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17. August 2005

Transsib 2. Teil

Von Irkutsk nach Ulaan Bataar

Der Wecker riss uns um 03.45 aus dem Tiefschlaf. Gluecklicherweise verschlief unsere Gastmutter, denn sonst haetten wir mitten in der Nacht noch Spiegeleier, Wuerstchen und weiss ich noch was alles essen muessen 😉 Da wir das Morgenessen somit verpassten, steckte sie uns dafuer noch ein halbes, gekochtes Huhn in unsere Tasche!
Wir bezogen kurz vor 6 Uhr unser Abteil des mongolischen, spartanisch eingerichteten Zuges. Die ersten 2 Fahrstunden schliefen wir noch etwas bevor wir uns ein Morgenessen zubereiteten. Dummerweise war der Zug viel zu schnell unterwegs und so waren wir mitten im Essen, als wir in Ulan Ude hielten. Naja, stiegen wir halt mal nicht aus. Schon die ganze Zeit, seit wir eingestiegen waren, wanderten lauter Mongolen beladen mit Kisten den Korridor unseres Wagens auf und ab. Nach einiger Zeit fragten wir uns schon, was die da wohl machten. Bei unseren Abteilnachbarn mussten die Mongolen zuerst noch die Kabine ausraeumen, denn diese war total mit Kisten, Saecken und Vodka vollgestopft. Dieses muntere Treiben hielt bis kurz vor der Grenze an. Jedes noch so kleine Loch wurde geoeffnet und Ware (vorallem Tabak) darin versteckt! Nun war auch fuer uns endgueltig klar: alles Schmuggelware. Auch unsere WC wurde kurzerhand beschlagnahmt und als Lagerraum umfunktioniert.

Alles Schmuggelware…

An der russischen Grenze wurden dann die Waren, welche in keinem Versteck mehr Platz fanden, wieder ausgeladen. Dort hatten wir 2 Std. Zeit, um auf dem Bahnhof dem Treiben zuzusehen. Gott sei Dank haben wir mit Kreso und Janja in den letzten 2,5 Std. fast 2 Flaschen Vodka leergetrunken, so ueberstand Katja den „Besuch“ auf der Bahnhoftoilette (die Zugtoiletten schliessen meist 20 min. vor dem Bahnhof und bleiben bis 15 min. nach Abfahrt geschlossen) mit einem betrunkenen Laecheln, anstatt… . Wofuer doch Alkohol alles so gut ist :-). Danach mussten wir 2 Std. bei gegen 40 C im Abteil auf die Beamten warten.

der Nachbrand laesst gruessen 😉

Einen Teil der Schmuggelwaren wurden von den Zoellnern gefunden und beschlagnahmt. Das meiste jedoch blieb unentdeckt. Die Zugfahrt ging weiter aber nur 10 min., denn da wartete der mongolische Zoll auf uns. Da wir in einem mongolischen Wagen sassen dachten wir, dass das jetzt recht schnell gehen wird. Naja, immerhin schneller, nur 2 Std. ! Nach etlichen Stoerungen von Zoellnern konnten wir uns dann endlich in unserer „Sauna“ dem Schlafen widmen. Jedenfalls Stephan, Katja hatte den ihr ueber den Kopf krabbelnden Kakerlaken den Kampf angesagt und schloss bei jedem Stopp die Fenster und vertrieb die Kakerlaken.
Nach einer kurzen Nacht erwachten wir kurz vor der Hauptstadt der Mongolei – Ulaan Bataar.

Und hier noch einige Eindruecke dieser 28 stuendigen Zugfahrt.


Ein Kommentar zu ' Transsib 2. Teil '

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  1. iwan sagte:

    Also nei katja…bsoffä ufs wc gah. wänn en ma wärsch, hettisch also es plätzli im H2 uf sicher!!!:mrgreen: prouscht

    17. August 2005 um 16:38

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