Estudiar y subir un volcano

Der Abschied von den Osterinseln fiel uns schwer, doch nun wartet das Festland von Suedamerika und die Anden auf uns, darauf haben wir uns ja auch schon lange gefreut. Nach einer Nacht in Santiago machten wir und gleich auf den Weg nach Concepcion, wo Stephans Bruder einen Kollegen hat. Bernd lebt mit seiner Familie bereits ueber ein Jahr in Chile ist aber von Deutschland aus entsandt worden fuer ein Projekt um den Mangel ueber Satelliteninformationen aus dem suedlichen Erdteil zu stopfen.


www.TIGO.cl Geodesisches Observatorium


Bernd und Olgas Zuhause

Wir wurden von Ihnen sehr warm empfangen, obwohl sie das Haus schon mit einer anderen Schweizer Familie (Lars und Cornelia mit Simon und Yannick) eigentlich voll hatten. Wir verbrachten noch drei Tage zu zehnt in ihrem Haus und durften am Geburtstag des Nachbarsjungen (Iscandar) teilnehmen. Eine chilenische Kinderparty ist nicht zu vergleichen mit der in der Schweiz. In Chile werden auch viele Erwachsene eingeladen und es wird gemuetlich gegrillt und gegessen.


Geburtstagskind Iscandar

Am Schluss gab es noch ein Fussballspiel fuer die Jungs.

Am Samstag ging es dann mit Olga zum Markt. Das hatten wir seit Asien nicht mehr.

An einem Tag entfuehrte uns Bernd in eine Kuestenregion mit einem schoenen Straend. Auf dem Weg dahin kam ploetzlich Nebel auf, was uns zuerst etwas surreal vorkam, denn wir waren doch nicht in der Schweiz. Doch auch dieses Wetter hat seine interessanten Seiten. Auf dem Meer draussen sahen wir ein „Geisterschiff“ und als wir geduldig am Strand auf besseres Wetter warteten bot sich uns ein wunderschoener Anblick, als die Sonne langsam die ausgelagerte Insel aus dem Nebel hob.


Das „Geisterschiff“


Die Insel erhebt sich aus dem Nebel


Super Strand, einfach das Wasser war zu kalt :-/, obwohl, die harten Maenner liessen sich ein Bad nicht nehmen

Die Jungs konnten sich mit dem Sand beschaeftigen waehrend die aelteren Semester sich einfach unterhielten und um die Kleinen kuemmerten.


Yannick und Roman


Roman (Sohn von Bernd und Olga)


Bernd mit Vera


Olga mit Vera


Familienidylle Bernd, Olga und Vera

Nach den eher gemuetlicheren Tagen wollten wir uns dann auch dem Spanisch widmen. Gluecklicherweise hat Bernd eine Nachbarin, Katharina, welche ebenfalls aus Deutschland kommt und in Concepcion eine Schule aufgebaut hat. Nebenbei gibt sie auch Spanischunterricht. Das war fuer uns ganz toll, wir konnten zu zweit jeden Tag tiefer in die spanische Sprache eintauchen.


Katharinas gegruendete Schule www.mozartschuleconcepcion.cl


Spanischunterricht im Garten

Um das Gelernte zu verdauen, planten wir noch einen Kurztrip etwas weiter in den Sueden nach Pucon.
Das erste Busticket mussten wir leider verfallen lassen, da Katja an diesemTag die Eintagesgrippe erwischte. Seit der Rueckkehr der Familien von Bernd und Lars aus dem Sueden hat es Jeden und Jede einmal erwischt mit dieser Grippe, aber immer nur einen Tag. So konnten wir dann mit einem Tag Verspaetung doch noch nach Pucon fahren. Das Wetter war nur noch fuer den folgenden TAg gut vorausgesagt und so entschlossen wir uns, gleich eine Tour auf den Villarica, einen aktiven Vulkan zu buchen. Nachdem wir Bergschuhe, Kleidung, Helm, Muetze, Handschuhe, Gamaschen, Steigeisen und Pickel im Rucksack in Empfang genommen hatten hatten wir noch etwas Zeit das Staedtchen Pucon zu geniessen. Ein charmantes Touristenoertchen inmitten von Bergen und am Fusse des wunderschoenen Vulkan namens Villarica.


