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9. Oktober 2005

Lhasa, Tibet

Nachdem wir uns nach der „missglueckten“ Besteigung des Emei Shan in Chengdu erholt hatten und einen weiteren Hotpot mit einigen Travellern gegessen hatten freuten wir uns auf den Flug nach Lhasa (Tibet).

Obwohl wir die versprochene Erlaubnis zur Einreise nach Tibet nicht zu Gesicht bekamen liessen wir uns fruehmorgends zum Flughafen fahren. Diese Fahrt kam uns wie eine Schmuggelfahrt vor (alles Seitenstrassen), wir als Schmuggelware ;-).
Doch am Flughafen wurden wir dann zu einer Reisegruppe formiert und mit einer Gruppenerlaubnis eingecheckt. Der Flug selber war fantastisch!

In Lhasa angekommen hatten wir zwar die halbe Gruppe verloren doch alles ging gut ueber die Buehne und wir wurden ins Land gelassen.
Wir fanden eine gute Unterkunft, wir hatten uns mit zwei Kanadiern (Sam und Greg) zusammengetan, Sam sprach etwas Mandarin und dies machte es wesentlich einfacher sich zu verstaendigen.
Den ersten Tag mit 3’500m Hoehendifferenz wollten wir eigentlich ruhig angehen, doch als wir die Haelfte bis zum Potalapalast gelaufen waren konnten wir es uns nicht verkneifen auch noch die zweite Haelfte unter die Fuesse zu nehmen, wir wollten den Potala sehen…
Zurueck mussten wir dann eine Rikscha nehmen da wir beide Kopfschmerzen hatten (das erste Symptom der Hoehenkrankheit). Den zweiten Tag verbrachten wir ebenfalls mit ungezielten Spaziergaengen durch Lhasa, die Stadt gefiel uns, der tibetische Teil etwas mehr als der chinesische, China kannten wir ja schon. Am Dritten zwangen wir uns etwas frueher aus den Federn um den Jongliang Tempel im morgendlichen Pilgertreiben zu besuchen. Die Pilgerscharen umrunden den Tempel zuerst mehrere Malse, entweder laufend oder sie messen den Weg mit ihrem Koeper ab. Erstaunlich, was diese Leute fuer die Religion alles auf sich nehmen. Und zwar von 5 jaehrigen Kindern bis zu aelteren Leuten. Wir stellten uns in die Schlange der Pilger um den Tempel und die vielen Nebenaltare zu besuchen, doch dies ist nichts fuer Klaustrophoben, ich musste nach dem ersten Raum aufgeben, das Gedraenge war unertraeglich. Aber diese Nebenaltare sehen fuer nicht Buddhisten sowieso alle gleich aus und der Schoenste war der Hauptaltar und die Aussicht vom Dach des Tempels.


Pilger


Innenhof


Aussicht vom Dach


Im Hintergrund der Potala

Fuer den naechsten Tag hatten wir uns mit Greg und Sam zusammen einen Landcruiser gemietet um das Ganden- Kloster, etwas ausserhalb von Lhasa, zu besuchen. Dieser Ausflug lohnte sich, obwohl es fuer unsere Koerper erneut eine Belastung bedeutete. Denn das Kloster war auf 4’500m gelegen. Der Landcruiser fiel auf dem Weg fast auseinander, doch wir kamen an :-).
Natuerlich konnten wir es uns dann nicht verkneifen, fuer eine bessere Aussicht noch etwas hoeher hinauf zu kraxeln. Dies unter schwerem Atem, die Luft war sehr duenn da oben.


Ganden Monestary


Aussicht

Bevor wir dann das Kloster selber unter die Lupe nahmen liefen wir wie die Pilger die Kora (Tempelhuegelumrundung) ab. Eine wunderschoene Sicht in die verschiedenen Taeler bot sich uns.


Aussicht Umrundung

Auch ein Stein mit einem Durchlass von 20cm mussten wir 3mal umrunden, damit uns die Goetter gut gesinnt waren (so wurden wir von Einheimischen beleehrt).

Auch dieser Tempel wurde wahrend der Kultuerrevolution 1966-76 vollstaendig zerstoert und viele der 3’000 damals dort lebenden Moenche wurden umgebracht, ab 1980 wurde das Kloster wieder aufgebaut und momentan leben wieder ca. 400 Moenche dort. Da dieser Tempel weniger haeufig von Touristen besucht wird, kann man in aller Ruhe durch die Gebauede schlendern und die Ruhe geniessen.


