weltreis.ch

12. Mai 2006

Isla del sol, da muss ja die Sonne scheinen ;-)

Katja&Stephan, Position: º/º

Da wir einige kriminelle Geschichten aus der Umgebung von La Paz und vorallem der Copacabana gehoert hatten entschieden wir uns, diesen Ausflug mit einer organisierten Tour zu machen. Das Glueck wollte es dann, dass wir die einzigen Zwei waren, welche sich fuer die Dreitagestour entschieden hatten, und somit hatten wir einen privaten Reisefuehrer ganz fuer uns alleine. Die Fahrt Richtung Titicacasee war wunderschoen und als wir den See das erste Mal erblickten machte unser Herz Freudenspruenge. Der Titicacasee ist auf einer Hoehe von 3800m gelegen und somit der hoechste navigierbare See der Welt.

Und hier der Beweis, dass dieser See zu navigieren ist…

Mit einem besseren Floss hat dann auch unser Bus den See ueberquert. Copacabana liegt nicht auf einer Insel, der direkte Landweg wuerde aber ueber peruanisches Gebiet fuehren.

Nach gut 4 Stunden Fahrt erreichten wir das malerische Staedchen Copacabana.

Wir zogen in unsere Luxusresidenz ein und begannen unsere zwei Tage Ferien zu geniessen. 🙂

Copacabana ist ein sehr wichtige Pilgerstaette fuer die Bolivianer. Jeweils an Ostern pilgern unzaehlige Glaeubige von La Paz zu Fuss nach Copacabana! Aber auch sonst hat die Virgen de Candelaria eine sehr wichtige Bedeutung im Leben der Einheimischen. Fuer saemtliche Wuensche adressieren sie sich an die Virgen de Candelaria und das spielt sich folgendermassen ab. Zuerst wird vor der Kathedrale das entsprechende symbolische Geschenk gekauft (Z.B. Haus mit Garten, Auto (verschiedene Typen), Unizertifikat, Geld und vieles mehr) je nach Wunsch der in Erfuellung gehen soll. Damit begibt man sich in die Katherdrale zur Virgen de Candelaria und bittet sie um die Erfuellung des Wunsches. Sofern der Wunsch dann wirklich innerhalb von zwei Jahren eintritt wird dafuer meistens ein physisches Opfer in Form des Pilgermarsches erbracht. Falls der Wunsch ein Auto war, wird dieses vor die Kathedrale gefahren um es vom katholischen Priester (unentgeltlich) sowie dem Aymarapriester (diese sind selbsternannt und verlangen deshalb auch ein Entgeld fuer ihre Dienste) gesegnet. Dafuer werden die Autos wunderschoen mit Blumen geschmueckt und es entsteht eine lange Warteschlange (vorallem an Ostern).


Hier die Segnung des Buses und daneben die Einraeucheung des Autos durch den Aymarapriester


Kathedrale von Copacabana und…


… die Camarin de la Virgen de Candelaria, diese darf uebrigens nicht verschoben werden, denn sonst steigt der Pegel des Titicacasees an!

Wir schauten uns noch den Gemuese- und Fleischmarkt an und machten uns dann auf den Weg zum Mirador (Aussichtspunkt) von Copacabana. Wir quatschten viel mit unserem Fuehrer Ricky. Unter anderem erfuhren wir, dass die meisten in Bolivien den Fuehrerschein kaufen, da erstaunt uns nichts mehr. Doch ab und zu blieb uns beim Aufstieg fast der Atem weg, da Treppensteigen und reden auf dieser Hoehe wieder ganz viel Sauerstoff braucht 😉 Doch die Anstrengung hat sich gelohnt, breitete sich doch der Titicacasee vor uns aus…

Katja hat sich einen Schluck Zaubertrank „Inca Kola“ verdient 🙂 (PS. schmeckt in etwa so wie es aussieht, hihi)

Am naechsten Morgen fuhren wir mit einem Boetli…

an der Isla de la Luna vorbei…

zur Isla del Sol. Dort besuchten wir ein kleines Museum mit Fundgegenstaenden aus der Pre- und Inkazeit. Zudem gibt es auch hier eine versunkene Stadt. Wenn jeweils der Wasserpegel tief ist, sieht man verschiedene Hausspitzen aus dem Wasser ragen. Auch sind Aussstellungsstuecke dieser Stadt zu betrachten.

