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17. Dezember 2005

Erholung in Mui Ne und Tourenstress im Mekongdelta

Nachdem wir die ca. 20kg Kleider verpackt und uns wie Lastesel fuehlten (zu diesem Zeitpunkt bereuten wir es etwas, dass wir uns nicht zurueckhalten konnten, aber spaetestens zu Hause bei unserer Rueckkehr werden wir viel Freude an unseren Kleidern haben) stiegen wir in den Nachtbus nach Nha Trang, ein Strandstaedtchen suedlich von Hoi An. Eigentlich wollten wir ja von dort einen Ausflug ins Landesinnere machen, doch da wir laenger als geplant auf unsere Kleider warten mussten, mussten wir uns zwischen DaLat im Landesinnern und etwas Erholung in Mui Ne entscheiden. Und da wir Erholung noetig hatten nach den vielen Kleideranproben entschieden wir uns fuer Mui Ne.
Die Fahrt nach Nha Trang verlief eigentlich ganz gut. Auf solchen Busfahrten musst Du einfach jede Gelegenheit nutzen um die Blase zu leeren auch wenn es morgens um vier Uhr einen Stopp gibt. Katja versuchte zuerst, die Toilette zu benutzen. Da sie jedoch die 3. in der Reihe war, und das WC sicher seit einer Woche kein Wasser mehr gesehen hatte musste sie nach 2 Minuten anstehen klein beigeben und sich aus Riechweite bringen um ein Unglueck zu verhindern. :-/So wurde Stephan abdelegiert um Schmiere zu stehen, damit das Geschaeft hinter der Tankstelle verrichtet werden konnte.
Morgends um 5 Uhr trafen wir in Nha Trang ein. Auch hier haetten wir unsere Strandtage verbringen koennen, doch eher im Ballermann Styl. Der Bus stoppte hier fuer 1,5 Stunden und so machten wir einen Spaziergang Richtung Strand. Das Staedtchen war noch etwas verschlafen, doch am Strand unten konnten wir die Vietnamesen bei Ihrer Morgengymnastik beobachten. Und das morgends um 5.15 Uhr!

Dann liefen wir zurueck um noch etwas in die knurrenden Magen zu bekommen bevor die Busreise weitergehen sollte. Wir setzten uns in ein Kaffe und bestellten Fruchtsaefte und Stephan ein Schoggigipfeli. Das war dann so frisch und fantastisch, dass Katja nach 2 Minuten ebenfalls eines bestellte. Der Kellner verdrehte etwas die Augen (wir fragten uns weshalb) und ging ins Restaurant zurueck. Doch nach einer Minute sahen wir ihn aufs Mofa steigen und zu einer Baeckerei fahren (so nehmen wir an). Ach ja, erst gerade war er doch von diesem Mofa abgestiegen, anscheinend mit dem ersten Schoggigipfeli fuer Stephan. Oh je mi neh, wenn wir das gewusst haetten…wir dachten noch, dass es ziemlich lange ging, bis sein Gipfeli kam. Nach weiteren 5 Minuten war er dann mit dem Zweiten zurueck und Katja konnte herzhaft reinbeissen :-). Das sah dann aber leider unser Tischnachbar und auch ihm lief das Wasser im Mund zusammen. Ihr wisst was nun kommt? Der Tischnachbar ruft den Kellner und bestellt ein Schoggigipfeli. Der Kellner dreht sich zum Chef hinter der Bar um, der macht ein Zeichen und der Kellner sagt, sie haetten keine mehr! Uff, da hat Katja aber Glueck gehabt, aber irgendwie koennen wir die Beiden auch verstehen.
Nach dem feinen Fruehstueck hiess es wieder einsteigen und weiter ging die Fahrt. Wie immer sind solche Busfahrten fuer Stephan wesentlich angenehmer (nicht des Platzes fuer seine Beine wegen) als fuer Katja. Denn waehrend der Fahrt liest er oft in einem Buch oder informiert sich im Reisfuehrer ueber unser naechstes Ziel. Wogegen Katja, die im Bus nicht lesen kann, anfangs sehr interessiert die Landschaft geniesst, aber nach 3 Stunden wird es ihr dann meistens langweilig und dann wollen die restlichen Stunden der Fahrt einfach nicht vergehen. Manchmal hat Stephan dann Mitleid und liest ihr aus dem Reisefuehrer vor.
Nach ueber 18 Stunden Busfahrt wurden wir in einem Hotel am „Stadtrand“ ausgeladen und durften uns Zimmer anschauen. Doch wir wollten mehr ins Zentrum und liessen uns, nachdem der Busfahrer seine 40 minuetige Mittagspause gemacht hatte weiter ins Zentrum fahren.
Doch auch diese Unterkunft konnte Katja nicht so recht ueberzeugen und so entschloss sie sich kurzerhand, das Gepaeck bei Stephan im Restaurant zu lassen und sich auf die Suche nach einer Unterkunft zu machen. Mui Ne stellte sich als sehr langgezogenes Dorf entlang einer Uferstrasse heraus. Katja lief fast eine Stunde und klapperte dabei beinahe alle Unterkuenfte am Weg ab. Schlussendlich hatte sie ein kleines Bijou gefunden doch nun kam ein weiteres Problem.
Stephan sass mit 3 grossen Rucksaecken, zwei Kleidersaecken mit unseren Anzuegen und einem Daypack 3km entfernt im Restaurant, wie soll das nun alles hierher kommen? Zum Laufen ist es zu heiss und zu weit mit diesem vielen Gepaeck (auch ohne die neu zugekauften Kleidern waere dies keine Option gewesen). So stellte sich Katja an den Strassenrand und liess sich von einem der vielen Motorradvermieter anquatschen. Nach 5 minuetiger Diskussion hatte sie einen respektablen Preis ausgehandelt, schwang sich aufs Motorrad und fuhr zum Restaurant zurueck. Stephans Augen haettet Ihr sehen sollen bei Katjas Ankunft. Nach kurzer Erklaerung begann der Shuttledienst fuers Gepaeck. In der Zwischenzeit hatten sich noch Silje, eine Norwegerin, und Christoph, ein Oestereicher, die wir im Backpacker in Hanoi kennengelernt hatten, zu Stephan gesellt. Auch sie waren auf der Suche nach einer Unterkunft. Kurzerhand entschlossen sie sich, auch in derselben Unterkunft nach einem Zimmer zu fragen und so fuhren wir fuer alle unsere Gepaeckstueck zusammen 5 mal die 3 km hin und zurueck bevor wir unser Bungalow beziehen konnten.
Dann konnte uns nichts mehr halten, ab in die Badehose und rein in die Fluten. Aber ach Du Schreck, so hohe Wellen und vorallem so starke Stroemung hatten wir beide noch nie erlebt. Mehr als 7 Meter vom Strand entfernten wir uns nie und schon da war es schwierig sich auf den Fuessen zu halten. So legten wir uns auf die Liegestuehle und genossen mit einem guten Buch unsere wohlverdienten Strandferien :-).

