Motorradchaos und Schiffsgewimmel

Mittwoch, 30 November, 2005 3 Von Katja&Stephan

Nach einigen Tagen in Bangkok flogen wir nach Hanoi, der Hauptstadt von Vietnam. Wie waren uns ja schon viel Verkehrschaos gewoehnt, aber der erste Eindruck von Vietnam war ziemlich hektisch. Tausende und abertausende von hupenden Motorraedern in den engen Gassen. Zuerst standen wir einfach mal an einer Strasse ohne zu wissen, wie wir diese je ueberqueren sollten. Denn es gab keine Fussgaengerstreifen und keine Ampeln, sondern einfach nur Verkehr.
Als wir uns nach dem ersten Schrecken, indem wir einer Strassenverkaeuferin mit ihrer Schulterwage zuschauten, wie sie die Strasse ueberquert und mitten auf der Kreuzung im Gewimmel der Motorraeder verschwindet, erholt hatten, merkten wir, dass dies die einzige Moeglichkeit ist eine Strasse zu ueberqueren. Einfach loslaufen und nie stehenbleiben. Die Raeder kurven dann einfach hinten und vorne um uns herum.


Motorradchaos in Hanoi


Strassenueberquerung a la Hanoi


Strassenverkaeuferin


Kleiderverkaeuferin


fliegendes Restaurant

Diese Strassenverkaeuferin traegt das ganze Restaurant mit sich herum. Tische, Stuehle und Grill. Zur Essenszeit baut sie ihr Restaurant auf einem Trottoir auf und verkoestigt ihre Gaeste mit frisch zubereiteten Speisen.

In unserem Backpacker konnten wir uns dann wieder vom hektischen Stadtleben etwas erholen.
Hanoi selber ist eine sehr witzige Stadt. Denn auf jeder Strasse findet man nur ein Business. D.h., wenn man Schuhe kaufen will, geht man in die Schuhstrasse (die sind wirklich so benannt), fuer Kleider in die Kleiderstrasse, fuer Suessigkeiten in die Kraemerstrasse usw….


Kleiderstrasse


Lampenschirm/Lampionstrasse


Eisenwarenstrasse

Mitten in der Altstadt liegt der Kiemsee mit der beruehmten Bruecke zur Tempelinsel.


beruehmte rote Bruecke und Kiemsee

Dieser See beruhigt das Strassenbild wieder etwas und gibt einem die Moeglichkeit, mal auf einem Gehsteig zu laufen, anstatt auf der Strasse wo man allen Vehikeln ausweichen muss. Denn die Gehsteige (auf gut schweizerisch Trottoir) sind fuer alles, nur nicht fuer Fussgaenger. Wenn nicht gerade alles voller geparkter Motorraeder ist, werden dort Waren verkauft oder eine Strassenverkaeuferin hat ihre mitgetragene Kueche und Stuehle ausgebreitet und das Trottoir zu einem Restaurant umfunktioniert.


Das Trottoir von Hanoi

Der Einfluss der Franzosen ist immer noch allueberall zu sehen. Einerseits gibt es gute Baeckereien und sehr feine Brote, die ueberall auf der Strasse feilgeboten werden


mmhhh, frisches feines Brot

und auch der Baustil erinnert an Frankreich. Ausser, dass hier die Haeuser sehr schmal aber dafuer umso hoeher gebaut wurden/werden. Dies deshalb, weil frueher die Steuern nach der Breite des Hauses bemessen wurden. Das gibt dann ein ganz amuesantes Stadtbild. Ueberall ragen schmale Schnitze in die Hoehe. Bei der Fahrt vom Flughafen in die Stadt dachten wir zuerst, wir seien in Disneyworld gestrandet.


typisches vietnamesisches Haus

Auf den Mofas wird so ziemlich alles transportiert. Von riesigen Spiegeln oder Fensterscheiben, ueber Harrasse mit Flaschen (natuerlich ohne etwas zu fixieren) bis zu drei Schweinen pro Mofa oder einem riesigen Eber. Alles nur auf den Gepaecktraeger gebunden.