der raeuchelnde Villarica


das Touristenoertchen Pucon


von ueberall zu sehen…


… und eindruecklich, wie er aus der Umgebung ragt

Am Abend versuchten wir, uns etwas frueher aufs Ohr zu legen, da wir die Tour von morgends um 4 Uhr gebucht hatten, doch da wir ein Zimmer gleich neben der Eingangstuere und dem Aufenthaltsraum hatten, war das Einschlafen keine einfache Sache. Doch der Wecker riess uns ohne Mitleid morgends um 3 Uhr aus dem Schlaf. Wir brachten Beide keinen Bissen herunter, obwohl sie uns sagten, wir sollten etwas Kleines essen. Wir kramten unsere sieben Sachen zusammen und setzten uns schlaftrunken in den Zubringerbus. Die ersten 200 Hoehenmeter wurden wir gefahren. Dann hiess es aussteigen, Stirnlampe, Gamaschen und Kleider richtig montieren und von 1’400m auf 2’820m hochkraxeln. Eigentlich haette es hier noch einen Sessellift der einem die naechsten 400 Hoehenmeter ebenfalls abnimmt, aber der laeuft morgends um fuenf Uhr eben noch nicht, der wird nur fuer die 7 Uhr Tour eingestellt :-(.
So trotteten wir in Einerkolonne im Schein unserer Stirnlampen unter wunderschoenem Sternenhimmel los. Die Spitze des Vulkans konnte man gut sehen, da ein Woelkchen, welches durch die Lava rosarot aus dem Kraterinnern beschienen wurde, auf der Spitze tronte. Beim Aufstieg im Dunkeln war nur das Knirschen des Kiessandes unter den Schuhen und das dumpfe einstecken des Eispickels von allen zu hoeren, man fuehlte sich wie in einer Expedition. Wir erinnerten uns beide an den Film von SFDRS bei dem Eveline Binsack mit einem Fernsehteam die Eigernordwand bezwang, die Atmosphaere war etwa die Selbe. Nach einer Stunde hatten wir die 400 Hoehenmeter der Sesselbahn ueberwunden. Unser Fuehrer meinte dann, denn anstrengensten Teil haetten wir nun hinter uns, denn der Untergrund war aehnlich wir auf einer Sandduene, zwei Schritte hoch einen zurueckrutschen. Nach einer ersten Pause, bei der wir einen Riegel verdrueckten und uns fragten, was wir wohl am Besten von den Kleidern in den Rucksack verstauen und was wir lieber draussen lassen, ging es weiter. Es war recht schwierig sich richtig zu kleiden, denn die Aussentemperatur war zwischen 0 und 5 Grad, doch wenn man am Laufen ist, hat man schnell zu warm…
Schon bald begann es zu tagen und jede Minute aenderte sich die Umgebung, wunderschoene Stimmungen beim Aufstieg. Um halb sieben hiess es dann, die Steigeisen zu montieren, da wir das Schneefeld erreicht hatten. Unsere beiden Fuehrer schnuerten diese Allen an die Schuhe, das brauchte seine Zeit.


Morgenstimmung


Steigeisenmontage

Nach einer kurzen Einfuehrung, wie man mit diesen Dingern laufen sollte und wie man den Eispickel halten muss, damit man sich bei einem ev. Ausrutscher vor dem unkontrollierten in die Tiefe rutschen ohne Knochenbruch retten kann, ging es weiter. Anfangs war es uns schon etwas mulmig zu Mute, doch wir gewohenten uns schnell an die neue Ausruestung und man kam damit sehr viel schneller vorwaerts als nur mit Bergschuhen.
Ab und zu gab es auch Photostopps, wir haetten jedoch gerne alle 5 Minuten gestoppt, denn das Panorama das sich waehrend dem Sonnenaufgang bot war traumhaft!

Leider machte sich bei Stephan eine komische Muedigkeit und Schlappheit bemerkbar, welche ihm immer mehr die Kraefte fuer den Aufstieg stahl. Unsere Vermutung, dass es heute an ihm war, die Eintagesgrippe zu bekommen (er war der Einzige, der sie noch nicht hatte), bestaetigte sich dann auch nach unserer Rueckkehr vom Vulkan. Aber da er ein harter Kerl ist, kaempfte er sich, trotz Grippe, bis auf die Spitze hoch. Eine unglaubliche Leistung!


