ja noch. Die zweite war dann ca. 20m lang und fast senkrecht an eine Felswand gebaut.


Stephan am kraxeln, da hat er noch Einiges vor sich! So was haben wir noch nie gesehen ! ! !

Stephan schaetzte die Neigung auf zwischen 80-85%! Mitten drin hatte es dann zur Erschwerung noch einen Baum, der auf die Leiter gekippt war und durch den man sich in dieser Steigung durchschlaengeln musste, ein Wahnsinn, aber wir haben auch diese Huerde hinter uns gebracht. Als wir dann oben an der Leiter standen und nach unten schauten (nicht empfehlenswert!) sahen wir nur die naechsten 15 Tritte, der Rest verschwand in der Tiefe…

Im weiteren Verlauf stiessen wir noch auf 3 weitere Leitern, einen Felsvorsprung, welcher man nur mit Hilfe eines Drahtseiles, an dem mach sich hochziehen musste, ueberwinden konnte und Bruecken mit Pfaehlen, welche schon halb morsch waren. Nach diesem Gratisadventuretrip hatten wir die ersten 300 Hoehenmeter in ca. 15 Minuten hinter uns gebracht. Und wir wollten gar nicht daran denken, was fuer ein Gefuehl das dann erst sein sollte, die Leitern wieder nach unten zu klettern. Danach waren nicht mehr Leitern angesagt, sondern unsere heissgeliebten Treppen. Als sich der Wald lichtete sahen wir auf Aguas Caliente und ins andere Tal hinunter, doch von Machu Picchu war nichts zu sehen. hinter uns in den Gipfeln der uns umrundenden Bergen hingen bereits die Wolken. Wir konnten nur hoffen, dass es nicht zu regnen beginnt, denn das wuerde dann noch glitschiger und sehr gefaehrlich werden…


auch die Treppen waren sehr steil

Wir kaempften uns immer weiter die Treppen und die Pfade hoch, doch der Gipfel wollte einfach nicht naeher kommen. Die Sonne verschwand zeitweise schon hinter den Wolken und da Katja immer in kuerzeren Abstaenden Pausen brauchte schickte sie Stephan schon mal voraus, in der Hoffnung, er schaffe es noch, ein Bild von Machu Picchu in der Sonne zu schiessen. Nach quaelenden 70 respektive 75 Minuten (wer war wohl langsamer 😎 ) Aufstieg hatten wir die 480m Hoehendifferenz ueberwunden (ihr koennt Euch nun selber ausrechnen wie steil das sein musste um in so kurzer Zeit diesen Hoehenunterschied zu bewaeltigen). Zwischendurch kroch Katja fast auf allen Vieren durch die Buesche die Treppen hoch. Doch der Blick, der sich uns bot liess uns unsere Qualen schnell vergessen. Vor uns in seiner vollen Pracht „Machu Picchu“ ganz fuer uns alleine (und bis zum Gipfel siehst du ihn nie).

Wir legten uns auf einen Stein und ruhten uns mit gefesseltem Blick auf diese Staette aus. Danach waren einige Photos angesagt, bei denen wir sehr viel Spass hatten, denn es war eine grosse Herausforderung, den Machu Picchu nicht zu verdecken und trotzdem uns beide aufs Bild zu kriegen. Hier das erste gelungene Bild nach ca. 5 Versuchen :-).


wie ihr seht, hat es auch Katja noch geschafft ihn bei Sonne zu sehen, ja ok, zugegeben, etwas abgekaempft sehen wir schon aus (vorallem Katja mit der roten Schuessel 😳 ), aber wir moechten Euch mal sehen nach diesem Aufstieg…

