Chengdu & Le Shan

Angekommen in Chengdu schien es kein Problem zu sein einen Flug und eine Bewilligung fuer Tibet zu erhalten. Nur ueber Land, was wir bevorzugt haetten, sind die Grenzen immer noch geschlossen. Mal schauen wie wir die 3000m Hoehenunterschied von Chengdu nach Lhasa verkraften werden. Aber erstmal wollten wir uns in Chengdu und der naeheren Umgebung etwas umsehen. Das Backpacker das wir hier gefunden haben ist eine Oase in dieser Stadt.

Es ist sowieso unglaublich, dass hier Orte, von denen man noch nie was gehoert hat, bei Ankuft einfach riesig sind und 3,5, 7 oder noch mehr Mio. Einwohner haben.
In Chengdu befindet sich das Giant Panda Research Center. Leider sind diese Tiere in der Welt ja vom Aussterben bedroht, und in freier Wildbahn findet man fast keine Tiere mehr. Die groesste Population ausserhalb Chinas befindet sich in San Diego, ganze 4 Tiere gibt es dort im Zoo! Die Pandas sind wunderschoene Tiere und waehrend der Fuetterung kann man sie sehr gut zu Gesicht bekommen, ansonsten koennen sie sich aber in ihren grossen Gehegen auch gut verstecken.

Neben den uns bekannten Pandas gibt es in diesem Center auch noch die roten Pandas. Die sind sehr viel kleiner, aber ebenso niedlich und schoen.

Am naechsten Tag hatten wir uns nichts grosses vorgenommen ausser die Busstation fuer den naechsten Tag ausfindig zu machen. Nachdem wir diese gefunden hatten schlenderten wir etwas durch die Strassen und lernten John, einen Chinesen der als Englischlehrer arbeitet, kennen. Er zeigte uns die letzte alte uebriggebliebene Strasse im Zentrum von Chengdu.

Und dort tranken wir dann auch mit ihm in einem Teehaus (dafuer ist Chengdu auch bekannt)heissen Tee bis wir innerlich fast kochten ;-).


Stephan bei der chinesisch Lektion

Waehrend diesen zweieinhalb Stunden haben wir sehr viel ueber China, wie die Leute hier leben, wie die rasanten Aenderungen aufgenommen werden und vieles mehr erfahren. Dass Traurigste ist, dass auch diese Strasse, in der wir sassen bald neuen Bankgebaueden und Hotels weichen muessen. Die Leute die dort ihr Geschaeft haben oder dort wohnen werden einfach umgesiedelt. Am neuen Ort haben sie dann meist keine Kundschaft mehr fuer ihr Geschaeft und verlieren somit ihr Einkommen fuer den Lebensunterhalt. Der Wirtschaftsboom hier ist nicht nur fuer die unterste Bevoelkerungsschicht eine Bedrohung, sondern auch fuer die Mittelschicht! Und wenn das so weitergeht, wird die Arbeitslosigkeit hier in China rasant ansteigen, vorallem auch, wenn die Modernisierung Einzug haelt und Maschinen, die bei uns seit 30 Jahren eingesetzt werden hier zusaetzlich Unmengen von Menschen ueberfluessig machen, denn hier hat es einfach viel zu viele Leute und die Laeden, Restaurants und Dienstleister haben sowieso schon 3 bis 4 mal soviele Angestellte fuer einen Job verglichen mit Europa, diese koennen nicht zusaetzlich noch mehr Leute anstellen.
In diesem Teehaus konnten wir auch gut beobachten, wie sich wildfremde Leute zueinander setzten und einfach zu plaudern begannen und auch auf der Strasse war immer etwas los. Die Zeit verging wie im Flug und John anerbot sich, uns die spezielle Sichuankueche zu zeigen. Doch bevor wir zum Hot Pot essen gingen, wollte er Stephan unbedingt noch eine Strasse zeigen, als er vernahm, dass Stephan Architekt ist. Fuer unseren Geschmack war das zwar eher kitschig, was wir zu Gesicht bekamen, doch es war nett gemeint.

