Transsib Teil 3

Wir hatten gelesen, dass der letzte Teil der Transsib-Strecke der Schoenste sein soll, und so erwarteten wir auch voller Spannung diesen letzten Abschnitt. Zuerst wurden wir jedoch mit einem Fruehstueck verkoestigt, wiedermal Wuerstchen + Salat um 7 Uhr morgens. Waehrend des Fruehstuecks „platzten“ bereits die neuen Uebernachtungsgaeste bei unserer sehr lieben Gastmutter rein. Da jedoch noch alle drei Zimmer belegt waren (wir und ein weiteres Paerchen mussten in einer halben Stunde auf den Zug) machten sich die 5 im Wohnzimmer neben unseren Tellern breit und es wurde ziemlich eng. Denn die drei Zimmer und eine winzig kleine Kueche ist alles, was neben dem Wohnzimmer noch vorhanden war, und dort schlief auch noch die Tochter oder Enkelin am Boden. Wo unserer Gastmutter selber schlief, haben wir in der Zeit wo wir dort waren nicht rausgefunden. Um wieder etwas Platz zu schaffen, packten wir unsere Sachen schnellstmoeglichst zusammen.
Auf dem Bahnhof im Riesengewuehl hatten wir unseren Waggon ziemlich schnell gefunden, und es war ein Chinesischer! Nun konnten wir auf unseren drei Etappen auch alle Zuege erleben. Der chinesische ist etwas weniger geschmueckt als der russische, dafuer haben immer zwei Abteile zusammen ein Wasch-/Duschabteil, was fuer ein Luxus! Im Abteil nebenan waren wieder Schweizer einquartiert. Rolf und Cornelia. Sie beide sind auch laenger unterwegs und starten mit der Transsib, danach geht’s fuer sie noch etwas in andere Teile Chinas und dann Australien und Neuseeland.
Nun aber zur Landschaft. Nach der Abfahrt konnten wir die bereits beschriebene wunderschoene rundhuegelige Landschaft nochmals geniessen, diese wurde immer trockener und flacher und die Wueste Gobi kuendigte sich an.

Ebenfalls eine Region, die wir spaeter irgendwann auch mal noch besuchen moechten. Wir sahen Gazellenherden, Kamele auf Duenen am Horizont und einfach Sand, Wueste halt ;-). Die Wueste Gobi ist neben der Sahara die zweitgroesst Wueste auf der Welt und erst als wir uns langsam der Grenze naeherten wurde die Umgebung wieder etwas gruener.

Das Prozedere an der Grenze war nicht so ermuedend wie bei der Einreise in die Mongolei und wir waren vorallem neugierig auf den Spurwechsel, den wir live miterleben konnten. Russland hat breitere Schienen als Europa und Asien, somit wurde an der Grenze zu China unsere gesamte Zugkompiosition in eine reisige Halle gefahren. Dort wurden Waggon fuer Waggon aufgebockt nachdem die Radkonstruktionen geloest wurden. Danach wurden die breiten Raeder weggefahren, wir schwebten in 2 metern Hoehe ohne Raeder bis die schmaldere Radkunsturktion unter die Waggons gefahren wurde und wir wieder heruntergalessen wurden.

Waehrend diesem Umbau sind alle Passagiere an Bord und da unser Zug in zwei geteilt wurde, konnte man das Geschehen ganz gut parallel an der anderen Haelfte des Zuges mitverfolgen. Danach war erstens dunkel und wir muede und wir genossen die Horizontale.
Fruehmorgens um 6 Uhr erwachten wir und Katja wollte sich nicht mehr hinlegen, denn es hiess, dass bald die chinesische Mauer zum ersten Mal zu sehen sei. So stellte sie sich ans Fenster und wartete. Einmal glaubte sie, sie zu sehen, doch beim naeher kommen, dachte sie, es sei eine Burg. Da an vielen Teilen die Mauer recht verfallen ist, sieht die Mauer auch an manchen Stellen nur noch wie eine Burgruine aus. Doch um ca. 10 Uhr klebten dann so ziemlich alle Fahrgaeste an den Fensterscheiben des Ganges. Man sah sie, wie sie sich ueber die Huegel schlaengelt. Sensationell!

Immer wieder konnte man die Mauer sehen und wir konnten uns nicht satt genug sehen. Als dann immer mehr Haueser kamen wussten wir, dass wir uns nun Peking naeherten. Nun begann unser Abenteuer so richtig.
Im Zug konnten wir schon eine Karte erstehen, wo die Strassennamen englisch und chinesisch aufgefuehrt wurden und um diese sollten wir bald schon froh sein. Doch nach dem Aussteigen wurden wir zuerst von den Menschenmassen ueberwaeltigt, die da vor dem Bahnhofgebauede warteten, schrien, draengten,… Dann suchten wir eine Bank damit wir uns den Luxus eines Taxis (die sind in Peking sehr guenstig, nicht teuerer als bei uns der Bus oder die Bahn) leisten konnten. Doch das mit dem Taxi war wohl nix… Keiner wollte auf unsere Handzeichen reagieren und diejenigen Taxis, welche an der Strasse standen, machten ebenfalls keine Anstalten uns mitzunehmen. So fragten wir mal, wo wir uns auf der Karte denn befinden (denn keiner wusste genau an welchem Bahnhof wir mit der Transsib ankommen sollten) und als wir sahen, dass es nur 2 Strassen nach Norden, dann drei nach Westen, nochmals drei nach Norden und dann 2 nach Westen sind, entschieden wir, mit Sack und Pack zu laufen. Uff… Das gab dann gute 45-50 Minuten Fussmarsch mit Vollpackung ;-). Voellig durchnaesst kamen wir im Hostel an. Doch wir hatten einen Volltreffer bei der Internetreservation gelandet und sogar ein Zimmer mit Dusche und Fernseher erstanden. Diese Dusche genossen wir nun in vollen Zuegen, bevor wir die Stadt unsicher machten.

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