Stephans Aufstieg in die Sonne


Unser Fuehrer vor dem wunderbaren Panorama

Oben angekommen waren wir froh, dass wir so darauf gepocht hatten, Gasmasken zu bekommen, denn der Schwefelgestank am Kraterrand haelt einem sonst sehr schnell davon ab, laenger in das innere des Vulkanes zu gucken. Stephan war leider so erschoepft, dass er den Vulkan und den wunderbaren Ausblick, der sich von da oben bietet nicht wirklich geniessen konnte, er war einfach nur ausgepumpt.


ein zweiter aktiver Vulkan rauchte die Umgebung ein


Das Kraterinnere


der wunderbare Rundblick


unser „Expeditionsteam“ vor der herrlichen Kulisse


Stephan liegt vor Erschoepfung flach 🙁

Katja verbrachte ganz lange am Kraterrand und sah einmal Lava aufpritzen, leider war der heutige Tag nicht so spektakulaer, manchmal spritzt die Lava fast bis unter den Kraterrand. Doch nur schon der blubbernden Lava zuzuhoeren war so faszinierend und einmalig.

Leider hiess es viel zu frueh schon wieder den Rueckweg anzutreten.
Die ersten Meter Abstieg durch den Schnee mussten wir zu Fuss zuruecklegen. Doch schon bald durften wir unsere „Rutschhosen“ anziehen und die vorgeformten Schneerutschen hinunterrutschen. Das machte riesigen Spass und ging auch viel schneller als Laufen 🙂


Abstieg durch das Schneefeld


ein Blick zuerueck, die 7 Uhr Touren quaelen sich hinauf


eine tolle Rutschpartie, da kann auch Stephan wieder etwas lachen…

Als wir am Ende des Schneefeldes angelangt waren, mussten wir die letzten Hoehenmeter nochmals zu Fuss hinter uns bringen. Doch was beim Aufstieg eher hinderlich und anstrengend war, entpuppte sich nun als Vereinfachung, da man nun richtiggehend in die Tiefe springen konnte und der tiefe Kies bremste einen automatisch. Das kam uns sehr entgegen, denn zusaetzlich zur Grippe und Schwaeche von Stephan schmerzten ihn auch noch die Schienbeinentzuendung (ja, ja, wir werden nur noch aelter 😉 ).


ein letzter Blick zurueck

Zurueck in Pucon gaben wir die Ausruestung zurueck und liefen dann zur Unterkunft. Nach einer ausgiebigen Dusche legte sich Stephan hin und das Fieber schoss nur so in die Hoehe. Mit Medizin und vorallem viel Tee pflegte ihn Katja. Erstaunlich, dass man seinen Koerper so beeinflussen kann und Stephan das Fieber unterdruecken konnte, bis wir zurueck waren. Aber dann heizte er gewaltig ein. Katja konnte richtig gehend im oberen Kajuetenbett spuehren wie er von unten heizte. Nach ueber 15 Stunden Schlaf, hatte auch Stephan die Grippe ueberwunden, aber fuer eine weitere Wanderung reichte die Energie noch nicht. So schlenderten wir gemuetlich nochmals das Staedtchen ab und genossen abends ein gutes warmes Essen in einer Schweizer Baeckerei :-).
Tags darauf hiess es zurueck nach Concepcion zu fahren, um unser Spanisch weiter zu bringen.
Die naechsten Paar Tage lernten wir nochmals fleissig Spanisch mit Katharina, arbeiteten etwas an der Homepage und genossen unser neues Zuhause bei Bernd und Olga. An dieser Stelle nochmals vielen herzlichen Dank, dass Ihr uns ein Zuhause gegeben habt, das tat richtig gut nach solanger Zeit auf Achse!
Eigentlich wollte uns Bernd noch viel mehr schoene Orte in Concepcion zeigen, doch wir hatten auch den Drang Richtung Norden zu Reisen, um wenigstens den Norden von Chile noch ausgiebig zu bereisen, fuer den Sueden kommen wir zu einer besseren Jahreszeit (momentan kommt der Winter) wieder. Concepcion war fuer uns somit kein Sehenswuerdikeitenhoehepunkt, aber wir haben dort auf der menschlichen Basis sehr viele gute Bekanntschaften geschlossen. An dieser Stelle nochmals an Alle ein herzliches Dankeschoen fuer den ueberaus warmen und offenen Empfang! 🙂

Eindruecke von Concepcion:


Stephan, Iscandar (hoffentlich schreibt man das so), Josef, Roman, Andrea und Bernd (die Nachbarsfamilie)


Olga und Vera


bei Katharina(unsere Spanischlehrerin) und ihrem Mann Gonzalo zu Hause

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