Nach einer Weile wurde die Ruhe leider durch 4 Argentinier gestoert, welche den Aufstieg ebenfalls geschafft hatten. So unvorbereitet kommen warscheinlich nicht viele auf diesen Berg. Sie hatten kein Wasser dabei und mussten sich von uns welches borgen,da sie ebenfalls extrem geschwitzt hatten und der eine hatte doch tatsaechlich nur Flip Flops! an. Wie der wohl den Abstieg schaffen wird, fragten wir uns!
Da erstens die Ruhe mit dem Ankommen der Argentiniern verflogen war und wir auch fuers Mittagessen rechtzeitig zurueck sein wollten (nach so einem Ausflug braucht man einfach was richtiges zwischen die Zaehne) verabschiedeten wir uns nach fast einer Stunde von diesem herrlichen Panorama und traten den Abstieg an. Dabei waren wir verstaendlicherweise viel schneller, jedenfalls bis zu den Leitern.


Katja beim Abstieg


die Tritte verschwinden in der Tiefe, den Kerl unten verliess der Mut beim Anblick

Dort nahmen wir die Sache sehr gemuetlich, um ja keinen Fehltritt zu risikieren, denn dies haette fatal enden koennen.
Auf unserem Abstieg hatte es mehr „Wanderverkehr“ als beim Aufstieg und ehrlich gesagt waren wir froh, dass wir schon oben waren.


ja, da oben waren wir!


auf dem Rueckweg sahen wir dann noch, was mit den bei uns ausgedienten VW-Buessli geschieht

Zurueck im Hostel strechten wir dann zuerst etwas, wir wollten ja morgen noch fit sein fuer den Machu Picchu selbst. Danach schlugen wir uns die Magen voll mit dem Angebotenen (der Hit war es nicht, aber wenn man hungrig ist,geht fast alles runter).
Nach einer ausgiebigen Dusche waren wir um 3 Uhr so auf dem Hund (wir hatten ja die letzte Nacht recht wenig geschlafen), dass wir uns fuer 2 Stunden hinlegten und schliefen. Danach erkundeten wir noch kurz Aguas Caliente (viel zu sehen gibt’s hier ja nicht) und da das Baden in den heissen Quellen immer noch keine Option fuer uns war, warteten wir dann sehnlichst aufs Nachtessen. Dieses war dann sehr fein und wir liessen es und gut gehen. Schon bald lagen wir wieder in der Horizontalen, denn am Folgetag wollten wir den ersten Bus um 6uhr mogends rauf zum Machu Picchu nehmen.
Es wurde dann zwar nicht der erste Bus, aber wir standen um 6.45 Uhr vor den Toren der Inkastaette. Leider liess der Guide mit dem Rest der Tourgruppe noch laenger auf sich warten, doch wir schafften es trotzdem noch vor den grossen Massen hinein und den Sonnenaufgang und der anschliessend aufsteigende Nebel ergaben eine sehr mystische Stimmung.


In the mist….


…und bei herrlichem Sonnenschein, Morgenstund hat wirklich Gold im Mund 🙂

Die Fuehrung dauerte gute 2 Stunden. Die wichtigsten Anlagen und Symbole wurden uns erklaert.
Unter anderem, dass diese Staette noch so gut erhalten ist, weil sie erstens voellig ueberwuchert war und von den Spaniern auch geheim gehalten wurde. Mit der Zeit wussten nur noch einige wenige Quechuas, dass es Machu Picchu (von Quechua uebersetzt „alter Berg“) gibt. Nach langer Zeit, in welcher der Machu Picchu fast in Vergessenheit geraten waere, entdeckte 1911 der Amerikaner Hiram Bingham wieder entdeckt.
Insgesamt gab es in der Bluetezeit des Inkareichs 12 Millionen Inkas, es wird geschaetzt, dass hier ca. 700 Inkas gelebt haben. Aber der Sinn und Zweck dieser Staette ist bis heute umstritten. Fuer den Machu Picchu war Quellwasser und unterirdische Quellen sehr wichtig, denn das Wasser des Urubamba war viel zu weit unten. Die Daecher bestanden aus einer Art Holzbalken und einer Art Stroh, doch diese kann man heute nur im Nachbau betrachten, denn die urspruenglichen wurden durch Wind und Wetter zerstoert, die Inkas haben die Daecher fast taeglich gepflegt und ausgebessert.


