Die letzte Grenze auf dem Landweg

Nach den erholsamen Tagen in Arica, welche fuer unseren Geschmack viel zu schnell vergingen verliessen wir Chile auf dieser Reise endgueltig. Am Busbahnhof stand dann aber nicht ein Bus fuer unsere Reise nach Arequipa sondern wir wurden in ein sogenanntes Collectivo verwiesen, eine Riesenlimousine.

Bis nach Tacna wurden wir vom Collectivofahrer begleitet, eingezwaengt zwischen 3 anderen Touristen. Da haben wir uns doch tatsaechlich noch uebers Ohr hauen lassen am Ende unseres Aufenthaltes in Chile. Aber wir kamen heil in Tacna an und der Chauffeur besorgte uns dann auch gleich die Bustickets fuer einen richtigen Bus von Tacna nach Arequipa.
Waehrend der Fahrt wurden, am hell heiteren Tag, zwei Horrorfilme gezeigt, was wir nicht sehr begruessten. Stephan konnte noch etwas in seinem Buch lesen und Katja beobachtete wieder mal die Landschaften (trotz Reisetablette kann sie immer noch nicht im Bus lesen). Mann war das langweilig, wir fuhren die ganze Zeit durch die Wueste….

Als wir endlich in Arequipa ankamen wurden wir wie abgemacht von Juan abgeholt. Wir haben hier eine Unterkunft gebucht, die wir vor ca. 3 Jahren als Geheimtipp auf dem Internet (!) entdeckt hatten. Und es war einfach sensationell hier. Marcela (eine gebuertige Italienerin) und Juan fuehren das Casa de Nino und sie lesen Dir fast jeden Wunsch von den Lippen ab, wir haben die beiden sehr ins Herz geschlossen. www.la-casa-de-nino.com Sie waren so besorgt um uns, dass Sie sogar fuer die naechsten Staedte aktiv wurden, um uns eine sichere Unterkunft zu besorgen. Leider ist das wirklich sehr wichtig hier in Peru und wir waren fuer ihre Hilfe sehr dankbar!
Stephan hat sich bei Transfer von der Busstation zur Unterkunft so „de Scheiche“ angeschlagen und eine tiefe Wunde ins Schienbein gerissen, dass es ueber 12 Stunden nicht zu bluten aufhoeren wollte! Da enschlossen wir, sein Bein ruhen zu lassen und an diesem Tag nur noch die Fernsehkanaele (hier hatte es noch mehr als in Arica) zu testen ;-).
Am naechsten Morgen, nach einem herrlichen Fruehstueck, chauffierte uns Juan mit dem Minibus durch die ganze Stadt, zeigte uns wichtige Orte die wir besuchen koennen, Quartiere, welche wir meiden sollten und gab uns zwei gute Tipps, wo wir uns verkoestigen konnten. Danach machten wir uns zuerst auf die Suche nach einem Reisebuero, mit welchem wir einen zweitages Trip in den Colca-Canyon unternehmen konnten. Von diesen Bueros gibt es fast alle zwei Meter eines und die Kunst ist, ein serioeses ausfindig zu machen. Mit verschiedenen Fragen und Wuenschen versuchten wir die Seriositaet herauszufinden, doch die meisten wissen auch immer, was die Touristen hoeren moechten und jeder erzaehlt Dir dasselbe. So entschlossen wir uns, das gehoerte bis am naechsten Tag ruhen zu lassen und schlenderten durch die wunderschoene weisse Stadt von Arequipa.


Eine Stadt voller (gelber) Taxis


Steinportal der Kirche La Compania (einer der aeltesten Kirchen in Arequipa)


Kappelle San Ignacio in der Kirche La Compania, alles voller wunderschoener, farbenfroher Wandmalerei


Plaza des Armas mit der Kathedrale ueber die ganze Laenge des Platzes

Am Abend liessen wir uns in einer Trattoria (Empfehlung von Juan) verwoehnen, so fein hatten wir schon lange nicht mehr gegessen :-).
Am naechsten Morgen wollte Marcela dann behilflich sein, herauszufinden, ob die von uns ausgewaehlte Reiseagentur gute Unterkuenfte offeriert auf ihrem Trip. Nach diesem Telefon wussten wir dann wieder nicht, wo wir buchen sollten, denn die Angestellte war extrem unfreundlich und frech zu Marcela. So machten wir uns auf den Weg noch andere Agenturen abzuklappern. Doch im Endeffekt landeten wir dem Gefuehl nach dann trotzdem bei der Entscheidung des morgens, da sie uns versicherten, dass wir am zweiten Tag frueh genug beim Aussichtspunkt seien und sie fast als einzige bereits im Programm die Abfahrtszeit auf 6 Uhr festgelegt hatten. Zusaetzlich organsierten wir dann gleich noch ein Busticket fuer die Weiterreise und dann war das Administrative endlich wieder erledigt und wir konnten uns den Sehenswuerdigkeiten widmen.