Da wir zeitig unterwegs sind, koennen wir unsere heutige Wanderung richtig geniessen. Am noerdlichen Ende der Insel ist die Geburtstaette der Sonne und des Mondes. Unser Fuehrer Ricky demonstriert uns wie die Sonne hier im Felsen gelegen hat bevor sie sich entschloss in den Himmel hoch zu steigen.

Der untere kleinere Schlitz ist das Entstehungsbett des Mondes, ist ja auch viel kleiner. Sogar die letzten zwei Absprungspuren der Sonne sind hier ersichtlich bevor sie in den Himmel sprang…

Gleich daneben liegt eine Inkastaette. Heute wird es Inkalabyrinth genannt, da man locker in Sackgassen laufen kann. Frueher wurde dieser Ort nur fuer 1 Woche pro Jahr gebraucht, auch weil dies der einzige Ort war, wo die Herrscher zu Fuss gehen mussten, normalerweise wurden sie auf Sitzen getragen. Das heisst die Sklaven hatten waehrend dieser 1 Woche „Ferien“.

Das ist auch der einzige See der Welt bei dem die Wasseroberflaeche nicht horizontal ist und das Wasser trotzdem nicht auslaeuft! Hier der Beweis 😉

Danach liefen wir die ganze Insel auf der Krete ab und genossen die fantastische Aussicht.

Ein Knusperhaeusschen von unterwegs

Am suedlichen Ende gelangten wir dann nach Yumani, wo wir die Schoenheiten der Insel mit etlichen Ein- und Zweitagestouristen teilen muessen. Wir laufen zielstrebig weiter zur frueheren Inkaquelle. Dem Wasser dieser Quelle wird verjuengende Kraft zugesagt, da wir uns jedoch noch genug jung fuehlen, haben wir der Versuchung widerstanden, einen Schluck zu trinken;-). Das Wasser soll Bergwasser sein (nicht vom Titicacasee). Es wurde in drei Roehren gefasst, welche das Motto der Incas wiederspiegeln sollen. Die erste heisst „Ama sua“ (du sollst nicht stehlen), die zweite „Ama llulla“ (Du sollst nicht luegen) und die rechte Quelle ist „Ama khella (sei nicht faul).

Heute wird die Quelle von den Einheimischen jedoch als normaler Wasserspender verwendet. Die Abstieg von der Quelle fuehrt uns ueber eine alte Inkatreppe welche rechts und links von gruenen Terassen flankiert wird. Unten wartet bereits unser Boot, um uns zum Inkapalast zu fahren. Dieser war ebenfalls nur 1 Woche pro Jahr bewohnt und wie beim Labyrinth sind die Tueren extrem tief ausser beim Eingang der Koenigsgemaecher. Denn alle Helfer des Koenigs mussten immer in gebueckter Haltung gehen und durften nie aufschauen.

Danach tuckerten wir gemuetlich nach Copacabana zurueck und liessen den Tag gemuetlich ausklingen.
Am naechsten Tag hatten wir „frei“. Das hiess ausschlafen, das Fruehstuecksbuffet geniessen und dann noch etwas durch Copacabana schlendern.


Popcornverkaeuferin

Ein Tag nach unserer Rueckkehr nach La Paz hatten wir ein Ticket nach Chile, mit einer uns „altbekannten“ Busgesellschaft. Beim Ticketkauf liefen wir direkt an eine Parade der Unistudenten, welche den Einzug fuers neue Schuljahr mit einem Umzug feierten.

Der Bus war in gutem Zustand und der Chauffeur setzte sich auch sehr fuer unsere Sicherheit und gute Behandlung ein. Er war es dann auch , der eigenhaendig drei Bolivianer fast aus dem Bus geschmissen haette, da sie das Gefuehl hatten, sie koennten den Fahrpreis selber bestimmen…

Die Fahrt war sehr angenehm und nach der chilenischen Grenze kamen wir zum zweiten Mal auf unserer Reise in den Nationalpark von Lauca. Das erste Mal waren wir mit der Altiplanotour von Horiol hier. Doch diesmal zeigte sich der Park von seiner schoensten Seite bei strahlendem Sonnenschein. Einfach wunderbar diese Umgebung.

Da wir Euch bei unserem letzten Aufenthalt in Arica einiges der noerdlichsten Stadt Chiles vorenthalten haben werden wir dies nun beim zweiten Aufenthalt hier nachholen.

