Nazca und die geheimnisvollen Linien

Fuer den heutigen Tag hatten wir ein kompaktes Programm. Im Hostel kriegten wir ein Superangebot und konnten somit die interessantesten Sehenswuerdigkeiten in und um Nazca an einem Tag besichtigen. Schon frueh morgens ging es los zum Flughafen. Katja war etwas mulmig zumute, erstens, da sie doch noch nie in solch einem kleinen Flieger sass, zweitens weil sie nicht wusste, ob sie den peruanischen Flugkuenstlern vertrauen soll und drittens, da sie bereits in eingen Berichten von der Flugart gehoert hat, welche die Piloten anwenden, um jedem Touristen die Zeichungen in gleichem Masse zu zeigen (fast wie auf einer Achterbahn). So nahm sie wie normalerweise fuer Bus- und Schifffahrten zur Vorbereitung auch fuer diesen Trip Reisetabletten, damit es ihr sicher nicht schlecht wird und sie die Nazca-Linien gar nicht geniessen kann. Stephan kriegte den Co-Pilot Sitz und Katja sass gleich dahinter neben einem anderen Touristen. Als der Tower uns die Starterlaubnis gab, flitzten wir ueber die Startpiste und mit nur 100 km/h stiegen wir in den Himmel.

Schon kurz nach dem Abheben zeigt uns der Pilot die erste Figur auf der rechten Seite, die Trapezoide (oder Landebahnen nach Erich von Daeniken). Nach einem heftigen Seitenwechsel konnte auch die linke Seite die Figur bestaunen. Ungefaehr 100 Meter ueber Boden ging es dann im Minutentakt so weiter. Faszinierend diese Zeichnungen, denn vom Boden aus sind sie ueberhaupt nicht zu erkennen. Der Flug war wirklich eine Art Achterbahn… rechts – links- bisschen gerade aus rechts- links usw….. 🙄


der Astronaut begruesste uns


dann kam ein Trapezoid, „Erich von Daenikens“ ausserirdische Landebahn (dieser Schweizer ist leider hier sehr unbeliebt, da er den Nazcenos das erstellen dieser beruehmten Zeichnungen widerlegen will)


der Affe


und der Kolibri

Nach gut 40 Minuten war dieses Abenteuer dann auch schon wieder vorbei. Es hat mega Spass gemacht mit solch einem kleinen Sportflugzeug zu fliegen. Dank der Reisetablette konnte auch Katja diesen Flug in vollen Zuegen geniessen.


und dann der spektakulaere Landeanflug, huch, das da unten ist doch unsere Piste, und wir sind noch soooooooo hoooooch 😕

Kaum waren wir im Hostel zurueck ging es mit der naechsten Tour weiter. Wir fuhren zu den beruehmten Chanchilla Graeber. In dieser kargen Wuestenlandschaft wurde ein Friedhof der PraeInkas gefunden.
Den Mumien wurden zuerst die Innereien entfernt, dann wurden sie einbalsamiert, zuoberst mit einer Schicht Aji (Chilischoten), damit sie vor Tieren und Insekten verschont blieben. Danach wurden sie in phoetaler Position in gutes Textilgewebe eingepackt und zugebunden. Die phoetale Position war fuer die Inkarnation in einer anderen Welt, sowie auch die Grabbeigaben Toepfe und Schmuck. Alles gut fuer die Wiedergeburt vorbereitet. Die meisten Graeber in Chanchilla sind von reichen und einflussreichen Leuten, bei welchen die rechteckige Grabform verwendet wurde. Die aermeren Leute haben kreisfoermige Graeber. In all diesen rechteckigen Graebern sind (oder waeren wenn die Grabraeuber nicht alles zerstoeren wuerden) die Mumien sehr gut erhalten. Manchmal bis auf die Haare ist alles noch sehr gut zu erkennen.


