Galapagos fuer die Armen…

Der naechste Stop machten wir in Pisco, bekannt fuer den peruanischen Pisco Sauer. Doch daneben in Paracas dem Nationalpark (der einzige Nationalpark in Peru welcher Land und Meer miteinschliesst) und vorallem auf den Islas Ballestas eine fantastische Tierwelt zu betrachten. Wir buchten uns gleich wieder eine Bootstour und fuhren am nachsten Morgen aufs Meer hinaus. Schon bald zeigten sich uns die ersten Delfine. Da es aber nur mit der Spiegelreflexkamera wirklich ab und zu ein Glueckserlebnis von einem Schnappschuss gab, legte Katja die Digicam bald weg und genoss das Getummel der Delfine einfach so.

Schon bald kreuzten wir ein altes Schiff, welche Vorboten spielten, was wir auf den ausgelagerten Inseln erwarten duerfen.

Nach einer kuerzeren Schussfahrt in ruhigen Gewaesser wurden wir nochmals an eine Zeichnung gefuehrt, welche im Sand erstellt wurde. „El Candelabro“, auch hier weiss man nicht, wer sie erstellt hat und die Historiker streiten sich um die richtige Theorie, wir staunten nur und versuchten das geheimnistraechtige Objekt ins Bild zu fassen. Als dann alle der chinesischen Reisegruppe ihr obligates Bild mit sich und dem Candelabro gemacht hatten (die sind schlimmer als die Japaner!) ging es weiter zu den Islas Ballestas.


el candelabro

Schon von weitem kann man die Voegel sehen und auch hoeren. Es gibt ca. 10 verschiedene Arten auf diesen felsigen, verklueffteten, wunderschoenen Inseln und obwohl es eigentlich kein Naturschutzgebiet ist, wird es von der Regierung geschuetzt und mit zwei Arbeitern (welche auf den Inseln wohnen) werden die Voegel beobachtet.

Frueher war die Vogelscheisse ein Exportprodukt und konnte als Duenger verkauft werden. Dafuer wurde er mehrmals jaehrlich von den Inseln abgekarazt und da es soviele Voegel gab, war die Schicht mit einer Dicke von 20 Zentimeter betraechtlich. Heute wird nur noch alle 5 Jahre „gereinigt“ erstens weil die Inseln unter Staatsschutz stehen und zweitens, weil die Erfindung des synthetischen Duenger den Export verschwinden liess, heute wird nur noch in Peru intern diese Art von Duenger verwendet.

Neben Voegeln gab es aber auch noch andere Genossen, welche uns in den Bann zogen. Da waren erstmal die Seeloewen, welche ebenfalls lautstark um unsere Aufmerksamkeit buhlten und dann etwas versteckt die kleinen Humboltpinguine. Und zu unserer Freude zeigte uns der Fuehrer sogar ein paar Junge, die waren noch viel niedlicher.


Humboltpinguine


…und noch ein herangezoomtes Pinguinli, extra fuer d’Laila 🙂

Auch die Landschaft um die verschiedenen Inseln waren herrlich. Viele der Inseln sind unterspuehlt oder haben kleine Loecher und an den Felswaenden konnten wir auch riesige Seesterne, Meeressonnen (sehen eigentlich auch aus wie Seesterne, aber haben mehr Arme und sehen deshalb aus wie sonnen) und …krabben beobachten. Bevor es dann zurueckging, fuhren wir Richtung Greatbeach, ein sehr langer Strand voller Seeloewen.

Auf dem Weg dorthin wurden wir nochmals Zeuge eines unglaublichen Naturschauspiels. Als wir unter der einen Klippe einer Insel durchfuhren sahen wir Millionen von Kormoranen ins Meer hinausfliegen, alle in dieselbe Richtung! Und es kamen immer mehr nach, woher der nachschub kam war uns etwas raetselhaft. Es scheint, als waere die gesamte Flaeche dieser Insel voller Kormorane. Und alle laufen bis in die selbe Richtung in Gaensemarsch bis zu dieser Klippe und starten dann ihren Flug. Wenn du nach oben in den Himmel guckts ist dann alles voller schwarzer Punkte und bis in weite Ferne kannst du den Strom mitverfolgen. Einfach fantastisch.