Wenn man dann genug hatte vom Lesen, konnte man einfach stundenlang den Wind- und vorallem Kitesurfern zuschauen. Diese stoben immer mittags aus allen Loechern am Strand, sobald der Wind etwas zunahmund boten ein riesiges Spektakel. Vorallem drei Hollaender, welche in unserer Bungalowanlage waren, liessen uns durch ihre akrobatischen Spruenge bis hoch in den Himmel immer wieder von neuem Staunen.

Etwas ausserhalb von Mui Ne gibt es rote und weisse Sandduenen, die wollten wir uns auch noch ansehen. So mieteten wir uns wieder ein Motorrad. Doch die beschriebene Tankstelle konnten wir dann nicht finden. So kauften wir schlussendlich am Strassenrand in einer alten PET Colaflasche abgefuelltes Benzin, wie es alle Einheimischen machen und hofften, dass Sie uns nicht uebers Ohr hauen, doch das Benzin war sauber und wir mussten nicht schieben :-).
So standen wir am naechsten morgen um 4 Uhr auf, da wir nicht sicher wussten, um welche Zeit der Sonnenaufgang ist und fuhren Richtung rote Duenen. Im Dunkeln wateten wir durch den Sand und warteten auf den Sonnenaufgang.

Leider liess dieser uns im Stich, da die Wolken Ueberhand hatten, doch es war trotzdem gemuetlich und wir bereuten das Fruehaufstehen nicht. Danach wollten wir zu den weissen Duenen fahren. Doch auf dem Weg entdeckten wir eien Gruppe Fischer, welche vom Strand her das Netz einzogen.


Diese Nussschalenschiffchen sind ganz speziell fuer diese Region und es ist unglaublich, wie geschickt sich die Fischer nur mit einer Holzlatte damit durch die Wellen kaempfen

Fasziniert schauten wir ihnen mehr als eine Stunde zu. Insgesamt waren an der ganzen Aktion sicher 15-20 Leute beteiligt. Erschreckend war der kuemmerliche Fang. Mehr als 10 Mofas mit Koerben standen bereit. Ein Korb wurde knapp ein Drittel mit kleinen Fischen gefuellt, alle anderen zogen mit leeren Koerben von dannen, und das schien ganz normal zu sein, die Leute waren absolut nicht erstaunt. Mit diesem Fang konnten nicht mal alle Maeuler aller Helfer gestopft werden fuer diesen Tag :-(.

