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10. Oktober 2005

Friendship Highway Lhasa – Zhangmu

Am Freitag gings dann mit Lonna und Geoff (dem kanadischen Paaerchen) los Richtung nepalesische Grenze. Der erste Tag fuehrte uns auf einer relativ guten Strasse nach Gyantse einer Stadt etwas suedwestlich von Lhasa. Bereits an diesem Tag ueberquerten wir den Pass Thorung La von 5’100m Hoehe. Auf der Rueckseite des Passes bot sich uns ein wunderschoener Blick auf den Namdroktso See und die Umgebung.


Namdroktso See

In Gyantse selber gibt es eine Burg, die hoch auf dem Berg trohnt und der groesste Choerten (Khumbum) in Tibet


Burg in Gyantse


Strassenidylle in Gyantse

Am zweiten Tag machten wir Halt in Shigatse, einer Stadt die fuer die tibetische Teppichweberei und eines Klosters wegen bekannt ist. Die Teppichweberei faszinierte uns sehr und wir verbrachten viel Zeit damit, uns ein Souvenier auszusuchen, welches sie nun am weben sind fuer uns. (Ja, ja, ihr habt richtig gelesen, wir haben uns einen Teppich bestellt 😉 )


Teppichweberei in Shigatse (hier ensteht dann unser Teppich 🙂 )


Der letzte Schliff, bei dieser Arbeit kann bei Unkonzentriertheit der ganze Teppich zerstoert werden!

Danach nahmen wir das Mittagessen in einem Pilgerlokal ein, natuerlich waren wir dort drin wieder die Sehenswuerdigkeit. Das Essen ausserhalb Lhasas ist nicht sehr abwechslungsreich und somit hatten wir sehr schnell gegessen.


Die Umgebung auf der Fahrt

Danach fuhren wir gegen den Willen unseres Fahrers weiter nach Lhatse, um die Reisetage stundenmaessig etwas gleichmaessig zu gestalten. Dieses Stueck zog sich lange dahin, da die Strassen recht schlecht und staubig waren. Ziemlich muede waren wir froh, dass es in Lhatse nicht allzuviel zu sehen gab. Das Dorf hat grossen chinesischen Einfluss, was ziemlich komisch ist, so weit von der chinesischen „Grenze“ entfernt. Mit jedem Tag den wir weiter ins Land hineinkamen nahmen die Scharen der bettelnden Kinder zu, ja ja, das ist die Schattenseite des Tourismus :-(.
Von einigen Einheimischen haben wir erfahren, dass abends um 19 Uhr ein Fest sein soll, das wollten wir nach dem Essen besuchen. Doch als wir um halb acht dorthin kamen, war das Fest bereits vorbei und nur noch das Verkehrschaos war da, doch hunderte wunderschoen gekleidete tibetische Frauen waren auf der Strasse und jeder der irgendein Vehikel sein Eigen nennen konnte war damit auf der Strasse. Ob alter Traktor, Motorrad oder auch Bagger und Lastwagen…


Alles was sich bewegt war auf der Strasse…


Frauen in Trachten

Fruehmorgends machten wir uns auf, um heute ins legendaere Everest Base Camp zu gelangen. Zuerst hatten wir noch 5 Stunden Rumpelpistenfahrt vor uns.


…und ploetzlich sahen wir das erste mal den Everest vor uns!