Wasserkanaele


Tempel der Sonne, das einzige runde Gebaeude in Machu Picchu

Danach waren wir frei und konnten selber ueber unsere Zeit verfuegen. Wir entschlossen uns, zuerst die Treppen zum bereuehmten Aussichtspunkt hoch zu steigen um das beruehmte Photo vor den Touristenstroemen zu schiessen. Mit und ohne Touristen 😉

Dort verweilten wir sehr lange und liessen unserer Blicke immer wieder ueber das Unfassbare schweifen. In diesen Hoehen, in diesen bewaldeten Huegeln eine solch grosse Staette zu bauen, einfach unglaublich und wunderschoen!


die Inkas waren wirkliche Terassenkuenstler, um jedes Fleckchen bebauen und bepflanzen zu koennen

Eigentlich hatten wir vor, auch heute einen Berg, den auf der anderen Seite des Machu Picchu, zu erklimmen, doch nach diesem Klettern gestern war uns die Motivation etwas abhanden gekommen. Doch wir rissen uns zusammen und liefen dann trotzdem los, wir waren neugierig, welcher Blick der bessere Sein wuerde. Der Aufstieg auf den Huayna Picchu (uebersetzt aus Quechua „junger Berg“) war lange nicht so steil und streng wie der Putucusi gestern, forderte uns jedoch auch einige Schweisstropfen ab. Nach 35 Minuten waren wir bereits oben. Doch der Blick war weniger spektakulaer wie der gestern. Erstens waren wir nun viel hoeher und der Winkel war seitlich. Doch vielleicht hat es auch noch damit zu tun, dass wir die Staette gestern zum ersten mal live sahen…


Aussicht von Huayna Picchu nach Machu Picchu, wieder so weit weg!

Schon bald traten wir wieder den Rueckweg an und erforschten noch die letzten Winkel, welche wir mit der Tour nicht besucht hatten.

Da wir gerade so im Laufen waren, entschlossen wir uns, von Machu Picchu hinunter zu laufen. Der Fuehrer meinte, in 20 Minuten sein man unten, das sollten wir heute doch noch schaffen.
Die folgenden 40 Minuten! Treppensteigen wurden jedoch immer mehr zur Qual. Der Abstieg war 520 Hoehenmeter und als wir unten waren, mussten wir noch ca. 10 Minuten nach Aguas Caliente laufen (insgesamt erfuhren wir dann, dass es 8km waren). Zwischendurch wuenschten wir uns wirklich, wir haetten uns fuer die Busvariante entschieden, aber eben, wenn man mal begonnen hat, will man es auch zu Ende fuehren. Das frustrierendste an der ganzen Sache war dann noch, dass uns kleine einheimische Jungs sprintend ueberholten. Die machten ein Wettrennen mit den Bussen, welche dei 13 Haarnadelkurven hinunter krochen und die meisten Jungs waren doch tatsaechlich schneller unten als die Busse (d.h. in 20 Minuten).
Nach diesem Marsch hiess es wieder dehnen, damit wir am naechsten Tag auch noch laufen konnten :roll:.
Todmuede aber zufrieden mit uns und dem gesamten Ausflug stiegen wir dann um 16 Uhr wieder in den Zug Richtung Cusco. Dank dem, dass wir uns fuer diese Variante entschieden hatten, konnten wir den Machu Picchu in vollen Zuegen geniessen und andere Wanderungen machen, um ihn von verschiedenen Seiten zu betrachten. Diese Energie haette uns nach dem Inkatrail sicher gefehlt!
Waehrend der vierstuendigen Fahrt war es ab und zu ein rechter Kampf wach zu bleiben, doch die Zugbesatzung fuehrte noch eine Modeschau mit Alpacakleidungsstuecken durch um den Umsatz zu foerdern


