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9. August 2005

Irkutsk und Listvjanka

Am Tag der Ankunft, nach unserer Busstory spazierten wir noch etwas durch Irkutsk. Zu den bekannten Kirchen, Plaetzen (mit dem Transsib-Denkmal Alexander III.) und sahen die ersten Holzhaeuser, wofuer Irkutsk sehr bekannt ist, doch leider brannte 1879 ein grosser Teil der Stadt bei einem 3 taegigen Brand ab (darunter 3’000 Holzhaueser). Das Zentrum wurde danach mit Steinhaeusern wieder aufgebaut, sodass man die „unbeschaedigten“ (die Witterung setzt ihnen doch arg zu) Holzhaueser eher am Rande findet.

Am naechsten morgen wurden wir sehr frueh abgeholt, um die alte Transsibirische Eisenbahnstrecke von Sljudjanka (einziger Bahnhof ganz aus Marmor, da der Steinbruch nur 20km entfernt ist und alle anderen Materialien teurer gewesen waeren fuer den Bau) nach Port Bajkal zu befahren.
Wir erwarteten einen alten Zug, fanden uns in einem Touristenzug mit einer Gruppe Koreaner wieder (diese offerierten uns den ganzen Tag ihre koreanischen Spezialitaeten, von getrockneten Algen, Sushi bis koreanischem Vodka, was Katja nicht sehr toll fand, denn ausser dem Vodka roch es sehr stark nach Fisch). Der Zug machte immer wieder Halt, um alte Bruecken, Gallerien oder Mauern, welche meistens von Italienern gebaut wurden, zu betrachten. Die europaeische Baukunst wurde hier her geholt, da diese Strecke fuer die Russen sehr viele bauliche Schwierigkeiten darstellten und sie das europaeische Know-How benoetigten. Fuer uns war dies nicht so spektakulaer und die Fahrt war auch viel zu lang (12 Stunden). Doch ab und zu gab es immer wieder die Moeglichkeit zu laufen statt zu fahren und bei einem 2 stuendigen Halt wagten wir uns in einer Bucht in das doch sehr kalte, aber sehr saubere Baikalwasser (ca. 15 Grad (nichts fuer Weicheier 😉 )). Der Baikalsee ist das groesste Suesswasserreservoir der Welt und deckt ca. 20% des gesamten Suesswasserbedarfs der Erde ab. An manchen Stellen hat man das Gefuehl, man befinde sich am Meer, da man die gegenueberliegende Seite des Sees nicht sieht.

Doch vorallem seine Tiefe ist sehr imposant, seine groesste Tiefe ist 1’637m. Seine Ausdehnung betraegt 600km Laenge und zwischen 27 und 80km Breite.
Das Wasser ist so sauber, dass sie in einer Tiefe von 400m direkt Trinkwasser abzapfen, welches Sie nur von Unreinheiten befreien muessen bevor es im Regal als Mineralwasser verkauft werden kann, udn das aus einem See! Auch die Flora und Fauna um den See ist eindruecklich. Es gibt ueber 1’500 Tierarten und ueber 2’0000 Pflanzenarten in der Umgebung des Sees. Davon sind ueber 50% endemisch, d.h. sie kommen nur hier vor.
Es gibt hier zum Beispiel einen Fisch namens Golomjanka, der ist fast durchsichtig, da er fast ausschliesslich aus Fett/Oel besteht und bis zu 30 cm gross werden kann. Dieser Fisch kann nur in kaltem Gewaesser ueberleben, somit haelt er sich meistens auf 1’400 m unter der Wasseroberflaeche auf. Doch in der Nacht taucht er bis fast zur Oberflaeche auf udn dieser Druckunterschied kann er ohne Probleme wegstecken!
Und der See selber friert im Winter vollstaendig zu (Eisdicke von 0,7-1,3m). Da viele Doerfer im Sommer nur per Schiff zu erreichen sind, muessen sich die Dorfbewohner im Herbst (ab Okt/Nov. gedulden, bis der See im Januar vollstaendig zugefroren ist und fuer die Autos freigegeben wird, damit sie wieder erreicht werden koennen (Strassen auf dem Eis ueber den See) und sobald im April das Eis wieder zu schmelzen beginnt, sind sie wieder von der Umwelt abgeschottete bis das Eis geschmolzen ist.
Von Port Bajkal fuhren wir dann mit der Faehre nach Listvjanka und wurden in einer super Herberge untergebracht.

Das Doerfchen gefiel uns sehr gut. Auch hier hat es viele Holzhaueser, eine Holzkirche und eine gemuetliche Atmosphaere verglichen zu Irkutsk. Ueppige Gaerten bei allen Hauesern (hier sind fast alle Selbstversorger) und da die Vegegationsszeit sehr kuzs ist, verbringen die Leute fast den ganzen Sommer in ihren Gaerten, um moeglichst viel ernten zu koennen. In den Gaerten entdeckt man auch ab und zu eine EinMannSauna.

Nach 2 gemuetlichen Tagen an der frischen Luft, fuhren wir gestern mit dem Boot auf der Angara (einziger Abfluss des Baikalsee) wieder zurueck nach Irkutsk, wo wir den letzten Tag noch damit verbringen, die letzten Sehenswuerdigkeiten zu besichtigen und wiedermal was auf unserer Homepage zu aktualisieren. Danach ging es weiter nach Ulan Bator.

Nun noch einige Infos zur Angara, damit Ihr die Umfrage besser loesen koennt:
Die Angara, wie gesagt der einzige Abfluss des Baikalsee, hat eine Breite von 600m und ist am Ausfluss 4-6 Meter tief. Pro Sekunde fliesst Kubik Wasser aus dem See in den Fluss.

Und hier noch was fuer „Kreml-Spieler“: Wir verbrachten nun ca. eine Woche in Sibierien, und wenn ihr naechstes Mal beim Spielen einen Politiker nach Sibirien verdammt, macht ihr ihm einen guten Gefallen, jedenfalls im Sommer. Wir hatten super Wetter und die Umgebung ist sehr schoen, v.a. ausserhalb der Staedte.


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