In Shegar mussten wir die Eintritte fuer Auto und Passsageiere erstehen und dann wurden wir eingelassen in die Everest Region. Auf der Anreise passierten wir einen weiteren Pass, von wo aus die Bergketten des Himalya sehr eindruecklich zu sehen waeren, leider war es bei uns bewoelkt und wir konnten nur grau in grau sehen 🙁 doch wir haben ja noch 3 Tage die Chance, den Everest vielleicht mal zu sehen. Fuer das Mittagessen hielt unser Fahrer vor einer alten Steinhuette fuers Mittagessen. Die Huette bestand aus 3 Raeumen und der Kueche. In allen Rauemen schluerften Strassenarbeiter Ihre Suppe und sabberten und spuckten herum was das Zeug hielt :-/, wir kamen uns wiedermal ins Mittelalter zurueckversetzt vor. Doch als wir eintraten ging es nur noch etwa 10 Minuten und dann waren wir mit unserem Fahrer und einer weiteren Jeeptourgruppe alleine. Die Arbeiter hinterliessen ein richtiges Schlachtfeld! Die Speisekarte in englisch war natuerlich wieder mit „horrenden“ Preisen (verglichen mit dem was die Einheimischen zahlten) bestueckt und wir bestellten zum x-ten mal fried rice. Nach dem Essen ging es nur noch eine halbe Stunde bevor wir uns von unserem Fahrer fuer die naechsten 2 Tage verabschiedeten,wir mussten auf einen sogenannten „Unpolllution Bus“ umsteigen. Ein Shuttleservice zum hoechstgelegenen tibetischen Kloster auf 4’800m Hoehe. Mit diesem Busservice will die Regierung verhindern, dass pro Tag Karawanen von Landcruisern Richtung Everst Basecamp hinauf und wieder hinunterbrausen. Beim Kloster war dann auch Endstation fuer den Bus. Wir hatten die Wahl entweder die letzten 7 km zu laufen oder eine Pferdekutsche zu mieten. Angesichts des Gepaecks und der Hoehe (wieder sehr duenne Luft) entschieden wir uns fuer die „gemuetlichere“ Variante und mieteten eine Pferdekutsche.


unser Transportmittel

Stephan und ich hatten ein faules Ei gezogen. Der Reifen war platt und das Gefahert holperte nur so dahin. Nach 10 Minuten wollte uns der Fahrer dazu auffordern zu laufen, aber wir hatten dafuer den Touristenpreis bezahlt und wollten somit eine Reduktion, doch dies wollte uns der Fahrer nicht zugestehen, die Geldlogik in Tibet sollte uns nicht das erste und nicht das letzte mal erstaunen. Nach weiteren 5 Minuten Po-Massage kam uns eine leere Kutsche entgegen und wir konnten „umsatteln“. Danach ging es etwas schneller voran, was uns auch entgegenkam, denn mittlerweile war es Abend, die Sonne ging unter und es wurde ziemlich kuehl. So war auch bei der Ankunft oben das erste Kriterium der Unterkunftssuche nur darauf ausgerichtet ein Zelt mit Feuer zu finden. Die beiden Maenner nahmen dies an die Hand und handelten einen guten Preis aus, wir Frauen waren zufrieden und stuerzten uns sogleich zum Ofen um uns aufzuwaermen. Auf dem gesamten Weg ins Camp konnten wir den Everest nicht sehen da die Wolken ihn einhuelltenund so war es auch als wir uns das erste Mal den Aussichtshuegel hinaufquaelten (ihr koennt Euch nicht vorstellen wie steinalt man sich fuehlt, wenn man fuer ein Huegelchen von 10m Hoehe 3 Minuten braucht und atmet wie eine Dampflokomotive ;-))). So assen wir warme Suppe, machten unsere Schlafsaecke bereit und hofften auf die naechsten zwei Tage. Wir hatten von anderen Reisenden gehoert, dass sie im Camp zwei Tage damit verbrachten, immer wieder aus dem Zelt zu springen als jemand rief, dass sich die Wolken verziehen, doch gesehen haben sie ihn nie. Wir hofften trotzdem. Die erste Nacht auf einer Hoehe von 5’220m Hoehe haben wir eigentlich gut ueberstanden, nur ein wenig Kopfschmerzen. Als wir am naechsten Morgen erwachten, den Sonnenaufgang hatten wir natuerlich verpasst, kroch Stephan als erster aus dem Schlafsack um nachzuschauen, ob es sich lohnt aufzustehen. Er kam mit einem Lachen zurueck….keine Wolken! Wie der Blitz stuelpten wir die verschiedenen Schichten der Kleider ueber uns und stuermten zum Aussichtshuegel. Wow, gigantisch, der Everest, der hoechste Berg der Welt! Die Kamera lief heiss in der Kaelte…


Der Everest im fruehen Morgenlicht


Der Beweis, das Schweizer Taschenmesser luegt nicht 🙂


Unser Nachtlager

Den ganzen Tag ueber hatten wir das schoenste Wetter und bei Temperaturen von bis zu 48 Grad an der Sonne (immerhin 32 Grad am Schatten und das auf einer Hoehe von 5’220m) faellt es einem schwer sich vorzustellen das die naechste Nacht wieder bitterkalt werden wird. Wir installierten uns gemuetlich vis-a-vis des Everst zum Picknick und verbrachten den ganzen Tag damit, ihn immer wieder zu bestaunen.