Arequipa hat sehr viele Kloester und Kirche, welche einen Besuch lohnen. Zum einen das Monasterio Santa Teresa, welches erst seit 10 Monaten dem Publikum geoeffnet ist, indem aber immer noch 21 Klosterfrauen und 4 Novizinnen des Carmeliterordens leben. Hier wurden uns zuerst die verschiedenen Maltechniken der frueheren Zeit gezeigt, bevor wir in den verschiedenen Raeumen dann die Kunstwerke im Ganzen sahen.

Dieses Kloster besteht eigentlich aus 3 verschiedenen Klosterkomplexen. Dieser eine wurde fuers Publikum geoeffnet, um Geld fuer die Renovation der restlichen Gebaeude zu verdienen. Drinnen war es jedoch verboten zu fotografieren, aber auch der wunderschoene Innenhof war uns ein Bild wert.


Der Innenhof des Klosters Santa Teresa


Das Gaesschen, welches von Hilfskraeften des Klosters bewohnt wird

Die Klosterfrauen halten jedoch im geoeffneten Teil jeden Tag 2 Messen mit Gesang ab. Diejenige um zwoelf Uhr konnten wir teilweise live miterleben, denn wir wurden kurz in unserer Fuehrung unterbrochen, da eine Nonne die Mittagsmesse einlaeuten musste und da die Nonnen keinen visuellen Kontakt mit der Aussenwelt haben duerfen wurden wir fuer diese kurze Zeit, in welcher sie sich im publikgemachten Teil aufhaelt, ausgeschlossen. Dafuer konnten wir danach durch die geschlossenen Tueren ihrem Gesang zuhoeren.
Auch heute noch backen die Klosterfrauen und stellen Handwerk her, diese ebenfalls um Geld fuer den Klosterunterhalt zu verdienen. Katja konnten den Kokosmakroenli nicht wiederstehen 😉


Ein Gaesschen fuers „dolce far niente“ in Arequipa

Dieses Kloster sollte jedoch nicht das Einzige bleiben an diesem Tag. Auch das Monasterio de Santa Catalina wollten wir noch genauer unter die Lupe nehmen. Dieses Kloster war 391Jahre ein geschlossenes Kloster der Dominikanerinnen, ist heute jedoch nicht mehr bewohnt. Es ist eine Stadt in der Stadt, einen ganzen Haeuserblock gross. Ein riesiger, wunderschoener Komplex indem wir uns ueber zwei Stunden verweilen konnten.


Die Farbenkombination ist herrlich in diesem Kloster


Einer von unzaehligen Innenhoefen im Kloster


so lebten die Nonnen, im Vordergrund seht ihr einen Rollstuhl


eine der vielen Kuechen, fast jeder Hauskomplex hatte seine eigene


ein Kreuzgang


dies ist ein vulkanischer Stein, welcher zum natuerlichen Wasserfilter umfunktioniert wurde, und es klappt!


Die Stadt in der Stadt


der Gemeinschaftswaschplatz, die Waschtroge aus riesigen halben Amphoren


die „Stadtbaeckerei“, sogar mit Guetzlifoermli 🙂


und natuerlich auch die Toilette darf nicht fehlen

Auch die Plaza des Armas von Arequipa hat ihren Reiz, er ist umgeben von wunderschoenen Laubengaengen.

Auch um den Platz gibt es unzaehlige Kirchen. Die grosse Kathedrale erstreckt sich ueber die ganze Platzlaenge und soll damit die einzige solcher Groesse in Suedamerika sein.
Nach diesen Tagen stand erstmal der Ausflug in den Colca Canyon auf dem Programm, ob wir Kondore gesehen haben koennt ihr bald lesen 🙂

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