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Der Hoehepunkt unseres Besuchs von Arequipa sollte der Ausflug in den Colca-Canyon darstellen. Seit ein Kollege von Stephan uns von den Kondoren dort erzaehlt hat, traeumte Stephan davon dieses Naturschauspiel selbst zu sehen. Fuer diesen Hoehepunkt haengten wir uns dann doch zwei Tage einer Tourgruppe an. Meistens waehrend dieser Zeit erfuhren und sahen wir kaum Neues. Wir sind nun schon so lange im Altiplano unterwegs, dass uns ein Lama nicht mehr aus dem Sitz reissen kann, obwohl wir den Anblick natuerlich immer noch schoen finden, wir hoffen ihr versteht was wir meinen…


Altiplano „Landschaft“


Lamas


unsere Lieblinge, die Vicunas, immer noch wild und nur auf Hoehen ueber 3000m heimisch


Felsformation auf dem Weg zum Colca-Tal, von Wind und Wetter geformt


eine alte Frau mit einer Spindel, ein Bild das wir seit Bolivien immer wieder sehen, und die sind unglaublich geschickt, sogar waehrend dem Laufen beherrschen sie das Spinnen

Doch auch waehrend dieser organsierten Tour wurden wir uns wieder bewusst, weshalb wir so oft wie moeglich versuchen, ohne organisierte Touren an das Ziel zu kommen. Gewisse Touristen gehen so unsensibel mit den Einheimischen um, dass wir uns nicht wundern, weshalb sich die Einheimischen nun allen Touristen gegenueber so skeptisch geben oder dann daraus ein Geschaeft zu machen versuchen. Es gibt doch tatsaechlich Leute, die einen Einheimischen zuerst bezahlen und dann das riesige Zoom der Kamera bis auf 20/30 cm dem Einheimischen ins Gesicht strecken, wie im Zoo!


ein Souvenirstand, solche sollten wir bis Ende des Ausflugs noch unzaehlige sehen und jeder hat dasselbe


die Kinder werden von den Eltern in die typischen Kostueme gekleidet um als Photomodelle Geld zu machen :cry:, oft anstatt in die Schule zu gehen


Chivay, im Colca-Tal, es sollte eine kurze Nacht geben


die Kirche von Chivay

Am Abend mussten wir uns dann wieder mal ueber die peruanische Art aergern. Oft denken die Leute, sie wissen schon bevor du die Frage stellst, was Du fragen willst (da ja eh jeder Tourist dasselbe fragt). Da Stephan mit seiner Wunde schon improvisiert duschen musste, kam der Besuch in den warmen Thermalquellen nicht in Frage. So wollten wir uns bei der Reiseleiterin erkundigen, ob es dort auch einfach eine Cafeteria gibt, wo wir uns hinsetzten koennen bis unsere Gruppe wieder zurueckfaehrt. Sie versichert uns, klar, es gaebe eine drinnen und eine draussen, sie empfehle die draussen. Da die Sonne aber bereits untergegangen war bezweifelte Katja ihren Rat, da meinte sie, wir wuerden dann schon sehen. Schlussendlich stellte sich dann heraus, dass ihre Antwort auf die Frage „ob es verschiedenen Baeder hat“ gepasst haette, nicht aber auf unsere Frage. Es gab zwar eine Cafeteria, aber um dorthin zu kommen, haette man zuerst den halben Eintrittspreis bezahlen muessen, um dann dort fuer den Konsum nochmals zu bezahlen. Das war uns dann doch etwas zu idiotisch, doch da der Rest der Tourgruppe hier badete, blieb uns nichts anderes uebrig als die 3-4 km zum Dorf zu Fuss zurueck zu laufen, genau das, was wir mit unserer Frage vermeiden wollten. Dafuer hatten wir dann auf unserem Marsch genuegend Gespraechsstoff…

Eine Folkloreshow darf natuerlich auf so einem Ausflug auch nicht fehlen…

die Maenner haben so tiefe Huete auf und Roecke, damit man ihr Geschlecht nicht erkennt