Ein Tag zum Auspannen. Stephan, Geoff und Lonna beim Sonnenbaden

Denn gross umherlaufen kann man dort oben nicht. Fast fuer jeden Schritt (vorallem in Richtung Everst) muss man zusaetzlich bezahlen. Das war etwas schade, aber fuer den Trek zum Gletscher waren wir sowieso noch zu wenig akklimatisiert und zu spaet aufgestanden (7 Stunden Wanderung). Wir liessen unseren Blick immer wieder ueber die Berggipfel schweifen und nahmen abermals die Kamera zur Hand. Obwohl die Wolken sich zurueckhielten, brachte der Sonnenuntergang nicht das erhoffte roetliche Sujet des Gipfels,

so waren wir fest entschlossen es morgen bei Sonnenaufgang nochmals zu versuchen. Ja, diesmal verpassten wir ihn nicht, den Sonnenaufgang, doch leider war auch hier keine roetliche Verfaerbung zu sehen. Und heute wollten wir wieder nach unten um die Fahrt weiterzufuehren. So hatten wir uns zwei Kutschen fuer 8 Uhr bestellt. Aber die waren weit und breit nirgends zu sehen. So heuerte Lonna einen Lastwagenchauffeur an und der war bereit, uns auf der Ladeflaeche mitzunehmen. Doch als wir bereits unser Gepaeck auf den Laster geschwungen hatten kam ein Uniformierter und verbot uns, mit ihm nach unten zu fahren. Als wir ihn fragten, wie wir denn nach unten kommen sollten zuckte er nur mit den Schultern. Aerger! Diese Beamten sind so was von stur. So entschieden wir uns zu laufen. Wieder mit der Vollpackung gings los. Doch schon nach 10 Minuten kamen uns Kutschen entgegen (warscheinlich die, die wir bestellt hatten). Wir wollten einsteigen, doch die Kutscher wollten fast den doppelten Preis wie wir fuer den Aufstieg bezahlt hatten und wir waren doch schon ein Stueck gelaufen. Hier wieder mal die tibetische Logik! So liefen wir weiter.


Unterwegs mit Vollpackung und Vollmontur 🙂

Nach 2 Stunden hatten wir es geschafft. Doch da es hier oben viel weniger Sauerstoff hatte sollte Katja ihre Wadenkraempfe noch lange spuehren!


und noch ein letztes Bild vor der Abreise

Beim Fahrer angekommen gings gleich weiter nach Old Tingri, unserem letzten Stopp vor der Grenze zu Nepal. Wir kamen voellig erschoepft an. Hatten wir doch kein Fruehstueck und auch kein Mittagessen eingenommen und waren 2 Stunden gewandert. Die Unterkunft in Old Tingri bot nicht viel mehr Luxus als das Base Camp, aber das war uns egal, wir hatten uns mittlerweile daran gewoehnt. Hier mal ein Bild einer Luxustoilette in Tibet (kein Scherz)


hier hat es sogar einen Keramikabfluss und einen Wassertank zum Spuelen!


wunderbare Stimmung am Morgen in Old Tingri

Der letzte Tag unserer 6 taegigen Reise sollte uns ueber einen Pass mit atemberaubender Aussicht bringen und dann an die nepalesische Grenze.


Hier mal ein Bild der Strasse und unseres Vehikels 😉

Doch wie schon beim ersten Pass war auch an diesem Tag das Wetter schlecht und wir konnten nur ab und zu eine Spitze sehen durch die Wolken. Dann ging es nur noch runter. Die Strasse konnte man ab und zu nicht mal mehr erahnen, denn es ging durch Flussbeete und Geroellhalden.Von ueber 5’000m Hoehe runter auf 500m nach Zhangmu, dem chinesischen Grenzort. Der Ort zieht sich der Strasse entlang und hat eine Ausdehnung von mehreren Kilometern und deckt ca. 100 Hoehenmeter ab. Das heisst er schlaengelt sich den Berg hinunter.


Zhangmu, eine chinesische Stadt die man moeglichst schnell verlaesst!

Das Dorf ist voellig vom Grenzverkehr verstopft und es braucht nerven dort Auto zu fahren. Zuunterst lud uns der Fahrer aus und nach einem kurzen Mittagessen und Geldwechsel spazierten wir zur chinesichen und dann zur nepalesischen Grenze. Wir verliessen China und freuten uns auf das farbige, gemuetlichere und nach Gewuerzen duftende Nepal.


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