Die Existenz der Strandfischer wird durch die Grossfischereien immer mehr bedroht, wir konnten es mit eigenen Augen sehen. Unsere Stimmung war danach etwas bedrueckt, obwohl wir es sehr schaetzten, dass wir fast den ganzen Ablauf der Fischer miterleben durften.
Danach hatten wir beide keine grosse Lust mehr, noch zu den weissen Duenen zu fahren, wir drehten um und genossen noch den Rest des Tages auf dem Liegestuhl.

Die zwei Tage in Mui Ne vergingen wie im Fluge und wir waeren gerne noch laenger geblieben, doch wir wollten noch fuer Saigon (offiziell Ho Chi Minh City, wird aber von niemanden so benannt) und das Mekongdelta genuegend Zeit haben. Schweren Herzens nahmen wir Abschied vom Strandleben und setzten uns ein weiteres Mal in den Bus. Diesmal dauerte die Fahrt aber nur 4 Stunden, doch bei der Ankuft in Saigon regnete es in Stroemen und wir versuchten nur, so schnell wie moeglich unsere 7 Sachen ins Trockene zu bringen. Die vorreservierte Unterkunft war jedoch nicht so das Wahre. Wir hatten zwar 3 Fenster im Zimmer doch keines liess sich richtig schliessen. Vor einem Hing ein Tuch, vor einem anderen ein Gemaelde :-/ und angesichts der Moskitos, Malaria und Denguefieber waren wir nicht sehr gluecklich hier, aber fuer eine Nacht mussten wir uns nun halt arrangieren. Wir gingen noch kurz auf die Strasse um eines der Grundbeduerfnisse, die Futteraufnahme zu befreidigen, und mehr als das war es dann auch nicht. Wiedermal hiess es, von Essen zu Essen hoffen, dass man das richtige Restaurant findet. Leider dauerte das in Saigon seine Zeit. In einem Restaurant zu sitzen ist in Saigon sowieso weniger erholsam als in den anderen Orten, welche wir in Vietnam besucht hatten. Es vergehen keine 5 Minuten ohne das man von einem Verkaeufer angeredet wird. Sei es fuer Feuerzeuge, Sonnenbrillen, Haarmaschen oder Buecher. Doch diese Buecherverkaeufer koennten einem Leid tun. Die schleppen tagelang riesige Stapel Buecher mit sich herum, und wir haben uns waehrend dem Studium ueber schwere Taschen beklagt…

Saigon war uns nicht so sympatisch wie Hanoi und wir wollten moeglichst schnell ins Mekongdelta. Da wir in Hanoi zwar etwas mehr bezahlten, aber vollends zufrieden waren,versuchten wir auch hier etwas Exklusiveres zu buchen. Doch in Saigon schien es, als machten alle dasselbe und der Preisunterschied entstand nur durch private Transfer oder 2 Personen Tour. Auch die empfohlenen Tourenanbieter von ehemaligen Vietnamreisenden konnten uns nicht weiterhelfen und so fuegten wir uns ins Schicksal einer Reisengruppenreise und buchten bei einem Buero, welches wenigstens zwei verschiedene Floatingmarkets auf der Programmausschreibung hatte. Leider war die Tour so schlecht zusammengestellt, dass wir erst um 11 Uhr beim Floating market waren, da war das ganze Treiben natuerlich schon laengst vorbei.


Floating Market

Die folgenden drei Tage hetzten wir zwischen dem was wir wirklich suchten, das Leben auf dem Mekongfluss kennenzulernen, von einer Fabrik zu anderen.


Reispapier


Coconutcandy


Reiswaffeln (wohl eher dem weiblichen Geschlecht bekannt 🙂 )

Zudem war der Reisefuehrer sehr schlecht und spuhlte mehr schlecht als recht sein Programm herunter.
Doch es gab auch schoene Momente. Die Ruderfahrt durch die Floatingvillages der Fischzuechter in Chau Doc fruehmorgends war genau das, was wir suchten.


Ein Fischer bei der Arbeit

Der Besuch der muslimischen Minderheit hatte dann wieder den Nebengeschmack von bettelnden Kindern die durch den Tourismus auf diese Bahnen geleitet wurden.
Doch an den Hauesern der Cham (muslimische Minderheit) konnte man gut sehen, wie die Gezeiten den Wasserspiegel beeinflussen. Alle Haeuser sind auf 3m hohen Betonsaeulen errichtet. Momentan herschte Ebbe (bis in ca. 1 Monat). In dieser Zeit koennen die Bewohner beide Stoecke des Hauses bewohnen und ihrer Haupttaetigkeit, der Weberei nachgehen. Doch schon bald wird der untere Stock unter Wasser stehen und nur noch der obere zu gebrauchen sein. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut kann hier bis zu 6 Meter ausmachen!