Alpacawolle- Modeschau

Da unsere Gegenueber unterwegs ausgestiegen waren, boten wir dem Zugmechaniker an, sich zu uns zu setzten. Zuerst getraute er sich nicht recht, denn er darf eigentlich nur sitzen, wenn es freie Plaete hat, aber er gesellte sich dann trotzdem zu uns und wir hatten eine sehr interessante Unterhaltung mit ihm, wobei wir wieder viel ueber Peru, das System und Land und Leute erfuhren. So ging es dann ploetzlich schnell bis wir Cusco bei Nacht von oben erblickten. Ein herrlicher Anblick mit dem beleuchteten Plaza des Armas.
Muede und erschoepft fielen wir in unserer Unterkunft nach einer warmen Dusche in die Federn.

Vor uns nach dem Ausflug zum Machu Picchu hatten wir noch etwas Zeit in Cusco. Die Stadt waere eigentlich ebenfalls schoen, doch fuer unseren Geschmack viel zu touristisch. An jeder Ecke wirst Du fuer Touren oder Essen angequatscht und kannst das Rundherum gar nicht recht geniessen.


Der obligate „Plaza des Armas“ uebrigens in allen Staedten in Peru ist beim Plaza des Armas immer Einbahn


Gallerie am Plaza des Armas, oben sind alles Restaurants eingenistet

Ganz Cusco (oder Cuzco) ist auf den Grundmauern der Inkas gebaut.


Hier wurde nach unserer Sicht aber etwas nachgebessert

Es gibt enge Gaesschen, wo gerade mal ein Auto durchpasst,

und Du als Fussgaenger ja nicht das Gleichgewicht auf dem schmalen Fusssteig verlieren darfst, denn Peruaner kennen kein Schritttempo


Eigentlich waer es hier wunderschoen, wenn nicht all die Anwerber waeren…

Und fast bei jeder Nische wo Du reinschaust hat es geschuetzte Innenhoefe

Um Cusco von oben zu betrachten, hiess es wieder mal Treppen steigen


Blick von der Iglesia de San Cristobal auf die Stadt und Plaza des Armas

Die Baumaterialien sind in Cusco wie fast ueberall in Bolivien und Peru dieselben. Entweder werden aus Dreck und getrocknetem Gras Bloecke geformt und an der Sonne getrocknet. Dies ist das sogenannte Adobe, oder der Verputzt besteht aus diesem Material, wie ihr hier im Bild bestens sehen koennt, ob das wirklich isoliert, wir haben Zweifel daran, aber das ist das guenstigste Baumaterial welches sie hier zur Verfuegung haben und meistens auch das Einzige.

Leider gibt es auch negative Seiten, welche einem in die Nase steigen. Vorallem seit wir in Peru sind, haben wir das Gefuehl, dass einfach ueberall Druck abgelassen wird, wo es gerade noetig ist. An unserem ersten Tag haben wir gerade miterlebt, wie dieser Kanal neben der Treppe von Opa uns Grosskind als Pissoir benutzt wurde – mitten in der Stadt!


zum oeffentlichen Pissoir umfunktioniert

Natuerlich wollten wir in Peru auch mal noch das „Nationalgetraenk“ versuchen. Chicha (tschitscha ausgesprochen). Dies ist ein Maisbier. Man kann es fermentiert haben oder im Vorstadium. Wir entschieden uns fuer Chicha Mora


sieht lecker aus, nicht? Es hat uns jedenfalls geschmeckt 🙂

Wir werden wohl die Fruechte in den schweizer Geschaeften nicht mehr wiedererkennen, da es alles Miniaturen sind


Papayas so gross wie Melonen!

Nach wenigen Tagen nahmen wir Abschied von Cusco, wir wollten an der Kueste ja noch einige Staedte und Doerfer besuchen.