Im Restaurant angekommen verstanden wir absolut nichts auf der Speisekarte (wie meistens 🙂 ) und John uebernahm die Bestellung. Natuerlich bestellte er vorallem Delikatessen a la gusto der Chinesen, wir sollten daran noch zu beissen haben 😉

Die Zutaten werden in zwei verschiedenen Suppen, einer scharfen und einer weniger scharfen, die in der Mitte des Tisches in einem riesigen Topf brutzeln, kurz gekocht, bevor man sie in eine Schuessel mit scharfer Sojasauce dippt und dann isst. Bereits bei der ersten Zutatatendie uns John in die Schale gab dachten wir beide, einfach nicht fragen was es ist und beim Kauen nicht vorstellen, wie es aussieht, einfach runter damit.
Doch das war einfacher gedacht als getan! Denn das Zeug war zaeh und wie Kaugummi und liess sich auch durch kauen einfach nicht zerkleinern. Wir kauten und kauten und kauten, bis wir es schlussendlich hinunterschlucken konnten. Brrrr…. Das naechsten waren Shrimpsteigtaschen, Stephan fand das noch gut, oder sagen wir, besser als die anderen Sachen, so steckte er sich immer wieder ein solches Stueck in die Sauce, damit er nichts anderes bekommen konnte, ich (Katja) hatte diesen Fischgeschmack nicht sehr gerne und sagte John, dass ich nicht gerne Fisch esse, da war ich fuer einen Teil des Essens gerettet, denn mit dem ganzen Fischstueck inklusive Haut und Graeten verschonte mich John dann, Stephan riet er jedoch, es ihm gleich zu tun und den gesamten Fisch inklusive Graeten einfach zu kauen und zu essen, Stephan bevorzugte jedoch die westliche Art und liess wenigstens die Graete beiseite :-).
Ab und zu gab es auch etwas, das wir kannten. Zum Beispiel Kartoffeln. Und diese Scheiben hueteten wir wir Schaetze, damit konnte man die anderen schlechten Geschmaecker uebertoenen. Auch die Sojasprossen und die Lotusblumenbluete waren nicht schlecht. Da lag jedoch noch etwas, das aussah wie Huhn (schoen rosa Fleisch), doch John verneinte, sagte jedoch wieder nicht, um was es sich handelt. Auch dies stellte sich als zaeh und wie Kaugummi raus und man konnte es nicht verbeissen. Beim Versuch das Ganze in einem runter zu schlucken scheiterte Katja klaeglich und dies fuehrte zu einem Brechreiz. Den Rest ersparen wir Euch….

Nur soviel, auch das runterspuelen war nicht ganz einfach, denn vor jedem Schluck wollte John zuerst anstossen, so musste man immer warten, bis er sein Glas erhob und mit uns anstiess bevor man das Zeug runterspuelen konnte. Zu allem Elend gab es an unserem Tisch auch nur Bier (Katjas Lieblingsgetraenk 😉 ) aber soviel Bier hat sie glaube ich noch nie getrunken und es dazu auch noch „genossen“.
Am Ende des Essens machten wir uns daran, die undefinierbaren Sachen, die wir verspeist hatten zu erraten, denn John wollte sie uns nicht verraten. Schlussendlich fanden wir heraus, die zwei Ekligsten, fuer die Chinesen die Delikatessen waren Rindermagen und Entendarm! Bon Appetit, wir koennen es nicht weiter empfehlen. Katja traeumte noch von diesem schrecklichen Essen und auch am naechsten Tag hatte sie noch mit dem Magen muehe.

Am naechsten Tag ging es nach Le Shan zum grossen steinernen Buddha. Er ist 73m gross, in Stein gehauen. Die Ohren haben je 7m Laenge. Den wollten wir sehen. Doch nach der Ankuft wollten wir zuerst unsere sieben Sachen in eine Unterkunft bringen. Doch dies war nicht so einfach, denn es gab kaum Hotels dort. Zwei ekelhafte Rikschafahrer verfolgten uns und wollten uns in eine Bruchbude einquartieren, doch wir versuchten sie immer wiederabzuhaengen, doch sie blieben hartnaeckig, damit sie sich die Vermittlungskommission im Hotel einheimsen konnten. Katja fragte in jedem Hotel oder was danach aussah nach dem Preis. Doch wir fanden gar nicht viele. Und bei einem wollten die beiden Waechter Katja einfach nicht reinlassen. Der hartnaeckige Rikschafahrer verbliess es fast vor Lachen, er konnte sich nicht erholen. Katja verstand nicht, wieso die Waechter sie nicht zur Reception vorlassen wollten und blieb hartnaeckig. Irgendwann nahm sie das Ueberlebensbuechli mit chinesischen Woertern (vielen Dank Monika) raus und deutete auf Hotel (fandian), doch die Waechter deuteten auf das Wort Botschaft. Aha, deshalb wurde Katja so ausgelacht und von der Wache nicht vorgelassen, es war gar kein Hotel! Soviel zu Reisen in China, wenn man die chinesischen Schriftzeichen nicht versteht :-)),
Die Bleibe, die wir dann fanden war eher am unteren Limit unserer Ansprueche und das Hotel eine einzige Baustelle. Dann machten wir uns auf auf die Suche zur Faehre um auf die Halbinsel wo der Buddha steht ueber zu setzen. Die Faehre war jedoch kapputt und nach 45 Minuten warten wurden wir mit einer Art Nusschale ans andere Ufer geschippert udn konnten beim „durchrauschen“ auch den Buddha sehen.