Den restlichen Tag verbrachten wir wieder im Bus um nach Vinh Long zurueckzufahren.

Unsere Hoffnung, einen belebten Floatingmarket zu sehen ruhten auf dem dritten Tag, wo wir frueh morgends mit einem langen schmalen Motorboot zum Chai Ra Floatingmarket losfuhren.
Und an diesem Morgen sollten wir nicht vollends enttaeuscht werden. Der Markt war in vollem Gange. Doch da unser Fuehrer uns zusaetzlich zu den im Programm stehenden Fabriken noch zu seinem Grossvater mit seinen Schlangenweinen bringen wollte, verlangte er vom Bootsfuerher, dass er schneller durch den Markt fuhr als geplant. Einspruch erheben? Keine Chance.


An den Stangen kann man erkennen, was fuer Produkte auf dem jeweiligen Boot feil geboten wurden

Danach fuhren wir durch verwachsene Seitenarme des Mekong, das war wieder sehr schoen und wir konnten zum dritten mal einen Eisvogel in Straeuchern entdecken. Wunderschoene Voegel.


manchmal kann man den Voegeln nicht ausweichen, obwohl wir es versuchten

Doch viel zu schnell war auch dieser Bootsausflug vorbei und es hiess zurueck zu einer weiteren Fabrik, Raeucherstaebli Herstellung am Strassenrand, das ist eine Arbeit. 10’000 Stueck kann eine flinke Arbeitskraft pro Tag herstellen und dafuer kriegt sie ca. 2 Dollar Tageslohn . Auch die Restaurants, in die sie uns brachten, waren eher von der schlechteren Sorte, dabei koennte doch das vietnamesische Essen so fein sein!
Danach war Schluss mit Erkundungen. Der Rest des Tages verbrachten wir im Bus mit einem entnervten Reisefuehrer, der uns nicht mal mehr den Bonsaigarten zeigte sondern nur noch schnellstmoeglich nach Hause wollte. Naja, man kann nicht immer Glueck haben. Und wenigstens blieben uns gute Erinnerungen durch die Kokosnuss-Bonbons, Reiswaffeln und Erdnussstengel, welche wir uns auf der Tour kauften.

Zurueck in Saigon verbrachten wir noch einen Tag mit einer Spaziertour zu der Notre-Dame und an den Fluss.

Auf dieser Tour entdeckten wir auch ein „Hole in wall“ Restaurant. Das ist, wie der Name schon sagt, mitten in einer Mauer ein quadratisches 30 auf 30cm kleines Loch, durch das man seine Bestellung durchgibt. Auf dem Trottoir stehen dann, wenn man Glueck hat, einige Plastikstuehlchen, wo man das bestellte trinken kann. Und sonst kann man nach einem Stuhl fragen und der wird einem dann prompt durch das Loch hindurchgereicht… In unseren Breitengraden nicht vorstellbar, aber hier wird es rege benutzt. Zudem wollten wir uns von der Haelfte der schweren Last, unseren geschneiderten Kleidern, befreien und liefen zu der Hauptpost. Da man auch mit DHL das Paket nicht versichern konnte (die wissen wohl warum, die vietnamesische Post hat einen recht schlechten Namen in der Zuverlaessigkeit) entschieden wir uns, die uns etwas weniger wichtigen Kleidungsstuecke von Saigon aus zu schicken und trotzdem hoffen, dass es ankommt… Am Flughafen waren wir echt froh, dass wir einen Teil aufgegeben haben, wir waren immer noch knapp ueber Gewicht.