Wieder am Titicacasee

Jetzt geben wir Gas mit den Berichten, macht Euch auf was gefasst 😉

Die Fahrt von Arequipa nach Puno hinauf an den Titicacasee war recht angenehm, denn die Landschaft war wiederum faszinierend.

Puno ist ein Doerfchen wo es von Backpackern nur so wimmelt. Die meisten Reisenden kommen oder gehen von hier aus weiter nach Cusco (Machu Picchu) oder nach La Paz (Bolivien). Das treibt auch die Preise ganz schoen nach oben und das Essen ist auch nicht wirklich mit Liebe gemacht, denn den lowbudget Touristen ist das eh nicht so wichtig, solange es Bier gibt… Unserem Rat von Juan befolgend checkten wir in einem 3 Sterne Hotel ein. Hier hatte es sogar einen Fernseher im Zimmer doch das Fruehstueck war derart schlecht und der Preis doch recht happig, dass wir uns gleich entschlossen am naechsten Morgen umzuziehen.


Puno

Tags darauf wurden wir von dem Reisebuero mit ca. 10 anderen Touristen zum Hafen gefahren. Dort bestiegen wir ein Boot um zu den Islas Flotantes (schwimmenden Inseln) zu fahren.

Auf der ersten Insel erhielten wir einen kleinen Einblick in das taegliche Leben der Uros auf solch einer Insel. Vor hunderten von Jahren wurden diese Inseln gebaut um sich von den Inkas und Cullos zu isolieren. Das wichtigste Element auf den Inseln ist die Totora oder auf Deutsch Schilfgewaechs, welches auf der peruanischen Seite des Sees waechst. Dieses Totora dient als Baustoff, Brennstoff und als Essware (dieses Zeug kann man wirklich essen, schmeckt nach nichts soll aber sehr gesund sein, ein Bewohner hat in dieser kurzen Zeit gleich 3 solcher Stengel verschlungen…)


Mhmm davon kann man auch satt werden

Die Inseln schwimmen im 25 Meter tiefen Wasser, sind aber nur gerade 1.70 Meter dick. Viele Schichten von Totora werden gebraucht um dieses Floss seetauglich zu machen. Damit die Inseln nicht zur bolivianischen Seite des See wegschwimmen, werden sie mit hunderten von Metern langen, natuerlich aus Totora gefertigten Seilen am Ufer befestigt. Nach einem tuechtigen Sturm kann es schon mal vorkommen, dass die Bewohner am Morgen danach auf dem See treiben und dann so schnell wie moeglich versuchen auf peruanischer Seite zu bleiben, da die Inseln sonst kurzerhand von Bolivien beschlagnahmt werden…
Den Maennern sind um die Nahrungsuche besorgt und die Frauen halten ein waches Auge ueber die Kinder, damit diese nicht in den See plumpsen. Das Essen wird dann wiederum von den Frauen zubereitet, welche extrem aufpassen muessen, dass sie mit ihrem Ofen nicht die ganze Insel abfackeln.

Auch die Hauser werden aus Schilf gebastelt. Diese sind ganz leicht und koennen bei Bedarf sehr leicht auf der Insel verschoben werden.


Die ganze Wohnung fuer eine Familie…

Als wir uns genug umgesehen hatten wurden wir mit einem Schilfboot zur Schulinsel gefahren. Auch dieses Boot besteht aus dem essbaren Totora. 🙂 Waehrend der Ueberfahrt durften wir auch richtig Hand anlegen bevor das Segel hochgezogen wurde.


schneller, schneller… 😉


das Segel, natuerlich aus Totora 🙂

Auf dieser Insel steht die Schule dieser Gemeinschaft. Es gibt verschiedene Inseln mit Schulen darauf. Diese hier besteht seit 40 Jahren und es wird auch die einheimische Sprache Quechua unterrichtet.


Die Schule von Islas Flotantes.


Mit dem Wassertaxi werden die Schueler hier gerade nach Hause gebracht.