Zuerst gilt es man die Gedanken nach Paris schweiffen zu lassen und zwar zum beruehmten Eiffelturm. Nein, das ist keine Verarschung. Hier in Arica stehen naehmlich Gebaeude, genau gesagt eine Kirche und eine Treppe, welche von Gustav Eiffel eingehaendig geplant wurde und die Leute von Arica sind unglaublich stolz auf diese zwei Stuecke.
Jedenfalls artete unser Besuch des alten Zollhauses, in welchem die Eiffeltreppe steht zu einem sehr langen Besuch aus, indem wir die ganze Geschichte persoenlich erzaehlt bekamen. Da die Aufpasserin eine verkannte Geschichtslehrerin und Geschichtsinteressierte war wollte sie uns kaum mehr springen lassen :-).


die von Paris direkt importierte Metalltreppe


die Metallkirche nach G. Eiffels Plaenen

Zudem steht auch ein verlassener, alter Bahnhof der Strecke Arica – La Paz gerade in der Naehe, den hatten wir dann aber schnell gesehen, da wir uns an solche Relikien alter Zeiten eher gewoehnt sind in Europa.


Der Bahnhof…


…und eine alte Telefonzentrale

Arica ist vorallem auch fuer seine Straende und Strandferien bekannt, hier gibt es 365 Tage Sonnenschein. Das war auch einer der Gruende, weshalb wir auf dem Weg von Bolivien nach Peru nochmals einen Abstecher hier hin machten. Wir wollten nach den kalten Naechten in der Hoehe nochmals etwas Sonne tanken und einfach mal etwas ausruhen. Da wir hier ein sehr schoenes, angenehmes Hostal fanden bei unserem ersten Besuch fiel uns die Wahl nicht schwer.


Hostal Jardin del Sol

Hier geniessen wir ein Doppelzimmer mit Kabelfernseher und eigenem Bad. Sogar das Fruehstueck ist inklusive, es hat einen herrlichen Innenhof zum Ausspannen, das Internet ist gratis, die Verbindung toll und die Kueche zum selberkochen ist auch nicht ohne, obwohl der Kartoffelschaeler fehlt 🙁 …
Ihr seht, wir sind nochmals in ein kleines Paradies gefluechtet.

Die Straende sind zwar momentan ziemlich einsam und verlassen, denn der Winter kommt bald, doch bei Temperaturen ueber 20 Grad geniessen wir es trotzdem, uns mit einem Buch in der Sonne zu raekeln.

Stephan kann sich nochmals an den speziellen Hot Dogs von Chile erfreuen, die sind mit Tomaten und Avocado gefuellt…

Wir waren wieder mal am Monatsende in der Stadt und wir trauen unseren Augen nicht. Vor jeder Bank stehen unzaehlige Leute um ihr Bankgeschaeft zu verrichten… Na gut die Banken haben ja auch gerade nur kurz geoeffnet und ueber den Mittag mindestens zweit Stunden geschlossen. Und bei dieser Arbeitsmoral ist diese Schlange ueberhaupt nicht verwunderlich.

Doch diesmal ist fuer uns die Schlange keine Bedrohung, da wir nur noch kurz in Chile sind und kein Geld mehr abheben muessen. In Calama ist es uns doch tatsaechlich passiert, dass wir am 1. April (Samstag und kein Aprilscherz) Geld abheben wollten, doch nachdem wir sicher 14 Bankomaten abgeklappert hatten und keiner mehr Geld hatte (der Boden war auch mit Quittungen uebersaeht) gab auch Katja die Hoffnung auf Bargeld auf ;-). Es scheint so, dass am Monatsende alle auf die Bank stressen und wenn der Tag danach auf ein Wochenende faellt hat man Pech gehabt :-(.


Ein Kommentar zu ' Isla del sol, da muss ja die Sonne scheinen ;-) '

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  1. Susanna sagte:

    Hallo Katja und Stephan

    Hier schreibt das Schweizer Headquarter der Graesslins. Ich verfolge Eure Berichte mit viel Spannung und freue mich jetzt schon riesig, wenn Ihr es vielleicht schafft, auch an der Welcom-Back-Party der Graesslins dabei zu sein. Ich wünsche Euch noch weiterhin eine tolle Reise.

    Liebe Grüsse
    Susanna

    12. Mai 2006 um 11:09

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