Dann machten wir uns zu Fuss auf den Weg zum Buddha. Ein schwieriges Unterfangen, denn mittlerweile gibt es Touriboote und die Wege werden nicht mehr so gut unterhalten. Es hatte viele Wegweiser doch alle fuehrten in eine Sackgasse. Nach einer weiteren Stunde in der Hitze und Feuchtigkeit rumzulaufen und zu suchen zeigten uns zwei alte Damen den Weg. Mittlerweile war es 16 Uhr als wir ans Eingangstor kamen. Dort wollten sie einen horrenden Eintrittspreis von uns und zwar inklusive aller Tempelbesichtigungen. Doch die wollten wir gar nicht sehen und um 17 Uhr schloss sowieso alles. Ob wir es bis dann zum Buddha geschafft haetten war fraglich, so drehten wir um und fuhren mit einem Bus zurueck zum Hotel. Nun wollten wir wenigstens noch ein feines Essen zum Abschluss dieses eher muehsamen Tages und so goennten wir uns etwas.
Am naechsten Tag standen wir frueh auf, wir wollten nur noch weg von Le Shan. Natuerlich verlief auch dies nicht ohne Zwischenfall, wie koennte es anders sein in Le Shan (ihr merkt, wir waren richtig Fan von dieser Stadt 😉 ). Zuerst verlangte die Busbegleiterin nach 10 Minuten Fahrt nochmals den Fahrtpreis, obwohl wir schon mal bezahlt hatten und da wir nicht chinesisch diskutieren koennen blieb uns nichts anderes uebrig als zu zahlen, und ca. 5 Minuten spaeter schmissen sie uns gerade noch aus dem Bus, bei einer Bushaltestelle wo sie das Gefuehl hatten, wir muessten dort den Bus nehmen, das war natuerlich nicht unsere Meinung, aber wir konnten nicht in chinesisch diskutieren und so…
In Emei Shan lief dann wieder alles wie am Schnuerchen und das Hotel war super. Das Cafe vom Hotel toppte das ganze noch mit super Essen und Bananen-Schoggi-Pancake! Wow, das ist ein Traum wieder mal sowas im Gaumen zu haben 😀
Dort trafen wir auch eine Familie aus der Schweiz, die Graesslins, welche mit ihren zwei Kindern schon zum zweiten Mal auf einer Weltreise sind. Genial! Den Link von Ihrer Webseite findet ihr auf unserer Homepage, schaut doch mal rein, es lohnt sich.
Auch David, einen Traveller aus England trafen wir in Emei Shan wieder. Er war in Chengdu im selben Backpacker wie wir. Auch er wollte auf den Emei Shan hoch, so planten wir am naechsten morgen mit ihm zusammen aufzubrechen. Wir hatten was vor uns. Der Emei Shan ist 3055m hoch und wir befanden uns in Emei Shan auf 500m! Der ganze Berg ist voller Kloester, frueher ueber 200, mittlerweile gibt es nur noch ca. 50, aber immerhin. Sehr viele Pilger sollen diesen Berg anscheinend besteigen, es ist einer der vier wichtigsten Berge im chinesischen Buddhismus. Natuerlich kann man mittlerweile auch mit dem Bus und gewisse Strecken mit der Seilbahn/Gondel hoch, aber die schoenen Ausblicke sind auch unterwegs beim hoch und runter laufen, und genau dies hatten wir vor. Doch zuerst statteten wir uns auf Anraten der Hotelcrew noch mit Wanderstoecken aus, doch nicht als Wanderhilfe, sondern als Waffe gegen die aggressiven Affen am Berg.
Diese Tour sollte ein richtiges Abenteuer werden, aber nicht nur der Affen wegen….
(Abenteuer Emei Shan folgt im naechsten Bericht)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.