Wieder am Titicacasee

Jetzt geben wir Gas mit den Berichten, macht Euch auf was gefasst 😉

Die Fahrt von Arequipa nach Puno hinauf an den Titicacasee war recht angenehm, denn die Landschaft war wiederum faszinierend.

Puno ist ein Doerfchen wo es von Backpackern nur so wimmelt. Die meisten Reisenden kommen oder gehen von hier aus weiter nach Cusco (Machu Picchu) oder nach La Paz (Bolivien). Das treibt auch die Preise ganz schoen nach oben und das Essen ist auch nicht wirklich mit Liebe gemacht, denn den lowbudget Touristen ist das eh nicht so wichtig, solange es Bier gibt… Unserem Rat von Juan befolgend checkten wir in einem 3 Sterne Hotel ein. Hier hatte es sogar einen Fernseher im Zimmer doch das Fruehstueck war derart schlecht und der Preis doch recht happig, dass wir uns gleich entschlossen am naechsten Morgen umzuziehen.


Puno

Tags darauf wurden wir von dem Reisebuero mit ca. 10 anderen Touristen zum Hafen gefahren. Dort bestiegen wir ein Boot um zu den Islas Flotantes (schwimmenden Inseln) zu fahren.

Auf der ersten Insel erhielten wir einen kleinen Einblick in das taegliche Leben der Uros auf solch einer Insel. Vor hunderten von Jahren wurden diese Inseln gebaut um sich von den Inkas und Cullos zu isolieren. Das wichtigste Element auf den Inseln ist die Totora oder auf Deutsch Schilfgewaechs, welches auf der peruanischen Seite des Sees waechst. Dieses Totora dient als Baustoff, Brennstoff und als Essware (dieses Zeug kann man wirklich essen, schmeckt nach nichts soll aber sehr gesund sein, ein Bewohner hat in dieser kurzen Zeit gleich 3 solcher Stengel verschlungen…)


Mhmm davon kann man auch satt werden

Die Inseln schwimmen im 25 Meter tiefen Wasser, sind aber nur gerade 1.70 Meter dick. Viele Schichten von Totora werden gebraucht um dieses Floss seetauglich zu machen. Damit die Inseln nicht zur bolivianischen Seite des See wegschwimmen, werden sie mit hunderten von Metern langen, natuerlich aus Totora gefertigten Seilen am Ufer befestigt. Nach einem tuechtigen Sturm kann es schon mal vorkommen, dass die Bewohner am Morgen danach auf dem See treiben und dann so schnell wie moeglich versuchen auf peruanischer Seite zu bleiben, da die Inseln sonst kurzerhand von Bolivien beschlagnahmt werden…
Den Maennern sind um die Nahrungsuche besorgt und die Frauen halten ein waches Auge ueber die Kinder, damit diese nicht in den See plumpsen. Das Essen wird dann wiederum von den Frauen zubereitet, welche extrem aufpassen muessen, dass sie mit ihrem Ofen nicht die ganze Insel abfackeln.

Auch die Hauser werden aus Schilf gebastelt. Diese sind ganz leicht und koennen bei Bedarf sehr leicht auf der Insel verschoben werden.


Die ganze Wohnung fuer eine Familie…

Als wir uns genug umgesehen hatten wurden wir mit einem Schilfboot zur Schulinsel gefahren. Auch dieses Boot besteht aus dem essbaren Totora. 🙂 Waehrend der Ueberfahrt durften wir auch richtig Hand anlegen bevor das Segel hochgezogen wurde.


schneller, schneller… 😉


das Segel, natuerlich aus Totora 🙂

Auf dieser Insel steht die Schule dieser Gemeinschaft. Es gibt verschiedene Inseln mit Schulen darauf. Diese hier besteht seit 40 Jahren und es wird auch die einheimische Sprache Quechua unterrichtet.


Die Schule von Islas Flotantes.


Mit dem Wassertaxi werden die Schueler hier gerade nach Hause gebracht.