Ganden Tempel

Natuerlich durfte der Besuch des Potala nicht fehlen, ein riesiger Palast erhoeht ueber Lhasa trohnt der Sitz des Dalai Lama ueber der Stadt.


Potala Palast in Lhasa

Die Raueme, in denen die verschiedenen Dalai Lamas gewohnt haben wurden fast alle zu weiteren Tempel umgebaut, und nur die Raueme des aktuellen Dalai Lamas sind noch als Wohnraeume zu besichtigen. Sehr eindruecklich und interessant. Ebenfalls ein Raunen entschluepfte uns bei den verschiedenen Graebern der verstorbenen Dalai Lamas. Das Groesste fuer den 5. (den einflussreichsten) Dalai Lama besteht aus ueber 17’000kg Gold und ist mit etlichen Diamanten bestueckt. Der fuenfte Dalai Lama begann mit dem Bau des Potala und begruendete die Theokratie der gelben Kirche (oder besser bekannt als Gelbmuetzensekte). Schlussendlich ist der Potala nun 13 Stoecke hoch und hat ueber 1000 Raueme, die meisten davon sind dem Publikum nicht zugaenglich, doch ist es ein akrchitektonisches Wunder dieser Bau. Auch hier darf man auf das Dach was einen wunderbaren Blick ueber Lhasa eroeffnet.

Im Innern des Palastes darf man leider nicht fotografieren, aber wenn ihr mal dort seid, es lohnt sich wirklich dieses Gebaeude in aller Ruhe zu besichtigen!

Wie in Tibet ueblich, machten wir uns auch am naechsten Tag auf um zwei weitere Kloester zu besichtigen, ein abgelegenes, zu dem man 90 Minuten wandern muss, und wir jede Person, die uns begegnete nach dem Weg fragen mussten, dass deswegen aber kaum von Touristen besucht wird, so bekamen wir eine private Fuehrung eines Moenchen und durften ein weiteres mal Zeugen einer Gebetsstunde sein, wieder ein sehr eindrueckliches Erlebnis, das Gemurmel, der Gong, und die Trommeln auf sich wirken zu lassen. Auch die Wanderung war sehr schoen, wir konnten einige Tiere beobachten und die Aussicht auf den weit entfernten Potala und die Bergwelt geniessen.
Auf dem Rueckweg machten wir Halt im Sera Kloster, da dort jeden Nachmittag ein ganz spezielles Ritual stattfand, das sogenannte „dabattieren“. In einem schattigen Innenhof treffen sich alle Moenche des Klosters um sich durch ein Frage und Antwortspiel weiterzubilden. Dieses Frage und Antwortspiel wird durch bestimmte koerperliche Bewegungen begleitet und nach dem Klatschen muss der Befragte die Antwort geben. Wir sassen einfach dort und liessen das Geschehen auf uns wirken. Ein riesiges Schauspiel! Eine grosse rote sich bewegende Masse mit murmelnden und klatschenden Lauten!.

Waehrend der Tage in Lhasa machten wir aber nicht nur Sight Seeing sondern suchten ebenfalls zwei weitere Reisende fuer die Weiterreise nach Nepal. In ganz Lhasa gibt es Anschlagbretter wo man eine Annonce aufhaengt und die Hotelzimmernummer hinterlaesst. Falls jemand daran interessiert ist, dieselbe Route mit demselben Abfahrtsdatum zu machen, wird man kontaktiert und falls man sich einigt und die Sympathie stimmt (man ist doch fast eine Woche auf engstem Raum zusammen) dann geht man zu einem Reisebuero und bucht einen Landrover mit Fahrer fuer die Tour. Wir fanden ziemlich schnell ein kanadisches Paerchen und schlossen uns mit Ihnen zusammen. Der letzte Tag war dann fuer die Reisevorbereitungen bestimmt, es galt Wasser, etwas Nahrung fuer zwischendurch und Sauerstoff zu besorgen, da der Trip ca. 6mal ueber 5’000m hohe Paesse fuehrt und wir zudem im 5’220m hohen Everest Base Camp uebernachten wollten. Am Vorabend des Starts unseres Trips wurde uns der Landcruiser und der Fahrer vorgestellt. Leider mussten wir den ersten Landcruiser ablehnen, da das Profil der Reifen fast wie ein Babypo aussah, und es doch in den letzten Tagen in den Bergen geschneit hatte und wir das Risiko im Schnee stecken zu bleiben oder zu schleudern nicht auf uns nehmen wollten. So wurde uns ein zweiter Landcruiser vorgefuehrt, mit dem wir uns dann einverstanden erklaerten. So konnte das Abenteuer des Friendship Highway am naechsten morgen beginnen.


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