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Obwohl die meisten Reisenden nur eine oder zwei Uebergangsnaechte vor und nach den Trips aufs Land in Ulaan-Bataar verbringen, koennen wir auch die Stadt fuer eine Besichtigung empfehlen. Vorallem nach Irkutsk kommt einem die Hauptstadt der Mongolei wie ein Provinzstaedtchen vor. Keine hohen Haeuser aber viele Huegel um die Stadt und tausend Hupkonzerte.
Hier einige Eindruecke der mongolischen Hauptstadt:


Winterpalast von Bogd Khan, bei dem wir unseren ersten Regenguss auf der Reise erleben durften, das gab eine wunderschoene Stimmung.


Aussicht vom russischen Soldaten-Denkmal auf die Stadt


Der beruehmte Suchbaatar-Platz

Nach zwei Tagen in der Stadt gings los aufs Land. Zuerst Rictung Westen, nach Karakorum und Umgebung (dort wo zu Dschinggis-Khans Zeit die Hauptstadt war). Habt Ihr uebrigens gewusst, dass Dschinggis-Khan sein Reich vom Pazifik bis nach Wien ausdehnte durch seine Feldzuege?). Doch zu seiner Zeit herrschten strenge Regeln – hier ein Auszug: „Verboten ist es, die Haende in Wasser zu tauchen; zum Schoepfen soll ein Gefaess benutzt werden.“ „Verboten ist es, seine Kleidung zu waschen, solange man sie traegt und bis sie nicht voellig abgetragen sind.“ „Wer sich von uebermaessigem Essen erbrochen hat, den soll man unter dem Zelt hindurchschleifen und sofort toeten.“ „Wer in Asche oder Wasser harnt, wird mit dem Tode bestraft.“
So genug der alten Regeln, wir leben ja Gott sei Dank nicht mehr in dieser Zeit…

Die Fahrt Richtung Westen war sehr faszinierend. Riesige unbewohnte Flaechen wechselten mit runden Huegeln, dann wieder Steppe, immer wieder frei herumlaufende Tiere wie Ziegenherden, Schafe, Rinder und sehr viele Pferde. Ein Augenschmaus einer galoppierenden Herde Pferde vor wunderschoenem Landschaftshintergrund zuzusehen. Unser Tierherz kam sowieso voll auf seine Kosten, wir sahen Murmeltiere, Erdmaennchen, ein Tier, das wie eine Maus aussah, aber ohne Schwanz (nein, er wurde nicht abgerissen, die waren alle so!), Wildpferde, Adler, Maeusebussard, Geier, tausende verschiedene Grasshuepfer und viele verschiedene andere Insekten (da blieb jedoch Katjas Tierherz kalt 😉 .
Hier ein paar Eindruecke unserer ersten Etappe.


Wunderschoene Landschaft, noch verschoenert durch das Schattenspiel der Wolken


Die Stange, die ihr seht, hat vorne eine Schlinge, um die Tiere einzufangen. Die Mongolen sind sehr geschickt zu Pferd und verlassen ihre Mutter, sobald sie den Steigbuegel erreichen und ihre Arme zu den Zuegeln reichen (d.h. ca. ab 3-4 Jahren gehen sie mit auf die Felder).


Wir konnten einem Schauspiel der besonderen Art beiwohnen. Das Naadam-Fest wurde unter freiem Himmel vorgefuehrt. Da wir genug frueh da waren, luden uns die Kinder ein, mit ihnen zu wuerfeln, so haben wir zwei mongolische Wuerfelspiele kennen gelernt. Man sollte vielleicht noch dazu sagen, dass die Wuerfel aus Knochen einer Ziegenwirbelsaeule bestehen und wir anfangs unsere Muehe hatten, zu erkennen, was wir genau gewuerfelt hatten 🙂


Der imposante Aufzug der koeniglichen Jurte mit Ochsen und Reiter vor dem Naadam-Fest.


Die Kehlkopfsaenger mit ihren Pferdekopfgeigen haben wir zweimal gehoert. Zuerst an der Musikhochschule (siehe Bild) und dann noch unter freiem Himmel. Die Gaensehaut kam uns beide Male, einfach sensationell diese Stimmen!