Ganz herzlich wurden wir von diesen Menschen varbschiedet. Es ist sehr schoen zu sehen, wie diese Bewohner ohne jeglichen Luxus so zufrieden und lebensfroh sein koennen. Eine wahre Freude.

Dann ging leider dieser wunderbare und sehr interessante Ausflug zu Ende. Wir kehrten nach Puno zurueck um kurz etwas zu essen, denn am Nachmittag erwartete uns schon die naechste Exkursion zu den Chullpas.

Wiederum werden wir vor dem Hotel abgeholt und unsere kleine Reisegruppe, heute nachmittag vorallem mit Franzosen, faehrt Richtung Nordwesten zu den aeltesten bis heute gefundenen Grabstaetten der Inkas und Praeinkas.


Chullpa

Leider wurden diese Beerdingungstuerme durch Grabraeuber und auch durch die natuerliche Erosion (Wind und Regen) stark beschaedigt. Im Innern des riesigen Turmes befindet sich eine zweite eifoermige Kammer wo der Leichnam aufgebart wurde. Bei wichtigen Zeremonien wurde dann der Leichnam wieder durch eine kleine Oeffnung im Osten der Chullpa hervorgeholt.

Dieses Grab ist unvollendet. Mittels einer Rampe wie sie hier zu sehen ist wurden jeweils die tonnenschweren Steinquader aufeinander gestossen.

Nach gut einer Stunde hatten wir die groesste Ansammlung an dieser Art Graeber gesehen und machten uns auf den Heimweg nach Puno.

Schon am naechsten Morgen ging unsere Reise weiter Richtung Cusco, dem Touristenort in Peru schlechthin. Wir buchten bei einer Busgesellschaft, welche nicht gleich bis Cusco durchheizte, sondern bei Inka Express. Diese Gesellschaft bietet Strecke so zu sagen als Exkursion an und man macht bei allen kulturellen Sehenswuerdigkeiten auf dem Weg halt und ist mit einem Fuehrer unterwegs.

Schon frueh morgens ging es los Richtung Inka-Hochburg.

Unterwegs besuchten wir ein kleines Museum mit Fundstuecken der Inka und Pre-Inka Epoche. Daneben war wieder einmal das schoenste Bauwerk der Ortschaft eine Kirche der Kolonialzeit.

Wir ueberquerten auf dieser Strekce auch den Amazonas, ja ihr habt richtig gelesen, den wasserreichsten Fluss der Erde! Zum Glueck ist dieser Fluss hier nicht mehrere Kilometer breit sondern nur wenige Meter, so dass wir das locker schafften (und ehrlichgesagt ist es nur einer von vielen Zufluessen, die dann zusammen den Amazonas bilden). Im Amazonasbecken befoerdert der Amazonas dann soviel Wasser wie der Nil, Mississippi und Yangtse zusammen! Das ist doch was. Uebrigens heisst er hier noch nicht Amazonas, sondern Urubamba und sieht ganz niedlich aus 🙂

Unterwegs bestaunten wir die gruenen Toilettenhaeusschen, welche sich in jedem Garten befinden. Da auf 3’500 Meter kann man sich schoen der A…. abfrieren und stell dir mal vor wie es erst im Winter ist? Wie gut wir es doch zuhause haben 😉

Der naechste lohnenswerte Stopp war beim groessten Tempel waehrend der Inkazeit, groesser als Machu Picchu! In Raqchi stehen heute noch 14 Meter hohe Mauern…

… und ca 3km rund um die Stadt wurde eine 3 m hohe und 2,5 m dicke Mauer als Schutz errichtet.


im Vordergrund liegt ein heute noch benutzter Inka-Trail und im Hintergrund ist auf der Krete die Schutzmauer zu erkennen.

Auch standen dort ueber 150 Kornhaueser zur Aufbewahrung der Esswaren.

Ausserhalb des Tempels erwartete uns wieder einmal eine Horde Souvenierverkaeufer…

… und schon bald erreichten wir Cusco.

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