mit noch weiteren dieser Bilder moechten wir Euch nicht den Appetit verderben…

Leider wurden die meisten Graeber von Grabraeubern, welche sich sofort saemtlichen Kostbarkeiten wie Schmuck, Vasen, Gold und Textilien bemaechtigten, gepluendert. Noch heute graben die skrupellosen Raeuber jede Nacht nach versteckten Wertsachen und da der Stadtregierung das Geld fuer Nachtbewachung fehlt, haben diese Grabraeuber leider sehr leichtes Spiel. Das Resultat davon sieht so aus…

… eine Schande ! Auf dem Rueckweg schauten wir noch kurz bei einer Toepferei vorbei, welche die zerstoerten Tongegenstaende wieder auffrischt und auch neue Toepfe und Behaeltnisse nach alter Art herstellt. Noch heute werden dafuer die Techniken angewandt wie vor 500 Jahren, zur Zeit der Inkas.
Der Ofen, in welchem die Gegenstaende gebrannt werden ist ein Erdloch ausgekleidet mit Steinen. Zuunterst kommt eine Schicht Holz, dann Steine, die Toepfe und zugedeckt werden sie mit 20 kg Holz, welches ebenfalls angezuendet wird und alle zwei Stunden erneuert werden muss. Darauf wieder Steine. Nach 16 bis 18 Stunden ist der Brennvorgang vollendet.


die fertigen Produkte duerfen sich sehen lassen!

Danach besuchten wir noch die Goldschuerfer der Region. Die Arbeiter sind selbstaendig und verbringen meist ca. 4 Tage bis eine Woche in den Minen. Danach bringen sie das gefoerderte Gestein in die Verarbeitungsanlage, welche ihnen von den Anlagebesitzern zur Verfuegung gestellt werden. Dort wird das Gestein zuerst fein gmahlen, dann mit Wasser und Quecksilber vermischt und mit grossen Steinen gemalen. Das Quecksilber verbindet sich dann mit dem feinen Goldstaub. Danach wird dieses Gemisch (Goldamalgam) gewaschen und erhitzt, damit wird das Gold vom Quecksilber getrennt (Quecksilber entweicht durch die Luft) und das reine Gold kann nun verarbeitet werden. Vom gewonnen Gold, muessen die Minenarbeiter 70%! an den Anlagenbesitzer abgeben, nur 30% koennen sie selber behalten. Ein sehr grosses Problem besteht auch darin, da durch die Wasserarmut hier das mit Quecksilber verwendete Wasser etliche Male wiederverwendet wird und natuerlich wie ueberall, am Schluss im Grundwasser endet!


ein Goldgraeber bei der Vermischung des Quecksilbers mit dem Goldstaub im Wasser


die gesamte Anlage, manchmal ist sie vollstaendig belegt

Nach einem kurzen Mittagessen kam noch unsere dritte gebuchte Tour an diesem Tag an die Reihe 🙂 Wir fuhren wiederum mit Jesus, unserem Guide, zu den Aequadukten.


Er konnte erzaehlen ohne Luft zu holen und ist selber so fasziniert von der Geschichte von Nazca, dass man ihm stundenlang zuhoeren koennte. Er ist ein 100% Nazceno, wie er uns immer wieder versichert und vorlebt 😉


und sein Fahrzeug, auch ein Unikat

Auf der Fahrt zu den Aquaedukten zeigte er uns noch eine zerstoertes Dorf der Ureinwohner, doch dies war so schlecht erhalten, dass nicht einmal mehr die Ansaetze eines Hauses zu erkennen war und daher auch kein Foto wert. Danach gab es noch einen laengeren Besuch bei „The Needle“ einer weiteren beruehmten Nazcafigur, welche man von einem ca. 10 Meter hohen Huegel sehen kann, von der Ebene jedoch nicht zu erkennen war. Damit wollte uns Jesus die Theorie von Maria Reiche veranschaulichen, welche ueberzeugt ist, dass all diese Figuren hier von den nazcenos selber geschaffen wurden. Sie meint, die Leute haetten einen tragbaren 10Meter hohen hoelzernen Turm gebaut, denn aus dieser Hoehe ist auch die groesste Figur zu erkennen (dies zur Widerlegung von „von Daenikens“ Theorie, welcher sagt, das muessten Ausserirdische gewesen sein, da sie in dieser Zeit die einzigen waren, welche fliegen konnten und somit auch die Einzigen waren, welche die Figuren in ihrer Groesse erkennen konnten.
Doch welche Theorie die richtige ist, weiss niemand.