Ganz herzlich wurden wir von diesen Menschen varbschiedet. Es ist sehr schoen zu sehen, wie diese Bewohner ohne jeglichen Luxus so zufrieden und lebensfroh sein koennen. Eine wahre Freude.

Dann ging leider dieser wunderbare und sehr interessante Ausflug zu Ende. Wir kehrten nach Puno zurueck um kurz etwas zu essen, denn am Nachmittag erwartete uns schon die naechste Exkursion zu den Chullpas.

Wiederum werden wir vor dem Hotel abgeholt und unsere kleine Reisegruppe, heute nachmittag vorallem mit Franzosen, faehrt Richtung Nordwesten zu den aeltesten bis heute gefundenen Grabstaetten der Inkas und Praeinkas.


Chullpa

Leider wurden diese Beerdingungstuerme durch Grabraeuber und auch durch die natuerliche Erosion (Wind und Regen) stark beschaedigt. Im Innern des riesigen Turmes befindet sich eine zweite eifoermige Kammer wo der Leichnam aufgebart wurde. Bei wichtigen Zeremonien wurde dann der Leichnam wieder durch eine kleine Oeffnung im Osten der Chullpa hervorgeholt.

Dieses Grab ist unvollendet. Mittels einer Rampe wie sie hier zu sehen ist wurden jeweils die tonnenschweren Steinquader aufeinander gestossen.

Nach gut einer Stunde hatten wir die groesste Ansammlung an dieser Art Graeber gesehen und machten uns auf den Heimweg nach Puno.

Schon am naechsten Morgen ging unsere Reise weiter Richtung Cusco, dem Touristenort in Peru schlechthin. Wir buchten bei einer Busgesellschaft, welche nicht gleich bis Cusco durchheizte, sondern bei Inka Express. Diese Gesellschaft bietet Strecke so zu sagen als Exkursion an und man macht bei allen kulturellen Sehenswuerdigkeiten auf dem Weg halt und ist mit einem Fuehrer unterwegs.

Schon frueh morgens ging es los Richtung Inka-Hochburg.

Unterwegs besuchten wir ein kleines Museum mit Fundstuecken der Inka und Pre-Inka Epoche. Daneben war wieder einmal das schoenste Bauwerk der Ortschaft eine Kirche der Kolonialzeit.

Wir ueberquerten auf dieser Strekce auch den Amazonas, ja ihr habt richtig gelesen, den wasserreichsten Fluss der Erde! Zum Glueck ist dieser Fluss hier nicht mehrere Kilometer breit sondern nur wenige Meter, so dass wir das locker schafften (und ehrlichgesagt ist es nur einer von vielen Zufluessen, die dann zusammen den Amazonas bilden). Im Amazonasbecken befoerdert der Amazonas dann soviel Wasser wie der Nil, Mississippi und Yangtse zusammen! Das ist doch was. Uebrigens heisst er hier noch nicht Amazonas, sondern Urubamba und sieht ganz niedlich aus 🙂

Unterwegs bestaunten wir die gruenen Toilettenhaeusschen, welche sich in jedem Garten befinden. Da auf 3’500 Meter kann man sich schoen der A…. abfrieren und stell dir mal vor wie es erst im Winter ist? Wie gut wir es doch zuhause haben 😉

Der naechste lohnenswerte Stopp war beim groessten Tempel waehrend der Inkazeit, groesser als Machu Picchu! In Raqchi stehen heute noch 14 Meter hohe Mauern…

… und ca 3km rund um die Stadt wurde eine 3 m hohe und 2,5 m dicke Mauer als Schutz errichtet.


im Vordergrund liegt ein heute noch benutzter Inka-Trail und im Hintergrund ist auf der Krete die Schutzmauer zu erkennen.

Auch standen dort ueber 150 Kornhaueser zur Aufbewahrung der Esswaren.

Ausserhalb des Tempels erwartete uns wieder einmal eine Horde Souvenierverkaeufer…

… und schon bald erreichten wir Cusco.