Stephan ist etwas zu gross fuer die mongolischen Pferde und Sattel, er musste es noch lange an seinen blauen Flecken spueren 😉

Noch einige Schlagwoerter zu unseren ersten Tagen in der Mongolei:
-Vergorene Stutenmilch (Airag), sehr beliebt unter den Nomaden und als Begruessung von „Ehrengaesten“ (keine Ahung weshalb wir davon angeboten bekamen 😉 )gedacht. Fuer uns endete das so: Ein Schluck dieses Getraenkes reicht und “ Hopp de Baese ab ufs WC“ (es ist extrem verdauungsanregend).
-Bilder wie im Wilden Westen: Drei gesattelte Pferde vor einem Supermarkt.
-Ein Moench und ein alter Mann in Tracht auf einem uralten Motorrad auf der Schotterpiste unterwegs.

Danach verlaengerten wir unseren ersten Trip noch um einen Tag, um noch in den Nationalpark zu fahren, wo die Wiederansiedlung von Wildpferde (Schewalksypferde) geklappt hat. Diese kann man nun bei genug Ausdauer beim Huegelkraxeln und etwas Glueck in der freien Wildbahn beobachten, sensationell.

Natuerlich blieb uns auch eine Autopanne (inmitten des Nichts ohne Natelempfang) nicht erspart, kein Wunder, bestehen doch die meisten „Strassen“ nur aus Stein- und Sandpisten.

Nach 4,5 Stunden, die Zeit vertrieben wir uns mit Wanderungen in der nahen Umgebung und damit, unserem Fahrer und der Reiseleiterin ein schweizer Wuerfelspiel beizubringen, wurden wir und die Reiseleiterin abgeholt, um uns in die Stadt zurueck zu bringen. Das Los des Fahrers: Warten bis unsere Rettung zurueck in der Stadt die noetigen Ersatzteile fand und wieder zu ihm zurueckgefahren war. Danach das Auto reparieren um dann selbst in die Stadt zurueckfahren zu koennen. Ein recht komisches Gefuehl fuer uns, ihn einfach so alleine im nirgendwo zurueck zu lassen. Die Panne war um 11.30 Uhr. Wir waren um 17.30 Uhr wieder in der Stadt, der Fahrer nachts um 2 Uhr!
Am naechsten Tag gings noch nach Osten in den Terelj Nationalpark („mongolische Schweiz“ wird er auch genannt). Auch diese Umgebung ist sehr schoen, ab und zu hat sie auch Aehnlichkeit mit der Schweiz, also eine ganz andere Landschaft als im Westen, doch auch viel touristischer als der Westen, da der Nationalpark sehr nahe der Hauptstadt gelegen ist. Dort erlebten wir, was es heisst, wenn das Wetter von einem Tag zum anderen von Hochsommer (+35Grad C am Schatten) auf Herbst (+4Grad C) wechselt. Ohne in der Jurte (Rundzelte der Nomaden und waehrend unseren Trips unsere Unterkuenfte) einzufeuern, hielt man es auch mit Faserpelz und Regenjacke nicht aus.


Unser Jurtencamp im Terelj- Nationalpark

Am Abend heizten wir voll ein (Stephan verging fast 😉 ), damit es moeglist lange warm blieb da waehrend wir schlafen das Feuer ausgeht (denn unsere super Schlafsaecke hatten wir bei der Gastfamilie in Ulaan-Bataar gelassen, da es ja immer so heiss war). Morgens um 6 Uhr stieg dann Katja aus dem „warmen“ Bett um nochmals ein Feuer zu machen, damit wir es dann um 8 Uhr schafften bei etwas angenehmeren Temperaturen aus dem Bett zu steigen. Da uns dann das Papier zum erneuten Anfeuern ausging, wurden wir wieder erfinderisch und schnitzten aus den „Holzschittli“ feine Holzspaene (natuerlich mit unseren Schweizer Sackmessern 😉 ), damit wir fuer den Abend wenn es wieder kalt wird, wieder Anzuendmaterial hatten. Ja, ja, wir entwickeln uns zu richtigen Pfadfindern!


Katja beim „Schittli-Schnitzen“


und zum Abschluss noch ein Stimmungsphoto direkt vor unserer Jurte aufgenommen.

Wer immer die Natur liebt sollte mal einen Urlaub in der Mongolei planen. Ein wunderschoenes Land, noch sehr urtuemlich und interessant.

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