Einer der letzten Tage in Saigon war dann recht speziell. Das erste mal auf unserer langen Reise trennten wir uns fuer einen halben Tag, und es war ein ganz komisches Gefuehl.
Nahe von Saigon sind die beruehmten Cu Chi Tunnels, welche von den Vietnamesen (Vietkong) im Krieg gegen Amerika als Schutz dienten. Da Katja Klaustrophobie hat, entschied sie sich, lieber in Saigon zu bleiben und das Internet etwas auf Vordermann zu bringen, waehrend Stephan durch die unterirdischen Gaenge kroch.
Das Tunnelsystem ist bis 250km lang und unterteilt sich in 3 Ebenen. Die Durchmesser der Tunnelroehren waren oft nicht groesser als 40cm und waehrend sich die Vietnamesen vor den Amerikaner dort unten versteckten, mussten sie sich auch oft in diesen engen Gaengen auch noch kreuzen! Zudem ist das ganze Tunnelsystem stockdunkel. Trotz des guten Versteckes ueberlebten von den 16’000 versteckten Vientnamesen nur gerade 4’000 den Krieg! Im Gegensatz zu den Amerikanern, welche mit Flugzeugen, Bomben, Minen und Maschinengewehren ausgeruestet waren, hatten die Vietnamense kaum etwas ausser alte Gewehre und Messer. Doch jede nicht explodierte Bombe oder andere Waffe, die sie von den Amerikanern durch Fallen abluchsen konnte, wurden in Bunkern des Tunnelsystems umgebaut und als Falle oder andere Waffe wiederverwertet. Die Vietnamesen waren sehr erfinderisch und es ist erstaunlich wie lange sie so Widerstand leisten konnten!


Ein Einstiegsloch in das Tunnelsystem, kaum zu sehen und kaum zu glauben…


… wir Europaeer muessten wohl zuerst eine Diaet machen um da runter zu kommen.


und hier ein touristisch renovierter Tunnel, Durchmesser umd das Dreifache vergroessert, damit es auch ohne Diaet klappt 🙂


Ein Bombenkrater

Danach hiess es Abschied nehmen von Vietnam und zurueck nach Bangkok.


4. Dezember 2005

von Hanoi bis Hoi An

Nach dem genialen 3-tages Trip zur „Halong-Bucht“ wollten wir natuerlich das Wasserpuppentheater noch besuchen. Diese traditionelle Auffuehrung entstand auf den Reisfeldern, wo die Reisbauern am abend zur Unterhaltung mit selbst gebastelten Puppen Geschichten die sich auf den Reisfelder abspielten auffuehrten. Wie bereits bei der Arbeit, standen die Reisbauern auch abends fuer dieses Spektaktel huefttief im Wasser. Das verursachte damals, wie heute, sehr viele Krankheiten, v.a. auch Bilharziose. Die Wasserpuppenspieler in Hanoi tragen deshalb Fischerstiefel, doch sie sind die Einzigen, welche sich diesen Luxus leisten koennen. Die meisten Reisbauern und die armen Frauen, welche das Unkraut aus den Teichen pfluecken sind der Infektionsgefahr ungeschuetzt ausgeliefert. Nichts desto trotz, hat uns das Wasserpuppenspiel sehr gefallen und gab uns einen kleinen Einblick in den Alltag der vietnamesischen Bevoelkerung und ihren Tagesablauf.

Danach schalteten wir in Hanoi noch einen Sightseeing Tag ein, wo wir unter anderem den „Temple of Literature“ besichtigten. Das ist wirklich ein lohnenswerter Besuch, inmitten der Stadt kann man von der Hektik fuer kurze Zeit Abstand nehmen.


Stephan mit Hut 😉

Die Studienabgaenger dieser Schule wurden mit einem Diplom belohnt, welches zu dieser Zeit folgendermasser ausgesehen hat.


und die obligate Trommel

Auf dem Rueckweg zur Unterkunft sind wir dann ueber ein Bahngleis gestolpert, welches so nahe an den Haeusern vorbeifuehrt, dass Katja davon ein Foto knipste. Das Gleis wurde von allen als Zugang zu den Hauesern und Baracken benutzt. Als wir dann am Abend mit dem Nachtzug in den Sueden fuhren, wurde ihr bewusst, dass dieses Gleis ja gar nicht stillgelegt ist, sondern die einspurige Strecke nach Hue darstellt ;-). Man konnte direkt aus dem Zugfenster in die 2m entfernten Stuben schauen.

Hue war von 1802 bis 1945 die Hauptstadt von Vietnam, 650km suedlich von Hanoi am Parfuem Fluss gelegen. Leider wurde vieles durch den Vietnam-Amerika Krieg in Grund und Boden gebombt. In der verbotenen purple Stadt waren Bauwerke wie die koenigliche Citadelle, der Fahnenturm, koeniglicher Palast, koenigliche Graeber,… zu sehen. Einige Gebaeude wurden teilweise nach dem Krieg wieder aufgebaut.