the needle

Danach gings weiter zu den Aequadukte, ebenfalls von den PraeInkas erbaut, diese waren sehr eindruecklich. Nazca liegt in der Wueste und somit haben sie ein grosses Wasserproblem. Daher bauten sich die Vorfahren Wasserkanaele. Doch diese fassten unterirdischen Wasser von den Bergen oben, keine offenen Quellen (dies der grosse Unterschied zu den roemischen Aquaedukten), von den Anden herunter bis nach Nazca. Seither wurde das Land durch mehrere Erdbeben erschuettert, doch die genial konstruierten Aequadukte blieben von der Zerstoerung verschont. Durch das Aufeinanderschichten von Bollensteinen wurde gerade eine Erdbebensicherung eingebaut 🙂


die Tuere des Kanals


um die Geschwindigkeit des Wassers zu verlangsamen, bauten sie etliche Kurven in den Kanal

Da Zwischendurch ein Huegel im Weg war, bauten sie kleine Tunnels und zwar nur mit einer Querschnittsgroesse, dass das Wasser beim Hoechststand knapp unter die Holzdecke reichte (ansonsten waere die Decke morsch geworden und irgendwann eingestuerzt). Zudem wurden ca. alle 20 Meter eine Oeffnung (Fenster genannt) in verschiedenen Formen (Spiralen oder Kreise) konstruiert, damit der Kanal bei Niedrigwasser gereinigt und kontrolliert werden konnte und die dadurch angesogene Luft das Stroemen des Wasser unterstuetzt.


das Innere von einem „Fenster“ zum naechsten

Dann ging auch dieser sehr intensive Tag mit 3 Touren zu Ende, ist ganz schoen anstrengend sich so lange zu konzentrieren 🙄

Ein weiteres Sujet, welches momentan wieder ganz extrem ins Auge springt und wir mal ins Bild fassen wollten sind die vielen bemalten Waende, welche uns auch staendig auf den Busfahrten begleiteten. Am naechsten Sonntag ist in Peru die zweite Runde der Praesidentenwahl und fast alle Waende werden dafuer mit Parolen der Kandidaten bemalt. An einigen Waenden kann man sogar noch die Parolen vom Wahlkampf 1990 (Fujimori) entdecken.

Was uns auf unserer Fahrt nach Pisco dann auch sehr erstaunte waren die vielen Baumwollhuegel an den Strassenhaendlern, es war gerade Erntezeit. Und in dieser Region ist neben Tourismus, Aji (Chilischoten), Gold, Kupfer auch Baumwolle ein Exportgut.


so sehen die Baumwollknospen vor der Bluete aus

Eine Antwort auf „Nazca und die geheimnisvollen Linien“

  1. Hallo,

    ich bin auf der Suche nach den Nasca Figuren auf ihre Seite gestossen! Sehr interessant! Ich wüsste auch nur allzu gern,wer diese Figuren gemacht hat! Ist ja der totale Wahnsinn,wie gross diese Figuren sind! (schwierig so etwas überhaupt nachzumalen,ohne das man Ansätze sieht!

    Es gibt so viele Dinge auf der Welt die man mit der klassischen Logik nicht erklären kann.

    Ich finde ihre Seite jedenfalls toll und finde,sie sollten es auf jeden Fall erweitern! Weiter so!

    MfG

    Markus Jaquet aus dem Sauerland,Deutschland.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.