die Fliegerstaffel von den Islas Ballestas 😉

Der Fuehrer erzaehlt uns, dass es vor dem „El Nino“ ueber 20 Millionen Voegel auf diesen Inseln gab. Doch da das Plakton durch die extreme Wassererwaermung abstarben, migrierten die Fische in kuehlere Gewaesser oder starben und somit hatten auch die Voegel, welche in der Nahrungskette eine Stufe weiteroben folgen, keine Nahrung mehr und migrierten oder verendeten. Nach dem „El Nino“, welcher hier fast 10 Monate anhielt, wurden noch knapp 2 Mio. Voegel gezaehlt. Mittlerweile hat sich der bestand wieder etwas erholt, aber 20 Mio werden es warscheinlich nie mehr werden.

Danach fuhr uns unser Boot zurueck nach Paracas, wo der zweite Teil der Tour folgte. Zuerst wurden wir auch hier von wunderschoenen Pelikanen begruesst.

Dann fuhren wir weiter in den Nationalpark Paracas. Hauptsaechlich besteht dieser Park aus Wueste, Kuestenlandschaft, Unterwasserwelt und einem Museum, um den Leuten den groessten Feind der Tierwelt bewusst zu machen, den Menschen. Es ist sehr wichtig, dies immer wieder zu erwaehnen und zu veranschaulichen, dass schon ein kleiner Zigarettenstummel das Ende durch versticken fuer einen Fisch oder Pinguin bedeuten kann oder das aufschrecken von Jungtieren, durch zu Nahes beobachten, das Tier zu frueh aus das Nest verlaesst und verhungert, da es selber noch nicht ueberlebensfaehig ist.
Beim Aussichtsturm, um von weitem die Flamingos zu beobachten, wurden wir dann leider gerade Zeuge des Feindes der Tiere. Ein reicher Motorbootsbesitzer nahm fuer sich das Recht in Anspruch, die Tiere naeher zu sehen als alle anderen und verscheuchte so alle Flamingos aus dem seichten Gewaesser. Sie flogen weiter weg und waren von Auge kaum mehr sichtbar vom Turm her 🙁
Die Kueste hier ist auch sehenswert. An einem Ort hat das Meer den Fels so ausgewaschen, dass ein Bogen entstanden ist. Weil die Decke mit seiner Woelbung darin an eine Kirche erinnert wird diese Felsformation „la catedral“ genannt.

Dort konnten wir auch noch Fischer beobachten, welche die teuren Seabass und Rockbass unter sehr gefaehrlichen Bedingungen fangen. Die meisten Klettern die steilen Klippen hinunter und halten sich an den unteren Kliffen auf, wo sich die Wellen brechen. Einer bevorzugte die Distanz, ob dieser jedoch viel fing und wie lange seine Angelschnur war wissen wir nicht.

Nach einem kurzen Abstecher zur Red Beach, welcher die Farbe durch die Oxidation des eisenhaltigen Gesteins erhaelt, ging es dann ab ins Restaurant.

Als wir dann unseren herrlichen Fisch im Restaurant verspiesen hatten ;-), natuerlich einen Seabass, verbrachten wir die restliche Zeit damit, den Pelikanen und Fischern zuzusehen. Es war gerade die Zeit, in der die Fischer zurueckkamen. Und die Pelikane wissen genau, dass es dann ab und zu Resten fuer sie gibt. Jedes Boot wurde somit in den Hafen begleitet oder dort schon erwartet.

Am naechsten Morgen machten wir uns auf nach Lima, der Endstation unserer Reise…

2 Antworten auf „Galapagos fuer die Armen…“

  1. Hallo zäme,

    was heisst da Endstation unserer Reise – Ihr könnt doch wohl jetzt nicht einfach so aufhören. Ich habe Eure Berichte jeweils mit grossem Interesse gelesen und bin der Meinung, dass das ewig so weitergehen kann. Nun vielleicht könnt Ihr die weiteren Berichte einfach dann von Zuhause aus schreiben, so dass wir weiterhin das Gefühl haben, auf einer virtuellen Reise zu sein!
    Ich bedanke mich ganz herzlich für die herrlichen Bilder und Berichte und wünsche Euch Zuhause einen guten Wiedereinstieg!
    Beste Grüsse
    Beat 🙁

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