Imperial Palace

Mit einem Mietvelo fuhren wir zu den Graebern einiger frueheren Herrschern. Es war extrem warm aber die Muehen haben sich gelohnt und etwas Sport zwischendurch schadet ja auch nicht. Obwohl wir uns die Umwege, durch Fehlinformationen von Einheimischen und der schlechten Karten wegen, lieber erspart haetten…


Die Mandarin Krieger als Wache

Diese Fahrradtour brachte uns auch auf abgelegenen Wegen durch mit Graebern uebersaehte Felder, (In Vietnam gibt es selten Erdbestattungen oder Friedhoefe, meistens werden die Leute gerade auf dem eigenen Land,wo sie gearbeitet haben, in Steingraebern ueber der Erde bestattet. Damit beweisen sie, wie sehr sie ihr eigenes Land, das sie durchs Leben ernaehrt hat, lieben).

an Wasserbueffeln,

dem Fluss entlang

und an kleinen Haeusern vorbei, wo sie die Bambushoelzchen fuer die Raeucherstaebli vorfaerben.

Abends fanden wir in Hue ein super Restaurant, das Madarin, wo wir uns mit den den 2 Hollaendern (Marko und Soon-Hye), welche wir auf dem Bootstrip in Halongbay kennengelernt hatten, trafen. Wir sind schon vorher richtige Liebhaber der vietnamesischen Kueche geworden, aber was uns hier aufgetisch wurde uebertraf alles! Wir entschieden uns, zu viert verschiedene Gericht zu bestellen und alles zu teilen. Das gibt dann immer ein sehr abwechslungsreiches Essen. Wir liessen uns so richtig kulinarisch verwoehnen, und nur schon beim Gedanken an diesez Essen zurueck, laeuft uns das Wasser wieder im Mund zusammen.

Am naechsten Tag fuhren wir weiter nach Hoi An. Da hatten wir doch noch viel vor!
Hoi An ist ein gemuetliches verschlafenes Staedtchen. Man kann tagelang damit verbringen, durch die Strassen und Gaesschen zu schlendern und das Leben geniessen.

Waehrend dem Schlendern versuchten wir uns nebenbei im Schneidergewirr etwas zurechtzufinden und und einen geeigneten Schneider zu finden. Wir liessen verschiedene kleine Kleidungsstuecke bei verschiedenen Schneidern machen und entschieden uns schlussendlich fuer einen, der uns dann unseren Grossauftrag schneidern durfte. Hier ein Muesterchen


PS. auch die Schuhe sind Specialdesign, von uns 🙂

und natuerlich noch in der massgeschneiderten Schale 🙂

und mit Mantel

(es war schon etwas warm um diese Sachen zu tragen, aber es hat Spass gemacht)

Obwohl dieses Kleider machen lassen recht viel Zeit in Anspruch nahm, und wir nach meistens 3 bis 4 Anproben pro Tag recht auf dem Hund waren, schafften wir es eines morgends, uns frueh aus den Federn zu hieven um auf den lokalen Markt zu gehen. Beim Weg dahin passierten wir viele Vietnamesen, welche direkt vor der Haustuere auf der Strasse, noch mit dem Pijama bekleidet ihre Morgengymnastik verrichteten. Ansonsten gab es noch kaum Leben auf den Strassen. Doch als wir an den Fluss kamen, war das Marktgeschehen schon in vollem Gange. Fische wurden feilgeboten, frische Kraeuter und Gemuese.


Ankunft der ueberladenen Faehre mit Schulkindern

Da vergangene Nacht ein Sturm ueber Hoi An fegte, gab es auch neben dem Marktgeschehen viele lohnenswerte Sujets fuer ein Photo.

Hier in Hoi An trafen wir uns mit unseren kanadischen Freunden schon zum 4-ten Mal, nach Tibet, Nepal und Thailand nun in Vietnam. Wir sind richtig gute Freunde geworden 🙂 Mit ihnen machten wir natuerlich auf einem Motorrad einen Ausflug zum beruehmten China Beach. Der Name hat aber mehr versprochen, als wir zu sehen bekamen, vielleicht auch weil das Wetter nicht so mitspielte und vor 2 Wochen ein Taifun ueber die Kueste fegte…
Doch da wir nicht die offizielle Schnellstrasse nahmen, kamen wir doch noch auf den Funfaktor indem wir ueber rumplige, staubige Pisten schaukelten, die teilweise in den Doerfern nicht mehr als fuer ein halbes Auto Platz boten und durch die vielen Schlagloecher konnten nicht mal zwei Mofas kreuzen ohne in eine Pfuetze zu fahren. Doch auch diese Strasse ist im Ausbau und zeigt ein trauriges Bild der Bevoelkerung. Wo momentan noch diese einspurige Strasse durchfuehrt, soll in Kuerze eine vierspurige Uferstrasse Hoi An mit der China Beach verbinden. Da jedoch die Haueser des Dorfes entlang der schmalen Strasse gebaut wurden, werden diese kurzerhand soweit abgerissen, dass es Platz fuer die vierspurige Strasse gibt, so bietet sich ein Bild von halben Haeusern und Mauerueberresten und manchmal sieht man direkt ins Wohnzimmer, da die Frontfassade mit dem Bagger abgerissen wurde.