Am naechsten Morgen stiegen wir mit ein bisschen Verspaetung (nicht jeder ist um 6 Uhr puenktlich) in den Bus und fuhren los. Stephan versuchte schon zum ersten mal sein Glueck indem er die Reiseleiterin ueberzeugen wollte, dass wir die geplanten Aussichtsstopps auf dem Rueckweg des Tripps machen koennen, dass es doch am wichtigsten sei, wenn wir vor 8 Uhr beim Aussichtspunkt, von wo man die Kondore beobachten kann, ankommen. Leider stimmte sie ihm nicht zu, sie meinte, wir haetten genug Zeit. Als dann jedoch im naechsten Dorf die drei Amerikanerinnen eine viertel Stunde zu spaet kamen, was uns dafuer die Moeglichkeit gab, den morgendlichen Tanz der Einheimischen vor der Kirche zu beobachten, war sie dann nicht mehr ganz sicher, ob wir es mit den Stopps schaffen wuerden und schlug deshalb vor, direkt zu fahren. Unsere Herzen huepften :lol:.

So waren wir dann tatsaechlich um 7.50Uhr beim Aussichtspunkt und konnten uns gemuetlich auf einem Stein einrichten. Einen Kondor konnten wir schon sehen. Er sass auf einem Stein und wartete auf genuegend Thermik.
Um 8.10 ging es dann langsam los. Ab und zu konnte man einen Kondor schweben sehen. Die Kondore fliegen nie mit Fluegelschlaegen, sondern schweben mit Hilfe der Thermik. Ein ausgewachsener Kondor kann eine Fluegelspannweite von bis zu 3 Metern erreichen! Das war ein unglaubliches und wunderschoenes Naturschauspiel, welches sich uns in den folgenden 50 Minuten bot. Teilweise waren bis zu 8 Kondoren in Sichtweite. Am eindruecklichsten war es, wenn sie direkt auf dich zugeschwebt kommen und ueber deinen Kopf fliegen.


einer kam uns dann zu nahe und hatte keine Platz auf dem Photo!

Knapp nach neun Uhr ist das Schauspiel dann vorbei, denn sobald sie genug hoch sind, schweben sie ueber den Berg um Futter zu suchen. Am Abend kann man sie dann nochmals beobachten, aber meist nicht in diesen Mengen, da sie abends nicht gleichzeitig zurueckkommen.
So hiess es wieder in den Bus zu steigen um den Rest des Programmes abzuspulen. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, nur schon fuer diese 50 Minuten.
Auch die restliche Umgebung war eigentlich sehr schoen.


Colca Canyon

Auf dem Rueckweg hielt uns eine Lamaherde mit ihrem Hirten auf, welche es ebenfalls bequemer fanden, die Strasse zu benutzen.


Lamahirte

In Chivay liessen wir das Mittagessen dann aus um nochmals etwas vom lokalen Leben zu erhaschen.


Spinnerin diesmal nicht mit Spindel, sondern Spinnrad (eher selten hier)


und die spezielle Art der Einbruchsicherung wollten wir auch noch verewigen

Zurueck in Arequipa hatten wir dann nochmals einen Tag an welchem wir die restlichen uns wichtig erscheinenden Sehenswuerdigkeiten besuchten und uns nochmals an den etlichen Anwerbern der Terrassenrestaurants am Plaza des Armas amuesierten. Jeder hat den gleichen Spruch drauf und laesst dich nicht durch ohne das er ihn abspult. „Restaurant mit wunderschoenem Blick auf den Platz“. Sobald Du „nein“ sagtst, folgt “ mas tarde?/ maybe later?“. Auch wenn sie sehen, dass Du schon die anderen 10 Bewerber kalt stehen gelassen hast. Die haben Ausdauer ;-).
Der Innenhof der Kirche la Campania hatten wir noch nicht besucht, und die beiden Innenhoefe mit den bearbeiteten Steinsaeulen waren eindruecklich

Natuerlich wollten wir auch den Ausblick ueber die Stadt und den Vulkan Misti haben, von welchem das Gestein fuer den Bau der Stadt kam. Deshalb begaben wir uns auf einen der Aussichtspunkte der Stadt, der Anblick war auch schoen, aber ergab nicht das gewuenschte Bild

Doch auch das Rundherum bei diesem Platz war nicht zu verachten


Gaesschen die einladen, immer wieder


Stilleben, fast wie in der Toscana


und schoene Fassaden ueberall, die weisse Stadt, Arequipa

Nach einer herzlichen Verabschiedung von Marcela und Juan machten wir uns auf den Weg nach Puno am Titicacasee. Hier im Casa de Nino fuehlten wir uns wirklich in einem „home away from home“!

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