Nachdem wir uns im Chaos der Reiseanbieter etwas orientiert hatten ging es mit einer 3 Tages-Tour los zur Halongbucht.
Wir hatten uns fuer eine Kleingruppentour entschieden, die zwar etwas teuerer war, aber sich im Endeffekt gelohnt hat.
Waehrend der drei Tage auf dem Schiff wurden wir kulinarisch vom Feinsten verwoehnt. Es gab bei jedem Essen etliche Platten verschiedener Meeresfruechte und Fische, aber auch fuer Katja gab es viele feine Sachen. Am ersten Tag schauten wir uns eine riesige Hoehle an und wurden durch die herrliche Landschaft gefahren und konnten dabei einfach etwas ausspannen. Von dem riesigen Bootsgewimmel beim Boarden des Bootes in Halong, konnten wir uns rasch entfernen.


Amazing cave

Die erste Nacht verbrachten wir auf dem Boot. Wir genossen es wiedermal auf einem Schiff zu sein und waren uns einig, dass wir nach unserer Rueckkehr sicher wiedermal segeln gehen werden (wenn uns Dani oder Karin mitnehmen).

Am naechsten Tag machten wir uns nach dem Fruehstueck bereit, um die Buchten per Kajak zu erkunden. Nach einer kurzen Einfuehrung durften wir die Kajaks besteigen und lospaddeln. Aus dieser Perspektive schienen die Karstberge und -felsen noch viel eindruecklicher und die Idylle beim vorbeipaddeln an den verschiedenen schwimmenden Haeusern und Doerfern wurde diesmal nicht vom Schiffsmotor gestoert, nur ab und zu von Hundegebell, die auf diesen Platformen lebten.


Floating house

Kurz vor der Mittagspause entfuehrte uns unser Guide noch in eine abgeschiedene Bucht, in die man mit den Motorbooten nicht reinkommt. Auch mit unseren Kajaks waren wir zu akrobatischen Uebungen gezwungen, um den Durchstich zu bewaeltigen. Wir mussten uns ganz flach ins Kajak legen und als wir unter dem Felsen waren konnten wir uns mit den Haenden am Felsen unten durchziehen.


enger geht nicht

Puuhhh, das war nichts fuer Katja’s klaustrophobische Ader, aber wir haben es geschafft, und was sich uns dahinter bot war einfach traumhaft und braucht keine Worte.


nach dem Durchstich eine Bucht alleine fuer uns

Natuerlich hiess es danach wieder, unten durch um zurueck ins “ offene“ Gewaesser zu kommen. Doch waehrend der halben Stunde, die wir herumpaddelten war der Meeresspiegel schon wieder etwas gesunken, sodass der Durchstich weniger eng war. Es hat uns sowieso erstaunt, wie grosse Unterschiede es hier bei Ebbe und Flut gibt. Am Morgen sehen die Karstberge ganz anders aus als am Nachmittag. Da am Nachmittag der Wasserspiegel viel tiefer ist sind die Felsen unten schmaler, da man die Auswaschung sieht und das veraendert das Bild. Zudem entstehen am Nachmittag ueberall kleine Sandstraende in der Naehe der Felsen.


Dank der Ebbe liess uns der Durchstich mehr Platz bei der Rueckfahrt

Wir paddelten gegen Mittag zum Boot zurueck, wo wir noch Zeit zum Baden hatten, bevor uns wieder ein herrliches Essen aufgetischt wurden.


und wieder wurden wir nach einem herrlichen Bad kulinarisch verwoehnt!

Nach einer laengeren Siesta auf dem Bootsdeck gings nochmals zurueck ins Kajak fuer weitere 2 Stunden Entdeckungstour. Auf dieser besuchten wir auch eines der zwei Camps unseres Touranbieters. Eigentlich haetten wir die zweite Nacht in einem dieser zwei Camps verbringen sollen, doch leider wurde das Camp durch den Taifun vor 2 Wochen zerstoert. So mussten wir wieder zurueck aufs Boot und wurden nach Cat Ba Island gefahren, wo wir stattdessen in ein super Dreisterne Hotel gefahren wurden. Zwar absolut das Gegenteil von der Beachcamp Romantik, doch auch schoen zum ausspannen.
Nach einem gemuetlichen Abend liessen wir uns erschoepft aber zufrieden in das Luxusbett fallen.
Der naechste Tag war dann wieder zum relaxen auf dem Sonnendeck, die Landschaft geniessen, sich kulinarisch verwoehnen lassen und ein letztes Bad nehmen, bevor wir die Halong-Bucht verliessen.