Lonna & Geoff


ich & ich 😉

Dann kam der Zeitpunkt um uns ein weiteres und wohl letztes Mal dieses Jahr von ihnen zu verabschieden. Die beiden sind nun seit 27 Monaten unterwegs und werden Anfangs Dezember nach Vancouver zurueckkehren um weisse Weihnachten zu feiern 😉


30. November 2005

Motorradchaos und Schiffsgewimmel

Nach einigen Tagen in Bangkok flogen wir nach Hanoi, der Hauptstadt von Vietnam. Wie waren uns ja schon viel Verkehrschaos gewoehnt, aber der erste Eindruck von Vietnam war ziemlich hektisch. Tausende und abertausende von hupenden Motorraedern in den engen Gassen. Zuerst standen wir einfach mal an einer Strasse ohne zu wissen, wie wir diese je ueberqueren sollten. Denn es gab keine Fussgaengerstreifen und keine Ampeln, sondern einfach nur Verkehr.
Als wir uns nach dem ersten Schrecken, indem wir einer Strassenverkaeuferin mit ihrer Schulterwage zuschauten, wie sie die Strasse ueberquert und mitten auf der Kreuzung im Gewimmel der Motorraeder verschwindet, erholt hatten, merkten wir, dass dies die einzige Moeglichkeit ist eine Strasse zu ueberqueren. Einfach loslaufen und nie stehenbleiben. Die Raeder kurven dann einfach hinten und vorne um uns herum.


Motorradchaos in Hanoi


Strassenueberquerung a la Hanoi


Strassenverkaeuferin


Kleiderverkaeuferin


fliegendes Restaurant

Diese Strassenverkaeuferin traegt das ganze Restaurant mit sich herum. Tische, Stuehle und Grill. Zur Essenszeit baut sie ihr Restaurant auf einem Trottoir auf und verkoestigt ihre Gaeste mit frisch zubereiteten Speisen.

In unserem Backpacker konnten wir uns dann wieder vom hektischen Stadtleben etwas erholen.
Hanoi selber ist eine sehr witzige Stadt. Denn auf jeder Strasse findet man nur ein Business. D.h., wenn man Schuhe kaufen will, geht man in die Schuhstrasse (die sind wirklich so benannt), fuer Kleider in die Kleiderstrasse, fuer Suessigkeiten in die Kraemerstrasse usw….


Kleiderstrasse


Lampenschirm/Lampionstrasse


Eisenwarenstrasse

Mitten in der Altstadt liegt der Kiemsee mit der beruehmten Bruecke zur Tempelinsel.


beruehmte rote Bruecke und Kiemsee

Dieser See beruhigt das Strassenbild wieder etwas und gibt einem die Moeglichkeit, mal auf einem Gehsteig zu laufen, anstatt auf der Strasse wo man allen Vehikeln ausweichen muss. Denn die Gehsteige (auf gut schweizerisch Trottoir) sind fuer alles, nur nicht fuer Fussgaenger. Wenn nicht gerade alles voller geparkter Motorraeder ist, werden dort Waren verkauft oder eine Strassenverkaeuferin hat ihre mitgetragene Kueche und Stuehle ausgebreitet und das Trottoir zu einem Restaurant umfunktioniert.


Das Trottoir von Hanoi

Der Einfluss der Franzosen ist immer noch allueberall zu sehen. Einerseits gibt es gute Baeckereien und sehr feine Brote, die ueberall auf der Strasse feilgeboten werden


mmhhh, frisches feines Brot

und auch der Baustil erinnert an Frankreich. Ausser, dass hier die Haeuser sehr schmal aber dafuer umso hoeher gebaut wurden/werden. Dies deshalb, weil frueher die Steuern nach der Breite des Hauses bemessen wurden. Das gibt dann ein ganz amuesantes Stadtbild. Ueberall ragen schmale Schnitze in die Hoehe. Bei der Fahrt vom Flughafen in die Stadt dachten wir zuerst, wir seien in Disneyworld gestrandet.


typisches vietnamesisches Haus

Auf den Mofas wird so ziemlich alles transportiert. Von riesigen Spiegeln oder Fensterscheiben, ueber Harrasse mit Flaschen (natuerlich ohne etwas zu fixieren) bis zu drei Schweinen pro Mofa oder einem riesigen Eber. Alles nur auf den Gepaecktraeger gebunden.

Nachdem wir uns im Chaos der Reiseanbieter etwas orientiert hatten ging es mit einer 3 Tages-Tour los zur Halongbucht.
Wir hatten uns fuer eine Kleingruppentour entschieden, die zwar etwas teuerer war, aber sich im Endeffekt gelohnt hat.
Waehrend der drei Tage auf dem Schiff wurden wir kulinarisch vom Feinsten verwoehnt. Es gab bei jedem Essen etliche Platten verschiedener Meeresfruechte und Fische, aber auch fuer Katja gab es viele feine Sachen. Am ersten Tag schauten wir uns eine riesige Hoehle an und wurden durch die herrliche Landschaft gefahren und konnten dabei einfach etwas ausspannen. Von dem riesigen Bootsgewimmel beim Boarden des Bootes in Halong, konnten wir uns rasch entfernen.


Amazing cave

Die erste Nacht verbrachten wir auf dem Boot. Wir genossen es wiedermal auf einem Schiff zu sein und waren uns einig, dass wir nach unserer Rueckkehr sicher wiedermal segeln gehen werden (wenn uns Dani oder Karin mitnehmen).

Am naechsten Tag machten wir uns nach dem Fruehstueck bereit, um die Buchten per Kajak zu erkunden. Nach einer kurzen Einfuehrung durften wir die Kajaks besteigen und lospaddeln. Aus dieser Perspektive schienen die Karstberge und -felsen noch viel eindruecklicher und die Idylle beim vorbeipaddeln an den verschiedenen schwimmenden Haeusern und Doerfern wurde diesmal nicht vom Schiffsmotor gestoert, nur ab und zu von Hundegebell, die auf diesen Platformen lebten.


Floating house

Kurz vor der Mittagspause entfuehrte uns unser Guide noch in eine abgeschiedene Bucht, in die man mit den Motorbooten nicht reinkommt. Auch mit unseren Kajaks waren wir zu akrobatischen Uebungen gezwungen, um den Durchstich zu bewaeltigen. Wir mussten uns ganz flach ins Kajak legen und als wir unter dem Felsen waren konnten wir uns mit den Haenden am Felsen unten durchziehen.


enger geht nicht

Puuhhh, das war nichts fuer Katja’s klaustrophobische Ader, aber wir haben es geschafft, und was sich uns dahinter bot war einfach traumhaft und braucht keine Worte.


nach dem Durchstich eine Bucht alleine fuer uns

Natuerlich hiess es danach wieder, unten durch um zurueck ins “ offene“ Gewaesser zu kommen. Doch waehrend der halben Stunde, die wir herumpaddelten war der Meeresspiegel schon wieder etwas gesunken, sodass der Durchstich weniger eng war. Es hat uns sowieso erstaunt, wie grosse Unterschiede es hier bei Ebbe und Flut gibt. Am Morgen sehen die Karstberge ganz anders aus als am Nachmittag. Da am Nachmittag der Wasserspiegel viel tiefer ist sind die Felsen unten schmaler, da man die Auswaschung sieht und das veraendert das Bild. Zudem entstehen am Nachmittag ueberall kleine Sandstraende in der Naehe der Felsen.


Dank der Ebbe liess uns der Durchstich mehr Platz bei der Rueckfahrt

Wir paddelten gegen Mittag zum Boot zurueck, wo wir noch Zeit zum Baden hatten, bevor uns wieder ein herrliches Essen aufgetischt wurden.


und wieder wurden wir nach einem herrlichen Bad kulinarisch verwoehnt!

Nach einer laengeren Siesta auf dem Bootsdeck gings nochmals zurueck ins Kajak fuer weitere 2 Stunden Entdeckungstour. Auf dieser besuchten wir auch eines der zwei Camps unseres Touranbieters. Eigentlich haetten wir die zweite Nacht in einem dieser zwei Camps verbringen sollen, doch leider wurde das Camp durch den Taifun vor 2 Wochen zerstoert. So mussten wir wieder zurueck aufs Boot und wurden nach Cat Ba Island gefahren, wo wir stattdessen in ein super Dreisterne Hotel gefahren wurden. Zwar absolut das Gegenteil von der Beachcamp Romantik, doch auch schoen zum ausspannen.
Nach einem gemuetlichen Abend liessen wir uns erschoepft aber zufrieden in das Luxusbett fallen.
Der naechste Tag war dann wieder zum relaxen auf dem Sonnendeck, die Landschaft geniessen, sich kulinarisch verwoehnen lassen und ein letztes Bad nehmen, bevor wir die Halong-Bucht verliessen.